CSU-Politiker Gauweiler ätzt gegen Parteichef Seehofer: "Horst, es ist Zeit"

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CSU-Politiker Gauweiler ätzt gegen Parteichef Seehofer: "Horst, es ist Zeit" | dpa
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  • Der Thron von CSU-Chef Horst Seehofer wackelt
  • Nun fordert auch Peter Gauweiler einen Personalwechsel an der Parteispitze - und macht der CSU schwere Vorwürfe

Es wird zunehmend ungemütlich für CSU-Chef Horst Seehofer. Während das Wetter draußen immer mehr abkühlt, heizt sich die Stimmung in seiner Partei weiter auf.

Nach etlichen CSU-Lokalgrößen und dem unterfränkischen Bundestagsabgeordneten Alexander Hoffmann hat nun der gestandene CSU-Politiker Peter Gauweiler die Personaldebatte bei den Christsozialen abermals angefacht.

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"Horst, es ist Zeit"

Er forderte seine Partei dazu auf, vor dem Eintritt in Koalitionsverhandlungen erst die Führungsfrage zu klären.

Die Partei müsse jetzt entscheiden, ob sie weiter von Horst Seehofer oder von Markus Söder geführt werden soll, sagte Gauweiler der "Süddeutschen Zeitung".

Koalitionsverhandlungen seien nicht dazu da, das Ende eines Parteichefs hinauszuschieben. Es gebe von Rilke das schöne Gedicht über den Herbst, in dem es heißt: "Herr, es ist Zeit, der Sommer war sehr groß". Das gelte jetzt für die CSU: "Horst, es ist Zeit."

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CSU verschleppt Nachfolgedebatte

Die CSU war bei der Bundestagswahl auf 38,8 Prozent abgestürzt, mehr als zehn Prozentpunkte weniger als 2013. Über mögliche personelle Konsequenzen soll aber nach bisheriger Planung erst auf dem Parteitag im November entschieden werden.

Gauweiler hält das für zu spät: "Die CSU schleppt ihre Nachfolgedebatte jetzt schon seit langem mit sich rum. Das muss jetzt geklärt werden", sagte er und verwies auf die Möglichkeit einer Mitgliederbefragung.

Gauweiler nannte das schlechte Wahlergebnis auch selbstverschuldet. Die CSU habe den Wählern zu viel Unklarheit zugemutet. "Man kann nicht zugleich Hü und Hott sagen. Ein CSU-Vorsitzender kann nicht die Merkel'sche Politik verurteilen, wenn seine eigene CSU-Landesgruppe im Bundestag diese Politik faktisch in allem mitträgt."

Die CSU komme ihm derzeit vor wie "jemand, der vor einem Zug steht und warnt: 'Der fährt in die falsche Richtung!' - und sich dann dort in den Speisewagen setzt".

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(ll)

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