Bei "Anne Will" packt Söder Grünen-Politiker Habeck am Arm - der zeigt deutlich, was er davon hält

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
  • CSU-Politiker Markus Söder ist bei "Anne Will" mit seinem Kollegen von den Grünen, Robert Habeck, aneinander geraten
  • Er versuchte Habeck mit einer Geste zu beschwichtigen - gelungen ist ihm das nicht
  • Die Szene aus der Sendung seht ihr oben im Video

Die zwei waren sich selten einig, dabei müssten auch sie Kompromisse erzielen, soll es mit Jamaika klappen: CSU-Mann Markus Söder und Grünen-Politiker Robert Habeck.

Beide saßen bei "Anne Will" am Sonntagabend nebeneinander - und stritten sich immer wieder. Das kontroverseste Thema waren zur Mitte der Sendung Abschiebungen von straffälligen Flüchtlingen.

"Ich finde es echt absurd, wenn es nicht gelingt, rechtskräftig abgelehnte Asylbewerber abzuschieben", schimpfte Söder.

Nach diesem Satz wurde es laut, Grünen-Politiker Habeck warf ein: "Herr Söder, das haben Sie doch jetzt schon im Wahlkampf gesagt." Die Gäste redeten durcheinander, die einzelnen Aussagen waren teilweise nicht auszumachen.

"Gucken Sie doch mal nach vorne", forderte Habeck von Söder. "Das tue ich doch", antwortete der bayerische Finanzminister. Söder versuchte Habeck mit einer Geste zu beruhigen: Er legte seine Hand auf den Arm des Politikers.

"Wollen Sie, dass die Menschen da bleiben?", fragte Söder, gemeint waren straffällig gewordene Asylbewerber. Habeck versuchte, die Hand des Kollegen von seinem Arm zu streifen. Auf seinem Gesicht stand deutlich geschrieben, was er von dieser Annäherung hielt.

Prantl platzt der Kragen

An dieser Stelle platzte auch dem Journalisten Heribert Prantl von der "Süddeutschen Zeitung" der Kragen. "Lieber Herr Söder", polterte Prantl, "es gibt einfach Abschiebungen, die setzt der Rechtsstaat fest - und nicht Sie oder die CSU oder der Seehofer. Zum Teufel nochmal."

Die Abschiebehindernisse lege das Gesetz fest. "Und wie Sie in Bayern nach Afghanistan abschieben lassen, ist eine Sauerei", rief Prantl, sichtlich aufgeregt und wütend.

Die Sammelabschiebungen in das vom Bürgerkrieg geschüttelte Land sind umstritten. Die Bundesregierung begründete die Flüge mit abgelehnten Asylbewerbern mit der Feststellung, dass nicht alle Regionen von Kämpfen betroffen seien.

Söder widersprach Prantl - und beschwerte sich. "Was ist das für ein Ton", schimpfte er. Dann versuchte Prantl, das Gespräch wieder auf den Rechtspopulismus zu bringen. Thema der ARD-Sendung war eigentlich "Nach der Protestwahl - Wäre Jamaika die richtige Antwort?"

Mehr zum Thema: "Anne Will": Grünen-Politiker Habeck erklärt, warum Jamaika die falsche Antwort auf die Wahl sein könnte

Söder kennt nur ein Thema

Nur: Söder brachte die Flüchtlingspolitik beinahe bei jedem seiner Redebeiträge ins Gespräch ein. So sehr, dass manche Zuschauer genervt davon waren. "Ein Söder braucht 12 Sekunden, um zum Thema Zuwanderung zu kommen - egal was die Frage ist", twitterte "taz"-Journalistin Jagoda Marinic.

Was das Thema Jamaika anging, war Söder einsilbiger. Auf die Frage von Moderatorin Will, was die Vorteile des Bündnisses wären, reichte Söder ein Geräusch als Antwort: "Puh."

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(ujo)

Korrektur anregen