Bei "Maybrit Illner" macht sich FDP-Vize Kubicki fies über die SPD lustig

Veröffentlicht: Aktualisiert:
KUBICKI
FDP-Vize Kubicki nutzt die Chance, um gegen die SPD nachzutreten. | screenshot
Drucken
  • Eigentlich ging es am Donnerstag bei "Maybrit Illner" um Jamaika
  • Doch FDP-Vize Kubicki nutzt die Chance, um gegen die SPD nachzutreten
  • Und um etwas Kluges über die AfD zu sagen

Polittalkerin Maybrit Illner fragte am Donnerstag in ihrer Sendung: "Wenn vier sich streiten – mit Jamaika in die Zukunft?"

Gestritten haben sich dann aber nicht nur vier Gäste, sondern sechs: FDP-Vize Wolfgang Kubicki, Grünen-Parteichef Cem Özdemir, CSU-Spitzenkandidat Joachim Herrmann, SPD-Politikerin Gesine Schwan, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und die Politologin Andrea Römmele.

Und das Thema war zunächst auch nicht die Koalition.

"Schulz wird es auch in der Opposition nicht schaffen!“

Tatsächlich ging es in der Runde um die SPD. Und hier fiel vor allem FDP-Vize Wolfgang Kubicki mit markigen Worten auf.

"Schulz wird es auch in der Opposition nicht schaffen!“, war sich Kubicki sicher. Und er gab den Sozialdemokraten gleich einen Rat mit auf den Weg: Die SPD sollte "die Truppe komplett austauschen".

Denn die sei einfach nur unglaubwürdig. "Die SPD kann nicht erklären, warum sie 15 Jahre mitregiert hat, aber die Leute ärmer geworden sind."

Und dann wurde es fies. Für Kubicki ist die Absage der SPD an eine GroKo noch am Wahlabend einfach nur kindisch: "Die haben ihre Förmchen aus der Sandkiste genommen!"

Jetzt solle die SPD "ruhig weiter unter 20 Prozent gehen", legte er nach. Dann war es mit der Abrechnung zu Ende - und Kubicki wandte sich der AfD zu.

"Wir reden viel zu viel über die AfD. Die glauben selbst schon, sie seien bedeutend", sagte er.

Aber an dem Punkt war Kubicki noch nicht fertig: "12,6 Prozent, das ist ein Stein im Schuh der Demokratie, aber doch keine Demokratiekrise."

"Deutschland soll alles bezahlen"

Am Ende ging es dann tatsächlich auch noch um Inhalte - und zwar um die Haltung der FDP zur Europa-Rede des französischen Präsidenten Emmanuelle Macron. "Ich fand die Rede von Marcon sensationell", sagte Kubicki mit Freude an der Ironie.

Er fügte aber hinzu: "Die Idee, dass Deutschland alles bezahlen soll, die hätte ich als französischer Politiker auch."

Und da zeigte sich an diesem Abend schon eine erste Übereinstimmung für Jamaika. Denn CSU-Politiker Herrmann sekundierte: "Was Macrons finanzpolitische Vorstellungen angeht, bin ich sehr, sehr skeptisch. Es läuft letztendlich auf mehr Transfer hinaus."

Grünen-Chef Cem Özdemir dagegen appellierte an die potenziellen Partner in einer Jamaika-Koalition, Macron entgegenzukommen: "Deutschland kann kein Interesse daran haben, dass Marcon scheitert, dann kommt Le Pen."

Kubicki entgegnete, er glaube, dass man sich in den Koalitionsgesprächen in dieser Frage verständigen könne.

Macron fürchtet die FDP

Allerdings hatte FDP-Chef Christian Lindner bereits erklärt, dass die Liberalen einem Haushalt der Euro-Zone, der zu einem automatisierten Finanzausgleich in Europa führen könnte, nicht zustimmen würden.

Hintergrund: Frankreichs Staatschef Macron hatte am Dienstag in einer viel beachteten Rede eine Neuordnung Europas gefordert und dafür einen bis 2024 reichenden Fahrplan präsentiert. Unter anderem will er einen eigenen Haushalt und einen Finanzminister für die Eurozone.

Angeblich hat Macron große Sorge, dass die FDP in Deutschland mitregiert. Laut der Zeitung "Le Monde" soll Macron einem Vertrauten gesagt haben: "Wenn Angela Merkel sich mit den Liberalen verbündet, bin ich tot."

2017-07-23-1500833626-3203653-DerHuffPostWhatsAppNewsletter6.png
Die wichtigsten News des Tages direkt aufs Handy - meldet euch hier an.

(cho)

Korrektur anregen