POLITIK
04/10/2017 06:40 CEST | Aktualisiert 04/10/2017 06:44 CEST

Trump besucht Puerto Rico - und verhöhnt mit seinen Äußerungen die Opfer von Wirbelsturm "Maria"

  • Ein Wirbelsturm hat das US-Außengebiet Puerto Rico schwer verwüstet, mindestens 34 Menschen sind gestorben

  • US-Präsident Trump besuchte die Insel am Dienstag - und spielte die Opferzahlen herunter

  • Im Video oben seht ihr Bilder von Trumps Besuch

Viele Bewohner in Puerto Rico stehen vor dem Nichts. Vor zwei Wochen hat Wirbelsturm "Maria" die Insel verwüstet, viele der über drei Millionen Einwohner sind noch immer ohne Strom, Wasser oder Essen.

US-Präsident Donald Trump besuchte Puerto Rico am Dienstag, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die Karibikinsel ist ein Teil der USA, ohne ein Bundesstaat zu sein. Ihre Einwohner fühlen sich daher oft als Bürger zweiter Klasse.

Trump dürfte es bei seinem Besuch im Katastrophengebiet geschafft haben, mit seinen Aussagen dieses Gefühl aufleben zu lassen.

Denn der US-Präsident relativierte in einem Gespräch mit Behördenvertretern die Auswirkungen des Wirbelsturms.

Im Gegensatz zu einer "echten Katastrophe"

Die Bewohner sollten stolz sein, sagte Trump, dass nur 16, nicht hunderte Menschen ihr Leben gelassen hätten, wie bei einer “echten Katastrophe” wie Wirbelsturm Katrina 2005. Damals waren in New Orleans und Umgebung 1800 Menschen gestorben.

Kurz nach Trumps Abflug teilte Gouverneur Ricardo Rosselló allerdings mit, dass die Zahl der Todesopfer auf mindestens 34 gestiegen sei.

Die Opferzahlen dürften noch weiter steigen, die Behörden erhalten nur langsam Informationen aus abgelegenen Orten. Gouverneur Rollelló rechnet außerdem mit Schäden in Höhe von 90 Milliarden Dollar.

Auch darüber äußerte sich Trump - und hielt den Puerto Ricanern die hohen Kosten für Rettungseinsätze und Aufräumarbeiten vor. “Puerto Rico, es tut mir leid euch das sagen zu müssen, aber ihr habt unser Budget ein bisschen durcheinandergebracht”, sagte der US-Präsident.

Kleinkrieg gegen die Bürgermeisterin

Trump stand bereits zuvor in der Kritik. Er hatte die Bürgermeisterin von Puerto Ricos Hauptstadt, San Juan, attackiert. Sie würde schlechte Führungsqualitäten zeigen, schimpfte der Präsident auf Twitter.

Auch auf die Bewohner der Karibikinsel drosch Trump ein und beschwerte sich: "Sie wollen, dass man alles für sie macht."

Ein Sturm der Entrüstung über so wenig Mitgefühl für Opfer einer Naturkatastrophe war die Folge.

Trump wirft Papierrollen in die Menge

Mittlerweile sind auf Puerto Rico viele Hilfsgüter eingetroffen. Trump selbst half am Dienstag mit, Papierrollen zu verteilen. Er lobte die Arbeit der Helfer, der Behörden und des Militärs - und seiner eigenen Regierung.

Bleiben aber werden seine Äußerungen über die Opferzahlen des Sturms, die wie Hohn in den Ohren der Puero Ricaner klingen müssen.

Mit Material der dpa.

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