So habe ich das erfolgreichste Elektroauto der Welt gestaltet

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Einer der wichtigsten Autodesigner weltweit spricht über die Zukunft des elektrischen Fahrens

Einige der herausragendsten und berühmtesten Auto-Designs stammen von Satoru Tai, Chef-Designer bei Nissan. Ob es der wilde MICRA ist, der futuristische QASHQAI, der ikonische CUBE oder Nissans weltweit erfolgreiches Elektroauto, der Nissan LEAF – die DNA von Saturo Tais Ideen scheint immer durch.

Die Entwürfe sind das Ergebnis seiner Leidenschaft fürs Fahren, von genauesten Kenntnissen der Autoproduktion und von einem Gefühl für die Wandlung der Rolle des Autos im 21. Jahrhundert. Das Ergebnis sind Designs, die gleichzeitig klassisch, experimentell und pragmatisch sind. Dadurch ist er einer der berühmtesten Autodesigner weltweit geworden.

satorutai

Wir haben Saturo Tai getroffen, um über eine der wichtigsten Neugestaltungen in der Nissan-Geschichte zu sprechen: die Reinkarnation des Nissan LEAF, sieben Jahre nach der Einführung des Modells.

In dieser Zeit hat sich der LEAF zum erfolgreichsten E-Auto weltweit gemausert – gewissermaßen zum Volks-Elektro-Wagen. Saturo Tai hat das neue Design erdacht. Der neue Nissan LEAF war für ihn die Gelegenheit, die Regeln noch einmal ganz neu zu schreiben. „Beim Design ist das Auto wesentlich freier, mit einem innovativeren, anspruchsvolleren Styling“, sagt er.

Satoru Tai wollte praktisch sein ganzes Leben lang Autodesigner sein. Kann er sich noch an den Moment erinnern, an dem ihm klar war, dass der Beruf seine Karriere sein würde? „Nein, nicht genau“, sagt er. „Aber ich liebe Autos seit meiner Kindheit und dachte, ‚irgendjemand, irgendwo gestaltet diese Dinger, also warum nicht ich?‘“

Als er die Universität abschloss, setzte er alles daran, Autodesigner zu werden. Er ging zu Nissan und begann seine Arbeit als Gestalter für den Autoinnenraum, dann für das Äußere. Über eine Ausbildung kam er auf eine Position, auf der er komplette Design-Projekte leitete. Erstmals konnte er der Marke Nissan seinen Stempel aufdrücken.

„Ich bin etwa 35 Jahre dort. Das ist eine lange, lange Geschichte. Damals war ich ein echter Autotyp. Ich habe Sportwagen gekauft, sie umgebaut und bin sie sehr schnell gefahren.“

Seine Rennleidenschaft schlägt sich in beeindruckenden Designs nieder wie dem Z32 Fairlady Z und dem R35 GT-R. Außerdem ist sie deutlich sichtbar im neuen Nissan LEAF, das wesentlich muskulöser daherkommt als sein Vorgänger.

„Auf den Original-Nissan-LEAF passten am besten die Worte ‚stylish‘ und ‚modern‘. Jetzt sind es ‚geschmeidig‘ und ‚ruhig aber dynamisch‘. Ich finde, das Auto ist ausgeglichener. Wir haben viel an der Aerodynamik gearbeitet, aber auch eine Harmonie zwischen den einzelnen Elementen erreicht“, schwärmt er.

Dazu kommen Details, die das Auto als Elektrofahrzeug kennzeichnen. Saturo Tai zeigt auf den blauen Kühlergrill. „Das ist ein Symbol für das Auto als Ganzes“, sagt er. „Ein Elektroauto benötigt keinen großen Mund, um Luft einzuatmen. Darum ist der Grill ein Wahrzeichen, sowohl für Nissan als auch für das Elektroauto.“

leaf

Im Bereich der E-Autos hat der Nissan LEAF 2010 alles verändert. Doch innerhalb von sieben Jahren kann viel passieren. Das Modell hat zwischenzeitlich viel Konkurrenz bekommen. „Das wirkt sich auf unsere eigene Marke aus“, sagt Saturo Tai. „Das Styling eines unserer Mitbewerber ist zum Beispiel sehr aggressiv, sehr futuristisch. Bei einem anderen ist die Form dagegen sehr vertraut. Der Nissan LEAF hat ein sehr fortschrittliches Design aber ist zugleich demokratischer.“

„Gerade geschehen große Veränderungen. Viele Unternehmen experimentieren mit Elektroautos“, sagt der Designer. „Natürlich haben wir mit dem neuen Nissan LEAF Verbesserungen an Teilen wie der Batterie vorgenommen. Aber sowohl bei dem Vorgängermodell als auch bei diesem haben wir an die Zukunft gedacht – an automatisches Fahren, künstliche Intelligenz, all solche Dinge. Wir arbeiten in einer sehr spannenden Zeit, alles kann sich in viele verschiedene Richtungen entwickeln.“

Für Designer sind E-Autos neue Herausforderungen – und Möglichkeiten. „Wir können die Batterie praktisch überall platzieren und der Elektromotor ist so klein, dass wir das Fundament des Autos ganz anders planen können. In Zukunft allerdings werden die größten Änderungen durch das Zusammenwachsen der E-Auto-Technologie und dem autonomen Fahren diktiert.

„Ich bin mir sehr sicher, dass das Fahrzeuginterieur künftig immer wichtiger wird“, sagt Saturo Tai. „Fernseher zum Beispiel waren mal große Kisten, aber jetzt werde sie dünner und dünner. Dasselbe wird mit Elektroautos passieren. Bisher haben wir den Platz für viele mechanische Komponenten gebraucht, aber bald werden wir die Größe des Autos maximieren können.“

Wenn das Auto selbst fahren kann, geht es im Inneren mehr um das Raumerlebnis. Das Auto wird zu einem weiteren Raum der Wohnung, ein weiterer Ort zum Arbeiten oder Spielen. Saturo Tai vergleicht es mit einem Konzert. „Es ist zwar schon länger her, aber ich erinnere mich an den Konzertfilm ‚The Wall‘ von Roger Waters. Ich war überwältigt von der Kombination aus Musik, Bühnenbild und Licht – dem ganzen Spektakel. Dieses Gesamterlebnis müsste man auf das Autokonzept übertragen können.

Zurück im Hier und Jetzt: Das neue Design des Nissan LEAF wird die Grenzen des Möglichen verschieben. Es wird subtil unsere Wahrnehmung von Elektroautos und ihrer Leistung verändern. Für Saturo Tai, den Mann, der beim Autodesign gerne an Rockkonzerte denkt, ist es ein echter Hit.

Electrify the World ist eine Initiative von Nissan. Als Pionier im Bereich Elektromobilität glaubt Nissan daran, dass unser jetziges Handeln zu einer nachhaltigeren Zukunft beiträgt.

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