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06/10/2017 06:34 CEST | Aktualisiert 06/10/2017 06:34 CEST

Medienbericht: Björn Höcke will AfD-Vorsitzender werden

Axel Schmidt / Reuters
Medienbericht: Björn Höcke will AfD-Vorsitzender werden

  • Der umstrittene AfD-Landeschef Björn Höcke will laut einem Bericht des "Focus" Parteivorsitzender werden

  • Das sei in einem geheim gehaltenen Treffen mit Parteifunktionären abgesprochen worden

Der umstrittene AfD-Landesvorsitzende aus Thüringen, Björn Höcke, will offenbar Frauke Petry als Bundessprecher der Partei nachfolgen. Eine entsprechende Absprache soll Höcke nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" bei einem geheim gehaltenen Treffen des rechten Parteinetzwerks "Goslaer Runde" mit anderen Spitzenfunktionären im August getroffen haben.

"Focus" beruft sich auf informierte Kreise. Neben Höcke sollen demnach auch auch Brandenburgs AfD-Landesvorsitzender Andreas Kalbitz, der heutige Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland sowie der Parteivorsitzende Jörg Meuthen an dem Treffen teilgenommen haben.

Die Entscheidung wäre brisant. Gegen Höcke lief ein Parteiausschlussverfahren, nachdem er in einer Rede die Erinnerungskultur in Deutschland kritisiert und das Holocaust-Denkmal in Berlin als "Denkmal der Schande" bezeichnet hatte.

Weidel habe erst später davon erfahren

Auch ein Personaltableau für den gesamten Bundesvorstand sowie die Vergabe der wichtigsten Posten in einer künftigen Bundestagsfraktion seien im Rahmen des Treffens besprochen worden. Die AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alice Weidel, sei laut "Focus" erst bei einem vertraulichen Treffen mit Gauland und Höcke im September über die Entscheidungen der Runde informiert worden.

Die "Goslaer Runde" ist ein Netzwerk ultrarechter männlicher AfD-Funktionäre. Es dient dazu, informelle Personalabsprachen und Richtungsentscheidungen zu treffen.

Neben den Teilnehmern des Treffens im August gehören auch der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagfraktion Bernd Baumann, der niedersächsische AfD-Vorsitzende Armin Paul Hampel sowie der als extrem rechts geltende Landeschef aus Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, der "Goslaer Runde" an.

Der Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alexander Gauland, sagte gegenüber "Focus": "Es hat und es wird keine Personalentscheidungen ohne Alice Weidel geben."

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