Menschen, die sich zu wenig bewegen, bekommen häufiger Alzheimer

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Mangelnde Bewegung steigert das Risiko, an Alzheimer zu erkranken.

  • Das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, ist vor allem genetisch und altersbedingt

  • Eine Studie fand heraus, dass zudem Bewegungsmangel ein Risikofaktor ist

  • Regelmäßiger Sport ist also eine Präventionsstrategie gegen Alzheimer

Alzheimer ist eine immer noch unheilbare Krankheit und führt zu einem zunehmenden Verlust von Hirnfunktionen und geistigen Fähigkeiten.

Wer an der fortschreitenden Gehirnerkrankung leidet, verliert zuerst das Kurzzeitgedächtnis und die Orientierung. Langfristig entfallen immer mehr Erinnerungen, die Kranken verlernen die Sprache und das Gehvermögen und sind schließlich vollkommen auf die Hilfe anderer angewiesen.

In Deutschland leiden schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen an der Alzheimer-Krankheit.

Eine Ursache für die Gehirnkrankheit haben die Forscher noch nicht gefunden. Jedoch konnten Wissenschaftler schon Risikofaktoren identifizieren, die eine Erkrankung begünstigen. Dazu gehören vor allem das Alter und die genetische Disposition.

Mangel an Bewegung erhöht das Krankheitsrisiko, an Alzheimer zu erkranken

Eine Studie der kanadischen McMaster University legt aber nahe, dass es noch einen weiteren großen Risikofaktor gibt: mangelnde Bewegung.

Die Forscher untersuchten über fünf Jahre hinweg 1600 Kanadier und fanden heraus, dass die Teilnehmer, die sich nicht bewegten, ein ähnlich hohes Risiko hatten, später an Alzheimer zu erkranken, wie die Teilnehmer, die genetisch bedingt ein höheres Alzheimer-Risiko hatten.

Die Ergebnisse der Studie sollen zeigen, dass unser Lebensstil durchaus Einfluss darauf haben kann, ob wir an Alzheimer erkranken oder nicht. Eine wichtige Nachricht, denn Bewegungsmangel ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet.

"Bewegungsmangel kann die positiven Effekte von gesunden Genen komplett negieren", sagte Jennifer Heisz, Mitautorin der Studie. "Da die meisten Menschen kein genetisches Risiko für Alzheimer haben, wäre regelmäßiger Sport eine effektive Präventionsstrategie", sagte sie.

Ein aktiver Lebensstil mindert das Risiko von Alzheimer

Auch eine Studie der Universität Heidelberg legt nahe, dass neben Alter und Genetik unser Lebensstil bei der Erkrankung eine Rolle spielt.

Die Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen Cholesterinspiegel und kognitiven Einschränkungen im Alter bei Menschen mit genetischem Risikofaktor.

Sie kamen zu dem Schluss, dass eine Senkung des Cholesterinspiegels das Risiko mindert, an Alzheimer zu erkranken. Und bei der Senkung des Cholesterinspiegels spielt regelmäßige Bewegung eine wichtige Rolle.

"Ein aktiver Lebensstil hilft dem Gehirn, effektiver zu arbeiten. Wir wissen aber nicht genau, was dabei das Risiko mindert, an Demenz zu erkranken", gibt Barbara Fenesi, Leiterin der Studie zu. Sie hofft, durch weitere Forschungen herauszufinden, wie mangelnde Bewegung und Alzheimer zusammenhängen.

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(lk)