Dieser Satz von Kauder sollte nie an die Öffentlichkeit - er zeigt, wie zerstritten die CDU wirklich ist

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SPAHN KAUDER
Dieser Satz von Volker Kauder zu Jens Spahn sollte nie an die Öffentlichkeit - er zeigt, wie zerstritten die CDU wirklich ist | Michael Gottschalk via Getty Images
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  • Nach der Wahl deutet sich ein Richtungsstreit in der Union an
  • Im Präsidium soll es zum Streit zwischen Unions-Fraktionschef Kauder und dem CDU-Abgeordneten Jens Spahn gekommen sein

Nach der desaströsen Bundestagswahl haben Ränkespiele und Machtkämpfe die Union im Griff.

Der CDU droht ein Richtungsstreit in der Flüchtlingspolitik und die Frage, welche Konsequenzen die Partei aus dem schlechtesten Wahlergebnis seit 1949 ziehen soll.

Der konservative CDU-Flügel fordert gar Merkels Rücktritt vom Parteivorsitz.

In der CSU ist ein Machtkampf um die Parteiführung ausgebrochen und die Frage, wer nächster bayrischer Ministerpräsident werden soll.

Über all dem liegen die möglichen Koalitionsverhandlungen mit Grünen und FDP für ein Jamaika-Bündnis. Die werden umso schwieriger, je zerstrittener die Unions-Parteien untereinander sind.

Besonders deutlich wird der Streit in der CDU an einer Szene, die sich am Montag im Präsidium abgespielt haben soll.

So soll es laut einem Bericht des Magazins "Focus" zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen Unionsfraktionschef Volker Kauder und Jens Spahn gekommen sein, der immer wieder als Nachfolger von Kanzlerin Angela Merkel gehandelt wird.

Streit zwischen Spahn und Kauder

Nachdem Merkel bekanntgegeben habe, Kauder erneut für den Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vorzuschlagen, habe Spahn in der Runde gefragt: "Für wie lange gilt das denn?"

Daraufhin seien Spahn und Kauder aneinandergeraten. Kauder habe Spahn vorgehalten: "Ich weiß, dass du rumtelefonierst, um andere Mehrheiten zu organisieren."

Nach dpa-Informationen hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in der Sitzung deutlich zur Geschlossenheit gemahnt und auch seinen Parlamentarischen Staatssekretär Spahn zurecht gewiesen.

Kauder geschwächt

Spahn sei auch vom scheidenden Bundestagspräsidenten Norbert Lammert gerügt worden, berichtete der "Focus" unter Berufung auf Teilnehmer der Sitzung. Schäuble und Lammert hätten daran erinnert, dass das Vorschlagsrecht für das Amt des Fraktionschefs bei Merkel liege.

Merkels Vertrauter Kauder wurde letztendlich am Dienstag als Fraktionschef wiedergewählt.

Er kam allerdings - ohne Berücksichtigung der Enthaltungen - nur auf eine Zustimmung von gut 77 Prozent. Das wird gemeinhin als Schwächung von Merkels Vertrautem verstanden.

Denn der wurde stets mit 90 Prozent gewählt.

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(mf)

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