POLITIK
04/10/2017 17:14 CEST | Aktualisiert 04/10/2017 18:19 CEST

Dieser Satz einer jungen Muslima zeigt eine Wahrheit, die Islamgegner nicht gerne hören werden

monkeybusinessimages via Getty Images
Gruppe britischer Muslime in einem Café, Getty Images

  • Über die Rolle der Frau im Islam gibt es unzählige Vorurteile

  • Demnach würden Frauen nicht arbeiten und müssen alleine den Haushalt für ihre Männer schmeißen

  • Der Tweet einer 20-jährigen Muslima zeigt jedoch auf phänomenale Art und Weise, warum diese Vorurteile längst überholt sind

Muslimische Frauen haben zuhause zu bleiben, müssen den Haushalt schmeißen und dürfen nicht studieren. Diese Vorurteile kommen vielen Menschen in den Sinn, wenn sie an die Rolle der Frau im Islam denken.

Dass diese Ansicht jedoch längst überholt ist, zeigt der Tweet von Gülbahar C., einer 20-jährigen Studentin aus London.

"Was sind eure größten Ängste in einer Ehe?"

Die Twitter-Nutzerin @Miiss_Liimzaay stellte ihren Followern die Frage, was deren größte Angst in der Ehe sei. Auf diesen Tweet reagierte Gülbahar mit einer Antwort, die tausende Menschen begeisterte: “Nach Hause zu kommen und zu sehen, dass mein Mann noch nicht Abendessen gekocht hat", schrieb sie.

Der Tweet verbreitete sich schnell in den sozialen Netzwerken und wurde auf Twitter über 27.000 Mal geteilt. Mit ihrer Aussage hat es Gülbahar geschafft, auf humorvolle Vorurteilen zu begegnen, mit denen besonders muslimische Frauen oft zu kämpfen haben.

“Muslimische Frauen sollten Geschlechterrollen klarstellen, da unser Prophet Muhammad nicht an diese glaubte", sagte die 20-Jährige dem Online-Medium “Stepfeed”. "Er kümmerte sich um sich selbst und fiel keiner seiner Frauen zur Last."

Mehr zum Thema: Muslime sind die echten Feministen

Zu der provokanten Aussage entschloss sie sich, nachdem sie die Antworten anderer Twitter-Nutzer gelesen hatte. Viele schrieben, dass sie sich am meisten vor Untreue, Unterdrückung oder dem Alleinsein fürchteten.

"Am Ende ist die Ehe eine Partnerschaft und Uneinigkeiten bei der Verteilung der Hausarbeiten führen meist zu einer Belastung der Frauen unserer Gesellschaft", sagte sie "Stepfeed".

Viele Twitter-Nutzer unterstützen Gülbahar in ihrer Aussage.

“Du machst mich so glücklich. Weiter so, Süße", schreibt eine Userin.

Doch es haben sich auch Nutzer zu Wort gemeldet, die mit Gülbahars Tweet so gar nicht übereinstimmen können.

"Meine größte Angst wäre esm daheim zu sein und auf eine Frau warten zu müssen, die von mir erwartet für sie zu kochen”, schreibt ein User.

Darauf kontert Gülbahar: "Deine größte Angst sollten deine Geheimratsecken sein und jetzt erwähne meinen Namen nicht mehr.“

Ein weiterer Nutzer schreibt: “Wenn du gerne isst, solltest du auch gerne kochen.“

Ihre Antwort: “Wer hat gesagt, dass ich nicht kochen kann?“

Gülbahar zeigt: Vorurteile gegen muslimischen Frauen nichts mit der Realität zu tun haben. Ihr Tweet ist ein großartiges Beispiel dafür, wie ein selbstbestimmtes Leben als Muslima mit Kopftuch aussehen kann.

2017-09-04-1504512891-8209760-CopyofHuffPost.png Young Urban Muslims - das Sprachrohr für alle jungen Muslime, die keine Lust haben, dass immer nur über sie geredet wird.

(lk)

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