POLITIK
27/09/2017 08:53 CEST | Aktualisiert 27/09/2017 13:42 CEST

"Kiffen Sie jetzt?": Als Markus Lanz FDP-Vize Kubicki nach Jamaika befragt, wird es absurd

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"Kiffen Sie jetzt?": Als Markus Lanz FDP-Vize Kubicki nach Jamaika befragt, wird es absurd

  • Markus Lanz hat FDP-Vize Kubicki in seiner Sendung nach den Aussichten für eine Jamaika-Koalition befragt

  • Als sich die Linke-Chefin Kipping einschaltete, nahm das Gespräch eine absurde Wendung

Jamaika liegt in der Luft. Auch bei “Markus Lanz” im ZDF am Dienstagabend.

Nach dem Wahldebakel für die beiden größten Parteien läuft derzeit alles auf ein Bündnis von Union, Grünen und FDP hinaus.

In der Talkrunde von Moderator Lanz saß auch Wolfgang Kubicki. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP ist offensichtlich nicht ganz glücklich mit der Aussicht auf eine Jamaika-Koalition.

Schulz habe kein Kanzler-Format

Zumindest deuteten seine scharfen Worte in Richtung SPD an, dass er lieber in die Opposition gegangen wäre.

“Ich finde es bedauerlich, dass ein Vorsitzender einer Volkspartei, der Kanzler werden wollte, und gleichzeitig erklärt, er geht in die Opposition, damit dokumentiert, dass er kein Kanzlerformat hat”, stichelte Kubicki gegen SPD-Chef Martin Schulz.

Die Sozialdemokraten hatten schon am Wahlabend nach Verkündung der ersten Prognose eine Fortsetzung der Großen Koalition mit der Union ausgeschlossen - und damit der FDP zusammen mit den Grünen die Rolle der Königsmacher zugeschoben.

Das bringe Deutschland in eine Lage, die so nicht vorgesehen sei, sagte Kubicki über die anstehenden Sondierungsgespräche mit den möglichen Bündnispartnern.

Dann nahm das Gespräch eine absurde Wendung.

Der "subcharmante Seitenhieb"

Zunächst stichelte Kubicki gegen die neben ihm sitzende Parteichefin der Linken, Katja Kipping. Gleich am Wahlabend zu verkünden, in die Opposition zu gehen, das könnten “Splitterparteien” wie die Linke erklären.

Kipping protestierte: “Na, na, na”. Sie wies den “subcharmenten Seitenhieb” zurück. So viel mehr Prozente habe die FDP jetzt auch nicht. Beide Partei trennen 1,5 Prozentpunkte.

“Es ist schön, dass heute Dienstag ist - und der Wahlkampf seit zwei Tagen zu Ende”, kommentierte Lanz die Kabbelei zwischen Kubicki und Kipping.

Und Lanz heizte das Miniduell weiter an, indem er unterstellte, dass am Sonntagabend "ein ganz schöner Druck von den Politikern abgefallen" sei.

Die Linke-Chefin gab zu, “hart gefeiert zu haben”. Auch harte Verhandlungen habe sie geführt - und zwar mit dem DJ. Der habe nicht die richtige Musik spielen wollen.

“Da habe ich gedacht, so wird es Ihnen dann in den Koalitionsverhandlungen gehen”, spottete Kipping gegen Kubicki.

“Das kann ich mir jetzt nicht vorstellen, dass Jürgen Trittin oder Angela Merkel zu DJs mutieren”, gab der FDP-Politiker zurück.

Auftritt: DJ Dosenpfand

Hier hakte sich wieder Lanz ein - und verwies darauf, dass Trittin früher unter dem Namen “DJ Dosenpfand” aufgelegt habe. “Der steht bei Ihnen bald vor der Tür”, sagte Lanz zu Kubicki mit Blick auf die Sondierungsgespräche.

Der FDP-Politiker sieht das nach eigenen Aussagen gelassen. In Schleswig-Holstein gebe es schon eine Jamaika-Koalition. “Wir haben die coole Lässigkeit jetzt zum Programm erhoben”.

“Haben Sie gerade ‘coole Lässigkeit’ gesagt?”, hakte Lanz nach. “Kiffen Sie jetzt auch?” Gelächter im Publikum.

Kubicki verneinte.

“Das überlasse ich den Grünen, ich dürfte jetzt, aber ich mache es nicht.”

Damit wäre das Thema für die Koalitionsverhandlungen schon einmal geklärt.

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(ben)

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