Eine Deutsche hat sich dem IS angeschlossen - jetzt wendet sie sich in einem Video an Angela Merkel

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IS FIGHTER
A fighter from Syrian Democratic Forces (SDF) stands next to debris of damaged buildings in Raqqa, Syria September 25, 2017. REUTERS/Rodi Said | Rodi Said / Reuters
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  • Nadja Ramadan hat sich vor drei Jahren dem IS angeschlossen
  • Die Deutsche bereut diese Entscheidung und möchte nur noch zurück
  • In einem Video richtet sie eine Botschaft an Angela Merkel

Nadja Ramadan ist 31 Jahre alt und Deutsche. Sie hat bis vor drei Jahren in Weinheim in Baden-Württemberg gelebt - dann hat sich die Frau der Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien angeschlossen. Ein großer Fehler, wie die 31-Jährige nun denkt.

In einem emotionalen Video, das die Wochenzeitung "Zeit" aufgenommen hat, richtet sie eine eindringliche Bitte an Angela Merkel: "Bitte helfen Sie uns, dass wir ganz schnell zurück nach Deutschland kommen."

In der Aufnahme erzählt die in Landshut geborene Ramadan ihre Geschichte. Nur mithilfe eines Schmugglers ist es ihr gelungen, die IS-Hochburg Rakka zu verlassen. "Ich wollte in die Türkei, aber danach wurde ich von den Kurden festgenommen", beschreibt Ramadan die Flucht vor dem IS.

"Ich bin überhaupt nicht gefährlich", sagt Ramadan zu Merkel

Seit vier Monaten lebt sie mit ihren zwei Kindern in Internierungslager in Syrien. Ihre Kinder leiden unter Hautkrankheiten. Ramadan möchte den beiden ein normales Leben in Deutschland ermöglichen.

"Mein Sohn braucht psychische Behandlung. Ich brauche selber eine Behandlung, weil die Lage sehr schlimm ist wegen den Krankheiten", sagt die Mutter in die Kamera des "Zeit"-Redakteurs.

Angela Merkel möchte sie mit dem Video klarmachen: "Sie brauchen vor mir überhaupt keine Angst haben. Ich bin überhaupt nicht gefährlich und keine Terroristin. Ich habe einen Fehler gemacht und bin hergekommen."

Über 900 Deutsche haben sich dem IS angeschlossen

Wie es mit der Frau und ihren zwei kleinen Kindern weitergeht, ist nicht klar. Sie ist eine von rund 940 deutschen Staatsbürgern, die sich dem IS angeschlossen haben.

Wie die 16-jährige Linda W. aus dem sächsischen Pulsnitz. Sie sitzt derzeit im Irak in Haft, ihr droht sogar die Todesstrafe. "Ich will nur noch weg. Ich will weg aus dem Krieg, weg von den vielen Waffen, dem Lärm", sagte sie Ende Juli einer Gruppe von Journalisten der "Süddeutschen Zeitung", des NDR und WDR.

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(ujo)

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