Erdogan-Fan verhöhnt Todesopfer von Sturm "Xavier" - dann platzt Satiriker Shahak Shapira‏ der Kragen

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  • Während des Sturms "Xavier" verunglückte die Journalistin und Politik-Expertin Sylke Tempel
  • Türkei-Fan Martin Lejeune jubelte über den Todesfall, Satiriker Shahak Shapira‏ konnte sich daraufhin nicht mehr zurückhalten
  • Die Äußerungen des Erdogan-Anhängers könnten nun sogar ein juristisches Nachspiel haben

Als Sturmtief "Xavier" am Donnerstag über Teile Nord- und Ostdeutschlands fegte, hinterließ er eine Schneise der Verwüstung. Durch umstürzende Bäume kamen insgesamt sieben Menschen ums Leben.

Unter den Opfern ist auch die Journalistin und Politik-Expertin Sylke Tempel, Chefredakteurin der Zeitschrift "Internationale Politik" und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.

Doch der tragische Unfalltot Tempels ist für den deutschen Türkei-Aktivisten und Erdogan-Anhänger Martin Lejeune offenbar ein Grund zur Freude.

Jubel über eine Tote

Der ehemalige Journalist, der aus seiner Verehrung für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan keinen Hehl macht und damit gerne provoziert, schreibt auf Twitter:

"Die Gebete der Muslime wurden erhört
Der Baum ist die Strafe Gottes für Sylke Tempel's Taten
Gottes Gerechtigkeit siegt
الله أكبر (Allah ist der Größte, Anm. d. Red.)"

Lejeune, der im Juli 2016 zum Islam konvertierte, war ganz offensichtlich nicht mit den kritischen Türkei-Analysen Tempels einverstanden. So stellte sie sich in der Schmäh-Gedicht-Affäre um Jan Böhmermann und Erdogan hinter den TV-Moderator und bezeichnete den türkischen Präsidenten in diesem Zusammenhang als "Pascha".

Mehr zum Thema: Wettermann Jörg Kachelmann stellt mit einem einzigen Tweet einen Erdogan-Fan bloß

"Hurensohn, der"

Für den in Deutschland lebenden israelischen Satiriker Shahak Shapira‏ hat Lejeune mit seinem Tweet deutlich eine Grenze überschritten.

Wutentbrannt twitterte Shapira: "'Hu­ren­sohn, der' (Abbildung ähnlich)", daneben setzte er einen Screenshot von Lejeunes Post.

Zwar sah sich auch Shapira wegen seiner Wortwahl Kritik ausgesetzt. Aber er erklärte sein Vorgehen in einem zweiten Tweet: "Er (Lejeune) ist wohl einfach krank und braucht Hilfe, wird aber stattdessen angefeuert. Allerdings kann man deswegen nicht alles durchgehen lassen."

Verlängerung vor Gericht?

Die Äußerungen des Erdogan-Anhängers könnten nun sogar ein juristisches Nachspiel haben.

So hat ein Journalist des Nachrichtenblogs "Ruhrbarone" mittlerweile gegen Lejeune Strafanzeige "wegen des Verdachts der Verunglimpfung des Andenkens von Verstorbenen" gestellt.

Fraglich ist aber, ob diese etwas an seinem Verhalten ändern wird. Denn den "Ruhrbaronen" zufolge sollen die Gesundheitsbehörden in Berlin bereits zwei Mal aufgefordert worden sein, sich Lejeune anzunehmen, da Zweifel an seiner psychischen Gesundheit bestünden.

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(jg)

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