Eine Mutter weigert sich, ihr Kind impfen zu lassen - jetzt kommt sie dafür wohl ins Gefängnis

Veröffentlicht: Aktualisiert:
IMPFEN
Eine Mutter in den USA will ihr Kind nicht impfen lassen und landet deswegen wohl im Gefängnis. | iStock
Drucken
  • Ein Amerikaner hat Anklage gegen seine Exfrau erhoben, weil sie ihren gemeinsamen Sohn nicht impfen lassen will
  • Nun hat das Gericht ein Ultimatum verhängt
  • Wenn sie den 9-Jährigen bis zum 11. Oktober nicht impfen lässt, kommt sie ins Gefängnis

Das Thema Impfen sorgt nicht nur unter Eltern für hitzige Diskussionen. Die Befürworter sehen Impfungen als wichtigen Schutz gegen lebensbedrohliche Krankheiten wie Masern. Die Gegner zweifeln ihre Wirksamkeit an und fürchten sich vor potenziellen Impfschäden.

Wie groß die Meinungsverschiedenheiten sogar zwischen Mutter und Vater sein können, zeigt ein aktueller Fall aus den USA.

Laut einem Bericht des Nachrichtensenders ABC wurde eine alleinerziehende Mutter aus Michigan zu einer Gefängnisstrafe von sieben Tagen verurteilt, nachdem sie sich vehement gegen die Impfung ihres 9-jährigen Sohnes gewehrt hatte.

Das Gericht stellte der Mutter ein Ultimatum

Der Bundesstaat Michigan erlaubt es Eltern grundsätzlich, bestimmte Impfungen an ihren Kindern nicht vornehmen zu lassen. Aus Sicherheitsgründen wird dies jedoch stark empfohlen.

Mehr zum Thema: Der Tod einer Mutter aus Essen sollte alle aufrütteln, die immer noch über Impfungen diskutieren

Die Frau und ihr Ex-Ehemann waren demnach vorerst einig gewesen, dass sie ihr Kind nicht impfen lassen würden, er änderte laut ABC jedoch seine Meinung. Da die beiden sich das Sorgerecht teilen, endete der Streit vor Gericht.

Die Richter stellten der Mutter ein Ultimatum: Die fehlenden Impfungen seien bis zum 11. Oktober 2017 nachzuholen, sonst komme sie ins Gefängnis.

Laut dem Sender weigert sich die Mutter aber weiterhin. Sie wolle ihren Sohn aus Überzeugung nicht impfen lassen, sagte sie demnach vor Gericht. Es sei ihre "persönliche Entscheidung". "Ich fühle mich in die Ecke gedrängt", sagte sie nach Angaben des Senders. "Man hat mir meine Rechte als Elternteil genommen."

In Deutschland herrscht keine Impfpflicht, aber eine Beratungspflicht

Sie fürchte um Gesundheit ihres Sohnes, der nun acht Impfungen auf einmal erhalten soll und werde lieber ins Gefängnis gehen, sagte sie laut ABC.

In Deutschland können Eltern selbst entscheiden, ob sie ihr Kind impfen lassen oder nicht. Eine Pflicht gibt es nicht, allerdings sind Eltern verpflichtet, sich zu dem Thema bei einem Arzt zu informieren.

Mehr zum Thema: 10 Gründe, warum wir die Impfgegner nicht gewinnen lassen dürfen

Laut Versorgungsatlas erhalten derzeit nur 63 Prozent der deutschen Kinder zum Beispiel die nötige Doppelimpfung gegen Masern und Röteln, die zu den vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Schutzimpfungen gehört.

Diese geringe Zahl hat dazu geführt, dass sich die Masern in den vergangenen Jahren wieder stärker ausbreiten konnten.

2017-06-20-1497957385-7066081-HuffPost1.png
Erste Worte, erstes Durchschlafen - und der erste Kita-Platz: All das ist Thema in unserer Eltern-Gruppe bei Facebook. Meldet euch hier an.

(lk)

Korrektur anregen