Ein Mann unterbricht eine Rede der britischen Premierministerin May und überreicht ihr einen Zettel - der Inhalt ist ein Affront

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  • Ein britischer Comedian hat sich auf den Parteitag der Tories eingeschleust
  • Während Premierministerin May spricht, überreicht Simon Brodkin ihr ein Kündigungsschreiben
  • Die Aktion wirft Fragen über die Sicherheitsvorkehrungen auf

Über ihre Politik lässt sich streiten, aber eins muss man der britischen Premierministerin Theresa May lassen: sie lässt sich so schnell von nichts aus der Ruhe bringen.

Sie war gerade dabei ihre Abschlussrede auf dem Parteitag der Konservativen zu halten, als sie von Comedian Simon Brodkin unterbrochen wurde.

“Das soll ich Ihnen von Boris geben”, sagte der Aktionskünstler und überreichte der Tory-Vorsitzenden ein sogenanntes P45 Formular – das Standard-Kündigungsschreiben in Großbritannien.

Dann drehte sich der Comedian zu Außenminister Boris Johnson um und signalisierte ihm: “Es ist erledigt!”

"Keine standfeste Führungskraft"

Brodkin spielte mit seiner Aktion auf den andauernden Zwist in der Parteispitze an.

Johnson hatte der Premierministerin in den vergangenen Wochen immer wieder in ihre Politik gegrätscht, etwa indem er einen härteren Brexit-Kurs forderte, als ihn May vorsieht.

Sein Gastbeitrag in der konservativen Tageszeitung "The Telegraph" wurde als Angriff auf die Regierungschefin gewertet - und als Bewerbungsschreiben um das Amts des Premierministers.

In Bezug darauf ist das Kündigungsschreiben, das Brodkin May auf dem Parteitag überreichte, in Johnsons Namen unterschrieben.

Als Grund für die symbolische Kündigung der Premierministerin hält das Formular fest, May sei weder eine “starke, noch eine standfeste” Führungskraft.

Brodkin ist ein international bekannter Scherzkeks, der sich immer wieder auf exklusive Veranstaltungen schleicht. Unter anderem hat er sich bei einer Live-Sendung der britischen Castingshow “The X-Factor” in den Auftritt einer Gesangsgruppe geschmuggelt.

In Deutschland dürfte er jedoch vor allem durch eine dreiste Aktion bei einer Fifa-Pressekonferenz im Jahr 2015 bekannt sein. Dort ließ über den korrupten Ex-Präsidenten Sepp Blatter Geldscheine regnen.

Wie schon bei seinen vorherigen Aktionen, wirft die "Kündigung der Premierministerin" Fragen bezüglich der Sicherheitsvorkehrungen auf. Wie ist es möglich, dass der Comedian ungehindert bis zur Regierungschefin vordringen konnte? Wie konnte er überhaupt auf die Veranstaltung gelangen, die eigentlich nur für Parteimitglieder zugängig ist?

May nimmt es mit Humor

Falls May über den Vorfall erschrocken war, liess sie es sich jedoch nichts anmerken. Sie nahm das Schreiben kommentarlos entgegen und führte ihre Rede unbeirrt weiter fort. Zumindest zunächst.

Als sie jedoch bemerkte, um was für ein Schreiben es sich handelt, nutzte sie den Moment für einen Seitenhieb auf Chef der Labour-Partei: “Apropos Kündigungsschreiben, wissen Sie, wem ich gerne eins überreichen würde? Jeremy Corbyn!

Dieser Artikel erschien zuerst bei der britischen Ausgabe der HuffPost und wurde von Anna Rinderspacher übersetzt.

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(mf)

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