Halbblinde 83-Jährige vergisst, Zitrone zu bezahlen - dann greift Edeka knallhart durch

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SUPERMARKT
Halbblinde 83-Jährige vergisst, Zitrone zu bezahlen - dann greift Edeka knallhart durch | iStock
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  • Eine 83-Jährige hat vergessen, eine Zitrone und eine Packung Zucker im Supermarkt zu bezahlen
  • Die Edeka-Filiale hat ein Hausverbot ausgesprochen
  • So rechtfertigt die Supermarktkette den Schritt

Seit mehr als acht Jahren geht eine 83-jährige Münchnerin in ein und denselben Supermarkt - eine Edeka-Filiale direkt bei ihrer Wohnung im Münchner Stadtteil Schwabing.

Doch seit Ende August darf sie dort nicht mehr einkaufen gehen, wie die Münchner Tageszeitung "tz" berichtet.

Die Frau hatte nämlich vergessen, eine Packung Zucker und eine Zitrone - im Gesamtwert von 1,65 Euro - an der Kasse zu bezahlen. Die beiden Produkte hätte sie in ihrem Korb einfach nicht gesehen. "Ich bin ja auch so gut wie blind", sagt die Frau gegenüber der "tz".

"Fürchterlich peinliches Missgeschick"

Sie trägt zudem ein Blindenabzeichen an ihrer Jacke, das gut sichtbar ist. Als sie den Laden verließ, stoppte sie sofort der Ladendetektiv.

"Das war wirklich nur ein fürchterlich peinliches Missgeschick", beschreibt die Frau die Situation. Dem Detektiv sei dies egal gewesen. "Diebstahl ist Diebstahl", soll er zu der Rentnerin gesagt haben. Auch der Filialleiter ließ keine Gnade walten: Er erteilte der Frau ein Hausverbot.

Supermarktkette unterscheidet nicht zwischen den einzelnen Diebstählen

Edeka äußerte sich gegenüber der "tz" zu dieser Entscheidung so:

"In diesem Fall war ein Detektiv im Einsatz, welcher den Straftatbestand erkannte und aufdeckte. In diesen Fällen, in denen ein Straftatbestand erfüllt ist, bewerten wir nicht unterschiedlich und sprechen grundsätzlich ein Hausverbot aus."

Das bedeutet, dass der Supermarkt nicht zwischen Diebstählen unterscheidet. Egal ob eine alte Dame aus Versehen eine Zitrone in der Tasche vergisst oder ein Kind mit Absicht eine Packung Kaugummis in der Tasche verschwinden lässt. Das ist allerdings nur gerecht. Woher sollte Edeka wissen, wer mit Absicht stiehlt und wer nicht?

"Der durch Diebstahl entstehende Schaden sei für die einzelnen Kaufleute erheblich", erklärt Edeka den radikalen Schritt gegen die 83-Jährige.

Sie wird sich wohl leider einen neuen Supermarkt in München-Schwabing suchen müssen. Auch wenn sie immer wieder beteuert: "Ich bin doch keine Diebin."

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(ben)

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