Friedensnobelpreis geht an Anti-Atomwaffen-Kampagne Ican

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ICAN
dpa
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  • Die internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung bekommt den Friedensnobelpreis 2017
  • Sie wurde aus 318 Nominierten ausgewählt
  • Der Preis wird am 10. Dezember in Oslo verliehen

Atomkrieg, nein danke: Die internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung (Ican) bekommt den Friedensnobelpreis 2017.

Das gab das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekannt. Die Organisation erhält die Auszeichnung für "ihre Arbeit, Aufmerksamkeit auf die katastrophalen humanitären Konsequenzen von Atomwaffen zu lenken." Ican habe sich bahnbrechend um ein vertragliches Verbot solcher Waffe bemüht, hieß es von Seiten des Komitees.

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Preisstifter Alfred Nobel legte in seinem Testament fest, die Auszeichnung solle an denjenigen gehen, der "am meisten oder besten für die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verkleinerung stehender Armeen" gewirkt hat. Der mit umgerechnet etwa 940.000 Euro dotierte Friedensnobelpreis wird am 10. Dezember, dem Todestag des Dynamit-Erfinders Alfred Nobel, in Oslo verliehen.

Experten hatten im Vorfeld einen Preis im Kontext des Kampfes gegen Atomwaffen vorhergesagt. Die Osloer Jury hatte sich in diesem Jahr unter 318 Anwärtern entscheiden müssen - 215 Personen und 103 Organisationen waren für den Preis vorgeschlagen.

Im vergangenen Jahr hatte das Nobelkomitee Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos ausgezeichnet. Er erhielt den Nobelpreis für "seine entschlossenen Anstrengungen, den mehr als 50 Jahre andauernden Bürgerkrieg in dem Land zu beenden".

Wenige Wochen zuvor hatten Santos und der Chef der linken Farc-Guerilla, Rodrigo Londoño alias "Timochenko", Geschichte geschrieben, als sie nach Jahrzehnten des Konflikts mit mehr als 220 000 Toten und Millionen Vertriebenen einen Friedensvertrag unterzeichneten.

Mehr zum Thema: Erdogan fordert den Friedensnobelpreis für die Türkei - wegen der Reaktion auf den Putschversuch

Deutschland gratuliert

Zahlreiche deutsche Politiker, darunter auch die Grünen, begrüßten die Entscheidung des Komitees über den Nachrichtendienst Twitter. "Wir gratulieren ICAN zum Friedensnobelpreis. Das ist ein starkes Zeichen für eine
atomwaffenfreie Welt!", schrieb die umweltfreundliche Partei.

Bundesjustizminister Heiko Maas bekräftigte unterdessen: "Atomwaffen machen die Welt instabiler und bedrohlicher", während LINKE-Chefin Katja Kipping von einem "starken Zeichen für den Frieden" sprach.

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