US-Forscher haben am Mars-Äquator Wasser entdeckt - das dürfte dort eigentlich nicht existieren

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  • US-Forscher haben alte Mars-Aufnahmen noch einmal neu analysiert
  • Dabei haben sie möglicherweise Spuren von Wasser entdeckt
  • Und das in einer Region, wo es eigentlich nicht existieren sollte

Es ist eine Entdeckung, die die Raumfahrt verändern könnte. Als Forscher alte Fotos aus dem Archiv der US-Weltraumbehörde Nasa sichteten, fanden sie Eis am Äquator des Mars' - in einer Region, in der es gar kein Wasser geben sollte.

Bisher nahm die Mars-Forschung an, dass Wasser auf dem Roten Planet bei niedrigen Breitengraden thermodynamisch nicht stabil sei. Nun glaubt aber ein Team um US-Forscher Jack Wilson von der John Hopkins University, dass diese Annahme falsch sein könnte.

Bewahrheitet sich die These tatsächlich, würde das alle künftigen Mars-Missionen grundlegend verändern.

Gänzlich neuer Blick auf die Oberfläche

mars

Die nun neu interpretierten Bilder wurden von der Nasa-Raumsonde Mars Odyssey zwischen 2002 und 2009 aufgenommen. Odyssey umkreist bereits seit 2001 den Mars und ist damit die längste Orbiter-Mission der Nasa am Roten Planeten.

Die Fotos wurden nun allerdings tiefgründig bearbeitet. So schaffte es Willsons Team Verwacklungen zu reduzierungen und Bildrauschen zu entfernen. Somit konnte die räumliche Auflösung von 320 Meilen (515 Kilometer) auf 180 Meilen (290 Kilometer) vergrößert werden. Damit wurde eine genauere Betrachtung möglich.

"Es war, als hätten wir die Flughöhe des Raumfahrzeugs halbiert", erklärte Wilson. "Das ermöglichte uns einen viel besseren Blick auf das, was auf der Oberfläche passiert."

Das Ergebnis: Die Wissenschaftler konnten eine "signifikante Hydratation" in der Nähe des Äquators sehen. Diese erstreckte sich zwischen dem nördlichen Tiefland und dem südlichen Hochland entlang der Medusae Fossae Formation.

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Geheimnisvolle Enthüllung

Schon vorher wusste man, dass ungewöhnlich viel Wasserstoff in hohen Breitengeraden, also in der Nähe der Pole, ein Zeichen von begrabenem Eis war - obwohl Odyssey selbst nicht direkt Wasser erkennen kann.

Die Enthüllung ist so geheimnisvoll, da zwar seit 2008 bekannt war, dass Wasserstoff in hohen Schichten der Marsatmosphäre existiert. Allerdings nahm man an, dass dies in der Nähe der Oberfläche unmöglich war.

Tatsächlich fragt sich Wilsons Team, wie das Wasser dort gespeichert werden konnte. Die Forscher glauben, dass es dort nur von einer Eis- und Staubmischung gehalten wird, nachdem es durch die Atmosphäre der Polargebiete sickerte.

Das Problem dieser Theorie: Unter diesen Bedingungen dauert der Vorgang Hunderttausend Millionen Jahre - und jedes angesammelte Eis sollte in dieser Zeit längst verschwunden sein.

"Vielleicht kann die festgestellte Signatur mit umfangreichen Ablagerungen von hydratisierten Salzen erklärt werden. Aber wie diese hydratisierten Salze in die Formation kamen, ist auch schwer zu erklären", sagt Wilson.

Wasser müsste nicht von der Erde zum Mars transportiert werden

Unabhängig davon, wie die geheimnisvollen Spuren dort hinkamen, könnte die tatsächliche Anwesenheit von Eis auf dem Mars alle künftigen Mars-Missionen schlagartig revolutionieren.

Denn eine erreichbare Wasserversorgung in der Nähe des Äquators würde bedeuten, dass bemannte Mars-Missionen weit schlanker gebaut werden könnten. Es müsste weniger Wasserstoff mit Raketen zum Roten Planeten transportiert werden.

Stattdessen könnten die Astronauten auf die natürlichen Ressourcen des Mars zurückgreifen, sei es für die Wasserversorgung oder als Rohstoff für die Herstellung von Brennstoffen auf Wasserstoffbasis.

Es wäre ein riesiger Sprung bei der Besiedlung des Mars'. Dennoch bleibt der Weg zu einer solchen Zukunft noch lang.

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Dieser Artikel erschien zuerst bei der HuffPost UK und wurde von Marco Fieber übersetzt.

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(jg)

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