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29/09/2017 17:42 CEST

Kurz nach ihrem AfD-Rückzug: Petry zieht über Gauland her - und macht eine vielsagende Andeutung

  • Frauke Petry verlässt die AfD

  • Jetzt tritt sie in einem Interview gegen deren Spitzenpolitiker Alexander Gauland nach

  • Außerdem will sie belastende Informationen über ihre Noch-Parteikollegen besitzen

Frauke Petry verlässt die AfD - und das alles andere als leise.

Nach dem Paukenschlag in der Bundespressekonferenz am Montag legt sie nun in einem Interview mit „Zeit online“ nach. Dort stichelt Petry gegen die eigene Partei und deren rechtskonservativen Spitzenkandidaten Alexander Gauland.

"Es stimmt mich traurig, dass ausgerechnet Herr Gauland, den ich lange für einen verlässlichen Verbündeten hielt, nun entscheidend mit dafür gesorgt hat, dass die Partei nicht mehr zu führen ist", sagt Petry.

Petry: Es braucht "energische Führung, gerade in schwierigen Zeiten“

Petry deutet in dem Interview an, sie habe belastende Informationen über ihre ehemaligen Parteifreunde an der AfD-Spitze: "Wenn es mir um das Persönliche gegangen wäre, hätte ich einige der internen Vorgänge aus der AfD-Spitze der vergangenen Monate öffentlich gemacht.“

Vor allem die Führungsqualitäten von Gauland stellt sie in Frage. Man brauche in der Politik "energische Führung, gerade in schwierigen Zeiten“.

Gegen Gaulands Vorwürfe, sie habe die alleinige Macht in der Partei an sich reißen wollen, verteidigt sie sich: "Persönlich führe ich lieber in einem guten Team und nicht allein. Aber ehe man mit einem schlechten Team führt, bin ich notfalls bereit, es allein zu machen.“

Petry will die AfD schweren Herzens verlassen haben

Das "schlechte Team“ soll offenbar die restliche AfD-Führungsspitze sein. Das ist die Lesart, die Petry verbreiten will: Sie habe die AfD schweren Herzens verlassen, weil die restliche Parteispitze so unfähig gewesen sei.

Petry-Kritiker sehen das allerdings etwas anders: Die frühere Parteichefin verließ die AfD, nachdem sie völlig isoliert worden war. Viele sehen ihren Rückzug als endgültiges Eingeständnis, dass sie den Machtkampf gegen den Gauland-Poggenburg-Flügel verloren hat.

In dem Interview behauptet sie außerdem, ohne die "zahlreichen abseitigen Äußerungen“ aus dem extremen Flügel hätte die AfD auf mehr als 20 Prozent der Wählerstimmen kommen können. Worauf diese Schätzung beruht, verrät sie in dem Interview allerdings nicht.

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(jg)