Das neue "Economist"-Cover zeigt, wie sich die Zeiten für Merkel geändert haben

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THE ECONOMIST
The Economist
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  • Angela Merkel stehen schwierige Zeiten bevor
  • Denn die Regierungsbildung dürfte sich hinziehen, zugleich mangelt es der Kanzlerin an einer europäischen Vision
  • Frankreichs Präsident Emmanuel Macron scheint derzeit das genau Gegenteil - wie "The Economist" auf seinem neuen Cover auf den Punkt brachte

Die alte wird zwar auch die neue Kanzlerin sein.

Doch Angela Merkel hat bei der Bundestagswahl eine herbe Niederlage erlitten, die Union verlor fast neun Prozentpunkte im Vergleich zu 2013. Die Wähler straften sie ab - vor allem für ihre Flüchtlingspolitik.

Vielen fehlte allerdings auch eine Vision gefehlt. Eine Idee, wie es mit Deutschland aber auch Europa weitergehen soll. Eine solche hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Dienstag vorgelegt. In einer Grundsatzrede skizzierte er die Zukunft der EU.

Das britische Magazin "The Economist" bringt diese Veränderung, den Wechsel an der Spitze der EU, auf seinem neuen Titelbild auf den Punkt: Das europäische Scheinwerferlicht hat sich auf Macron gerichtet, Merkel steht hingegen im Schatten. In großen Lettern prangt über beiden: "Europas neue Ordnung".

Das Blatt begründet diese Zeitenwende mit einem "dynamischen Emmanuel Macron" und einer "schwindenden Angela Merkel".

Man sollte nicht gegen Macron wetten

Denn der französische Präsident strebt tiefgreifende Reformen des Staatenbündnisses an. Seine Pläne sind ambitioniert und dürften vor allem in Deutschland auf Widerstand treffen.

Mehr noch: Frankreichs Parlament wird von Macrons eigener Partei dominiert - Merkel muss sich dagegen in mühsame Sondierungsgespräche begeben. Es wird Monate dauern, bis die neue Regierung in Deutschland steht.

Zwar könne auch Macron in seiner neuen Rolle im "Rampenlicht" ins Schwanken geraten, wie "The Economist" schreibt.

Klar ist für das britische Wochenmagazin aber auch: "Wenn das Jahr eins gezeigt hat, dann ist es ein Fehler, gegen den eindrucksvollen Macron zu wetten."

Auch der Grünen-Europaparlamentarier Sven Giegold sieht das so. "Europas Hoffnung ist Macron!", twitterte er. Und fordert: "Jetzt muss Deutschland die ausgestreckte Hand von Frankreich annehmen."

Kein leichtes Unterfangen für Merkel.

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