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30/09/2017 22:41 CEST | Aktualisiert 30/09/2017 22:50 CEST

Kanzlerin Merkel spricht über den Grund für den Erfolg der AfD - und widerspricht einem Vorurteil über die Partei

  • Angela Merkel hat in ihrer wöchentlichen Videobotschaft über den Erfolg der AfD gesprochen

  • Merkel widersprach dabei der Annahme, die Partei sei vor allem ein ostdeutsches Problem

  • Die kompletten Aussagen der Kanzlerin könnt ihr oben im Video sehen

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist sich sicher: Der Erfolg der AfD bei der Bundestagswahl ist auch eine Folge einer Verunsicherung vieler Menschen im Osten - jedoch auch im Westen.

Das sagte Merkel in ihrer am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Videobotschaft. "Ich glaube, es sind zum Teil Verlustängste, man hat sich sehr viel aufgebaut, man hat viele Umbrüche in der eigenen Biografie erlebt", sagte die Kanzlerin.

Aber das allein erkläre die Dinge auch nicht. Man müsse die Sorgen der Menschen ernst nehmen und ihre Probleme lösen, egal wo sie aufträten.

Es handele sich nicht nur um ein ostdeutsches Problem, sagte die Kanzlerin: "Wir sehen solche Sorgen vor der Globalisierung, vor der Anonymität, vor schlechterer Versorgung im Grunde auch in den alten Ländern. Und deshalb heißt es hier gesamtdeutsch dagegen vorzugehen."

Merkel gibt zu: Gleiche Lebensbedingungen zwischen West und Ost noch nicht erreicht

Man müsse Menschen durch die Lösung ihrer Probleme auch wieder zum Zuhören bringen.

"Das sehe ich nach dieser Bundestagswahl auch als meine sehr konkrete Aufgabe an“, sagte Merkel. Zugleich räumte sie ein, dass das Ziel gleicher Lebensbedingungen in Ost und West auch 27 Jahre nach der Wiedervereinigung noch nicht erreicht sei.

Als Beispiel führte sie die unterschiedliche Vermögenssituation von Menschen in den neuen und alten Bundesländern an. Auch die Steuerkraft der ostdeutschen Länder sei dramatisch niedriger. Das liege unter anderem daran, dass sich die Zentralen fast aller großen Unternehmen immer noch in den alten, westlichen Bundesländern befänden.

Die neuen Länder bräuchten deshalb im Bund-Länder-Finanzausgleich ab 2020 weiter Unterstützung. Aber auch im Westen gebe es strukturschwache Regionen: "Da werden wir für die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse ganz andere Lösungen finden müssen.“

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