Heidi Klum fordert Mädchen auf, Fotos zu posten - dann zeigen ihr Hunderte, was sie davon halten

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HEIDI KLUM
Heidi Klum hat junge Frauenb dazu aufgerufen, sich für die neue Staffel von "GNTM" zu bewerben. | Mario Anzuoni / Reuters
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  • Heidi Klum hat vor einigen Wochen ein neues Casting für "Germany's Next Topmodel" ausgerufen
  • Auf Instagram können sich junge Frauen mit Bildern und Videos für die kommende Staffel bewerben
  • Jetzt haben Aktivistinnen auf Instagram zum "GNTM"-Gegenprotest aufgerufen

Vor einigen Wochen hat Heidi Klum auf Instagram zum Casting für die neue Staffel "Germanys Next Topmodel"("GNTM") aufgerufen. In einem Video ermutigt sie junge Frauen: "Schickt mir eure Videos und auch Fotos - ich freue mich auf eure Bewerbungen."

Unter dem Hashtag #ichbingntm2018 können sich junge Frauen seitdem für die Castingshow in Stellung bringen. Wenn ihr Bild ausgewählt wird, bekommt das Mädchen ein Casting-Ticket für die kommende Staffel im Februar 2018.

Protestaktion unter "GNTM"-Hashtag

Inzwischen gibt es unter Klums Hashtag schon über 4500 Beiträge. Doch nicht jeder davon ist eine Bewerbung. Denn: Viele junge Frauen sind nicht sehr begeistert, dass das Casting-Format in die nächste Runde geht.

Eine Gruppe von feministischen Aktivistinnen aus Mönchengladbach hat zu einer Gegenaktion aufgerufen. Auf Instagram agieren sie unter dem Namen Vulvarines.

"GNTM" vertrete utopische Schönheitsideale und setze Menschen jeglichen Geschlechts unter Druck, kritisieren sie dort.

Anti-Hashtag gegen Heidi Klum und "GNTM"

Aus Protest haben die Vulvarines einen Anti-Hashtag kreiert. Unter #notheidisgirl veröffentlichen sie und andere Frauen Bilder von sich, mit denen sie erklären, warum sie "nicht Heidis Mädchen sein wollen und das Format 'GNTM' ablehnen".

Diese Bilder tauchen auch unter Klums Hashtag auf. Denn der Plan der Aktivistinnen ist: Jeder, der sich auf die Suche nach den Bewerberinnen macht, wird den Protest der jungen Frauen ebenfalls sehen.

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So sieht man die Instagram-Nutzerinnen beispielsweise mit einem Stück Pizza in der Hand oder Feuchtigkeitsmasken im Gesicht - ganz normal eben.

Die jungen Frauen - und inzwischen auch einige Männer - halten Schilder mit Begründungen, warum sie "GNTM" nicht unterstützen wollen. Ernährung, Bodyshaming und das falsche Schönheitsideal sind die meist genannten Gründe.

Sogar eine Studie weißt auf Gefahrenpotential hin

Das Casting-Format steht bereits seit langem in der Kritik. Gegner werfen Heidi Klum und dem Sender ProSieben vor, mit "GNTM" ein ungesundes Schönheitsideal zu vermitteln.

Im Jahr 2015 veröffentlichte das Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) dazu sogar eine erschreckende Studie. Das Fazit: "Die Sendung 'Germany's Next Topmodel' kann Essstörungen verstärken."

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Fast ein Drittel der Befragten mit Essstörung gab an, dass die Sendung einen "sehr starken Einfluss" auf ihre Krankheit gehabt habe.

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(lk)

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