Sturm "Xavier" fegt über Deutschland hinweg: Das Orkan-Drama in 12 Tweets

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FEUERWEHR
Sturm "Xavier" fegt über Deutschland hinweg: Der Chaostag in 12 Tweets | dpa
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  • Sturmtief "Xavier" hat am Donnerstag einen Teil Deutschlands lahmgelegt und verwüstet
  • Bei dem Sturm kamen mindestens sieben Menschen ums Leben

Das Sturmtief "Xavier" hat am Donnerstag weite Teile des Landes im Griff gehabt. Mit bis zu Windstärke 12 wütete der Sturm vor allem in Norddeutschland und kostete mindestens sieben Menschen das Leben.

Die Berliner Feuerwehr rief den Ausnahmezustand aus, ihre Hamburger Kollegen forderten die Bevölkerung zeitweise auf, wegen des Sturms nicht vor die Tür zu gehen.

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"Xavier" beeinträchtigte vor allem den Zugverkehr erheblich: Die Deutsche Bahn stoppte ihre Züge in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns sowie auf den wichtigen Fernverkehrsstrecken Berlin-Hamburg und Berlin-Hannover.

Weil auch der öffentliche Verkehr in mehreren Großstädten komplett zum Erliegen kam, hatten tausende Menschen Probleme von der Arbeit, der Uni oder der Schule nach Hause zu kommen - der Chaostag in Tweets.

1. Ein verheerender Sturm

Insgesamt kamen bei "Xavier" mindestens sieben Menschen ums Leben.

Vier Tote gab es allein in Brandenburg. Ein 72 Jahre alter Mann wurde bei Hoppegarten von einem Baum erschlagen, als er Äste von einer Straße entfernen wollte. Nahe Gransee nördlich von Berlin fiel ein Ast in eine Windschutzscheibe und tötete einen Menschen.

Zudem wurde in derselben Region eine Frau in einem Auto von einem Baum erschlagen. Ein weiterer Mensch kam bei Müllrose in Ostbrandenburg ums Leben. In der Nähe von Schwerin wurde ein Lastwagenfahrer von einem umstürzenden Baum erschlagen, in Berlin starb eine Frau, als ein Baum auf ihr Auto stürzte.

Auch in Hamburg wurde eine 54-jährige Frau in einem Wagen getroffen und getötet. Das Opfer hatte als Beifahrerin darin gesessen. Der Tweet zeigt den Unglücksort.

2. Die Kraft des Sturmes

Wie stark der "Xavier" wehte, zeigt ein Unfall in Wilhelmshaven: Dort hob der Sturm einen rund 1000 Tonnen schweren Hafenkran aus den Angeln, so dass dieser ins Fahrwasser der Jade stürzte.

Orkanböen der Stärke 12 hatten den auf Schienen laufenden Kran am Mittag umgeblasen. Glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt.

Dennoch wurde der Kran völlig zerstört, der Gesamtschaden wird auf mehr als eine Million Euro geschätzt.

3. Verkehrschaos in Berlin

Vor allem in der Hauptstadt sorgte der Sturm für erhebliche Störungen. Eine zeitlang fuhren weder S-Bahnen, Straßenbahnen noch Busse. Am zuverlässigsten verkehrten noch die U-Bahnen, zumindest auf den unterirdisch verlaufenden Strecken.

Doch die U-Bahnen waren besonders am frühen Abend heillos überlastet, wie Bilder zeigen. Die Züge fuhren zwar teils im Minutentakt, sie waren dennoch zumindest im Stadtzentrum extrem überfüllt.

4. Entwurzelte Bäume überall

Die größte Gefahr für Menschen ging von umstürzenden Bäumen aus. Zugleich sorgten diese auch für Behinderungen im Bahnverkehr. In ganz Norddeutschland blockierten die Bäume Gleise oder zerstörten gleich die ganze Oberleitung.

Dennoch ließen sich viele Nutzer nicht die Laune vermiesen. So twitterte dieser Nutzer ein Selfie vor einer gesperrten Strecke - und kommentierte: "Ich nehm dann ma den Bus, wah?"

Ein anderer Nutzer ermahnte die Menschen: "Leute, parkt lieber nicht im Halteverbot. Mutter Natur versteht da keinen Spaß."

5. Selbst das Sondereinsatzkommando der Berliner Polizei packt mit an

In Berlin halfen Beamte des SEK bei der Räumung einer Straße.

6. Freund und Helfer bekommt Hilfe von Helfern

Im Berliner Stadtteil Wedding musste der Polizei allerdings selbst geholfen werden. Ein Baum krachte auf ein Einsatzfahrzeug, so dass die Feuerwehr das Auto "herausschneiden" musste, wie es die Polizei formuliert.

7. Ungewöhnliche Sturmschäden

In Niedersachsen wird am 15. Oktober der Landtag neu gewählt. Deswegen hängen dort nach wie vor Parteiplakate an den Bäumen. Das Problem: Wenn selbst die Bäume den heftigen Orkanböen nicht standhalten können, dann haben die Poster dem Sturm erst recht nichts entgegenzusetzen.

Selbst wenn SPD-Niedersachsen-Chef Stephan Weil mit "sturmfest und stark" zu werben versucht.

In Magdeburg wehte es hingegen ein Trampolin durch ein Wohnviertel.

8. Die Ruhe nach dem Sturm

Zumindest in Berlin war der Sturm am späten Abend schon wieder vorübergezogen - und der Himmel zeigte sich plötzlich von seiner schönsten Seite.

Zumindest Reisende dürften das Naturschauspiel allerdings weniger genoßen haben. Wie hier in Berlin aber auch in Hamburg strandeten Hunderte am den Bahnhöfen, die durch bereitgestellte Züge kurzerhand zu Hotels wurden. Die Gestrandeten bekämen Kaffee, Tee und Getränke, teilte die Bahn mit.

Mit Material der dpa.

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(ll)

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