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30/09/2017 12:49 CEST | Aktualisiert 30/09/2017 13:10 CEST

"Männer zerstören Sex-Puppe": Das steckt hinter dem Fall, über den ganz Österreich spricht

  • Ein Kunstfestival in Österreich hat den Sexroboter Samantha ausgestellt

  • Männer sollen sich so an der Puppe vergangen haben, dass sie kaputt ging

  • Das berichten Medien weltweit - doch die Geschichte stimmt nicht

Samantha hatte auf der Ars Electronica in Linz in Österreich keine einfache Zeit. Das jedenfalls lassen zahlreiche Artikel vermuten, die in den vergangenen Tagen in internationalen Medien erschienen. Dazu muss man wissen: Samantha ist ein Sexroboter. Und die Ars Electronica ist ein Festival für zeitgenößische Kunst.

"Die Leute bestiegen Samanthas Brüste, ihre Beine und Arme. Zwei Finger wurden gebrochen“, berichtet zum Beispiel das britische Boulevard-Portal "Metro". "Sie behandelten sie wie Barbaren.“

Für viele österreichische und auch internationale Medien ein Anlass, die Geschichte zu kopieren und weiterzuverbreiten.

Am Mittwoch titelte "Metro": Männer haben auf einer Technik-Messe eine 3000-Pfund-teure Puppe so schwer sexuell belästigt, dass sie kaputt und 'stark verschmutzt' ist."

sexroboter

Die Boulevardzeitung "New York Post" ließ sich die Meldung auch nicht entgehen. Die Amerikaner titelten: "Sexroboter auf Technikmesse stark 'von Barbaren' verschmutzt."

sexpuppe

Die österreichische "Kronen-Zeitung" schloss sich ebenfalls an. Ihr Titel für Samantha: "Linz: Sexroboter bei Auftritt 'schwer verschmutzt'."

samantha

Auch das österreichische Medium "Heute" berichtete. "Busen gequetscht: Linzer machen Sex-Puppe kaputt", schreibt das Blatt.

samantha

Auch in Deutschland ist die Meldung angekommen. Die "Bild"-Zeitung titelte am Freitagnachmittag: "Männer haben meine Sex-Puppe kaputt gemacht".

samantha

Die Verantwortlichen der Ars Electronica wissen nichts von der "Barbarei"

Allerdings gibt es ein Problem an der Geschichte: Die Story stimmt so gar nicht, wie die österreichische Zeitung "Der Standard" am Freitagvormittag aufgedeckt hat.

Alle Medien berufen sich auf Sergi Santos, den spanischen Erfinder von Samantha. Doch der soll die Unwahrheit behaupten. Zumindest lässt das ein Statement der Ars Electronica vermuten, lügen.

Die österreichische Zeitung "Der Standard" fragte beim Presseverantwortlichen der Ars Electronica nach. Die Antwort: Die Puppe war während der Gesamtdauer des Festivals in Linz und zeigte normale Abnutzungserscheinungen. Kaputt gemacht worden sei sie nicht.

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(ben)

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