Trumps Schickeria: Mehrere Minister des US-Präsidenten verprassen Steuergelder - auch für private Zwecke

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Trumps Schickeria: Wie die Minister des US-Präsidenten Steuergelder für private Zwecke verprassen | Getty
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  • Vier von Trumps Ministern stehen in der Kritik, weil sie teure (Privat-)Flüge auf Kosten der Steuerzahler gebucht haben
  • Der Skandal gibt Einblick in das Selbstverständnis der Trump-Regierung - und wirft seine Schatten voraus
  • Denn das nächste Projekt des Weißen Hauses ist eine Steuerreform, von der vor allem Reiche profitieren

Die Trump-Regierung ist die wahrscheinlich reichste Regierung in der gesamten Geschichte der USA. Zusammengenommen verfügen die Minister des US-Präsidenten über ein Vermögen von fast 14 Milliarden US-Dollar.

Und doch verschwenden einige von ihnen Steuergelder - zum Teil sogar für private Angelegenheiten. Bereits vier Minister des Trump-Kabinetts werden beschuldigt, für fünfstellige Summen Flüge auf Staatskosten gechartert zu haben.

Der Skandal zeigt nicht nur die an Korruption grenzende Arroganz der Trump-Regierung gegenüber dem US-amerikanischen Volk. Sondern auch, wie bloße Gier in den Vereinigten Staaten zur Politik erhoben wurde.

1. Fall: Steven Mnuchin, Vermögen im Wert von 500 Millionen US-Dollar

US-Finanzminister Steven Mnuchin hat als Investmentbanker bei Goldman Sachs und als Produzent in Hollywood gearbeitet. Der 54-Jährige ist absurd reich: Er besitzt ein Netto-Vermögen von 500 Millionen US-Dollar.

Das hinderte Mnuchin nicht daran, einen Jet der Air Force auf Kosten der Regierung anzufragen, der ihn und seine Frau für die private Hochzeitsreise durch Europa fliegen sollte - für 25.000 US-Dollar in der Stunde. mn

Nachdem er aufgeflogen war, zog Mnuchin die Anfrage zurück. Doch er geriet Ende August jedoch wieder in die Kritik, als seine Frau ein Bild postete, auf dem sie beim Aussteigen aus einem Flugzeug der US-Regierung zu sehen war. Louise Linton schrieb damals von einem "tollen Tagesausflug nach Kentucky".

Später stellte sich heraus, dass Mnuchin nach Kentucky geflogen war, um die zu diesem Zeitpunkt stattfindende Sonnenfinsternis zu beobachten. Vor wenigen Tagen folgte die nächste Enthüllung:, Mnuchin benutzte einen Privatjet auf Kosten der Steuerzahler, um von Washington DC nach New York zu fliegen.

Die Flugzeit: Eine Stunde. Die Kosten: 10.000 US-Dollar.

2. Fall: Tom Price, Vermögen im Wert von 13,6 Millionen US-Dollar

US-Gesundheitsminister Tom Price mag weniger reich sein, als sein Kollege Mnuchin - doch er ist nicht weniger skrupellos, wenn es darum geht, auf Kosten seiner Bürger bequem zu reisen.

Genau genommen ist Price sogar noch skrupelloser. Zwar hat er anders als Mnuchin keine Hochzeitswünsche bei den US-Behörden eingereicht, doch Price ist bereits 24 Mal mit einem Privatjet durch die USA geflogen. Das berichtete das Magazin "Politico" Mitte diesen Monats.

Price beteuert, seine Reisen wären immer mit seiner Tätigkeit als Minister in Verbindung gewesen. Allerdings nutzte er die privaten Flüge auch auf Strecken, die er ohne Einschränkungen auch über normale Flugverbindungen hätte buchen können.

Zudem legte "Politico" nach
: Price soll auch teure Auslandsreisen in Militärmaschinen getätigt haben. Die Kosten von Prices extravagantem Reisestil belaufen sich laut "Politico" insgesamt auf über 1 Million US-Dollar.

Am Freitag gab Price in Folge der Enthüllungen sein Amt auf.

3. Fall: Scott Pruitt, Vermögen im Wert von 1 Million US-Dollar

Scott Pruitt ist im Vergleich zu den vielen Multimillionären und Milliardären in Trumps Kabinett ein armer Schlucker. Auf maximal 1 Million Dollar wird sein Vermögen geschätzt.

Doch Bescheidenheit hat dies den Leiter der US-Umweltbehörde und Klimawandel-Leugner nicht gelehrt: Auch Pruitt hat in seiner Tätigkeit als Minister Privat- und Militärjets auf Kosten der Steuerzahler gebucht.

Insgesamt vier Mal flog Pruitt auf diese Weise im Juli und August quer durch die USA, wie der Sender ABC berichtete.

Die Rechnung für den Staat: 58.000 US-Dollar.

4. Fall: Ryan Zinke, Vermögen im Wert von 2,3 Millionen US-Dollar

Wie Scott Pruitt ist auch Ryan Zinke kein Superreicher trumpschen Ausmaßes. Doch wie Pruitt, Price und Mnuchin hat auch Zinke sich ein privates Flugzeug gebucht, um damit durch die USA zu fliegen.

Der Innenminister hat zusammen mit einigen seiner Mitarbeiter eine Charter-Maschine gemietet, die eigentlich einer Ölfirma gehört, wie "Politico" berichtet. Der Flug ging von Las Vegas nach Montana - und kostete die Steuerzahler 12.375 US-Dollar.

Auf seinen Skandal angesprochen, zeigte Zinke in einer Rede am Donnerstag wenig Einsicht. Manchmal seien private Charterflüge für Regierungsmitglieder eine Notwendigkeit. "Ich halte mich an das Gesetz", sagte Zinke. Und nannte die Vorwürfe gegen sich: "Ein bisschen Bullshit".

Trumps Millionäre und ihre Millionärsgesetze

Zinke reiht sich mit dieser Aussage ein in die abgehobenen Reaktionen von Trumps Millionärsministern auf die ihnen gegenüber gemachten Anschuldigungen.

Finanzminister Steven Mnuchin verteidigte seinen Urlaubstrip nach Kentucky etwa damit, dass er als abgebrühter New Yorker doch überhaupt kein Interesse an einer Sonnenfinsternis gehabt haben könne.

Umweltminister Scott Pruitt schob seine Reisen in Privatjets genauso wie Innenminister Ryan Zinke auf seinen stressigen Regierungsjob, der ihm keine andere Wahl gelassen habe, als viel Geld in die Hand zu nehmen, um seine Termine wahrzunehmen.

Und Gesundheitsminister Tom Price versprach bis zu seiner Amtsaufgabe bloß, die Kosten für seine teuren Flüge zurückzuerstatten - jedoch nur für seinen eigen Sitzplatz. Statt 300.000 wollte Price also nur 58.000 US-Dollar zahlen. Zu wenig, um ihm den Job zu retten.

Die Ausflüchte zeigen: Der Flugzeug-Skandal von Trumps Schickeria ist vor allem ein Skandal der Gier. Einer, der nur zu gut zum Chef dieser schmarotzenden Minister passen will.

Donald Trump verdient mit seiner Präsidentschaft Geld - und lässt sie sich gleichzeitig gut von seinen Bürgen bezahlen. Allein Trumps regelmäßige Trips in sein Wochenendhaus Mar-a-Lago sollen bereits über 23 Millionen US-Dollar gekostet haben.

Hinzu kommt, dass die vielleicht reichste US-Regierung aller Zeiten auch noch eine egoistische Politik verfolgt. Das lässt sich nicht nur an den immer wieder aufkommenden Bemühungen beobachten, arme Leute um ihre Gesundheitsversorgung zu bringen. Sondern vor allem auch an der Steuerreform, die Finanzminister Mnuchin den US-Amerikanern aufzwingen will.

Verkauft wird diese als entlastender Segen für die Mittelschicht der USA. Tatsächlich aber ist sie nur eines: Ein Steuergeschenk für Menschen, die so viel verdienen, dass sie in Privatjets herumfliegen können.

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