POLITIK
27/09/2017 07:53 CEST | Aktualisiert 27/09/2017 07:57 CEST

Leipziger Polizei sorgt mit rechtspopulistischen Tönen für Wirbel - und ist selbst erschrocken darüber

Carsten Koall via Getty Images
Polizeiauto in Leipzig

  • Die Polizei Sachsen hat sich mit einer Pressemitteilung einen Shitstorm eingefangen

  • Kurze Zeit später entschuldigte sie sich

Die Polizei in Leipzig hat mit einer Pressemitteilung für Wirbel gesorgt.

Am Montag veröffentlichte sie ein Statement über die Festnahme eines Libyers. Ihm wird vorgeworfen, rund 26 Straftaten in kurzer Zeit begangen zu haben.

Wie die Pressestelle der Polizei die Festnahme allerdings kommentiert, ist fragwürdig. Die Beamten schreiben unter der Überschrift: "Straftatenbegehung als Form der Begrüßungshandlung?"

"Ob es sich bei den Diebstahlshandlungen und Raubstraftaten um angemessene Begrüßungshandlungen gegenüber der Bevölkerung handelt, werden die Opfer mit Sicherheit zu verneinen wissen."

AfD in Sachsen stärkste Partei

Es sind Zeilen, die man eher beim neurechten Internetportal "PI News" oder im Leitmedium der rechten Verschwörungstheoretiker "Compact" vermutet.

Wenig überraschend, dass in den sozialen Netzwerken ein Shitstorm folgte. Der Tenor: Die Polizei nutze AfD-Vokabular und leiste Fremdenfeindlichkeit Vorschub. Kein Wunder, ist doch die AfD gerade in Sachsen mit 27 Prozent Stimmenanteil stärkste Partei geworden. Auch viele Beamte haben die Partei gewählt.

"Bedauern den Eindruck, der entstanden ist"

Einen Tag später scheint den Leipzigern bewusst geworden zu sein, dass die Wortwahl nicht angemessen war. In einer Pressemitteilung schrieb die Polizei am Dienstag:

"Insbesondere die hierbei gewählte Überschrift: 'Straftatenbegehung als Form der Begrüßungshandlung?' und der zugehörige Satz im ersten Absatz trugen wertenden Charakter, der den Ansprüchen an eine objektive und sachliche Falldarstellung nicht gerecht wird. Der hierdurch zugleich aufgekommene Eindruck, die Polizeidirektion Leipzig habe damit auch pauschalisierenden und rechtspopulistischen Äußerungen Dritter Vorschub geleistet, ist berechtigt und wird aufrichtig bedauert."

Die Polizei entschuldigte sich auch auf Twitter:

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(ll)

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