"Höhle der Löwen": Wieso die "Mutter der Super-Nudel" so interessant ist

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Sonja Zuber und ihr "Kajnok" kamen in der "Höhle der Löwen" am Dienstag richtig gut an

Insgeheim ist es allen klar: Die "Höhle der Löwen" wäre lange nicht so amüsant ohne die schrägen Slogans, die einige Unternehmensgründer mitbringen. Die dienstägliche Ausgabe der Investoren-Show feierte diesbezüglich gleich zu Beginn ein Highlight. "Kletterletter and your home looks better", dichtete das Gründer-Duo Lutz Spendig und Julia Posniak. Und sagte Sätze wie: "Wir bieten neben Zahlen und ausgewählten Sonderzeichen auch Buchstaben an." Eigentlich ging es dabei aber um... Design-Kratzbäume für Katzen. Aktuell gefertigt in einer Schreinerei - Jahresabsatz 2016: 17 Exemplare.

Unwiderstehlich? Nicht ganz. Investor Frank Thelen (41) outete sich zunächst als der "katzenentfernteste aller Löwen" - und kanzelte das Produkt dann als "Nischen-Nischen-Nischen-Produkt" ab. Ein Happy-End gab's dank Viel-Käufer Ralf Dümmel (50). "Machen Sie's zerlegbar, dann wird das ein Riesending auch für den Versand", jubilierte er. Und sackte 33,3 Prozent des Unternehmens für 50.000 Euro ein. Dass ihm dann die Demonstrations-Katze aus dem Arm sprang - nur noch ein kleiner Flop auf dem Weg zur Kletterletter-Weltherrschaft. Vielleicht.

Sonderzeichen gibt's auch: Das Produkt "Kletterletter" stieß bei Frank Dümmel auf großes Interesse

Kletterletter gibt's mittlerweile schon zu kaufen: Hier können Sie den Design-Kratzbaum selbst begutachten

Die Nudel-Mama strahlt

Den zweiten Höhepunkt der Show brachte die 37 Jahre alte Sonja Zuber. Auch sie hatte einen griffigen Claim parat: Als "Mutter der Supernudel" stellte sie sich vor. Extrem kalorienarme Nudeln aus der Konjakwurzel will sie unter dem Namen "Kajnok" vermarkten. Und bis auf die Herren Thelen und Carsten Maschmeyer (58), die bereits mit "Lizza" im Teigwarengeschäft sind, waren die Löwen Feuer und Flamme. Zwischen Gast-Investor Georg Kofler (60), Dagmar Wöhrl (63) und Dümmel entspann sich sogar ein Dreikampf um die Nudel. Letztlich machte Kofler das Rennen. Satte 400.000 Euro bot er für 26 Prozent der Firmenanteile. Da strahlte die Nudel-Mama.

Gleich zwei Abnehmer gab's auch für das Produkt "Go Simply" - ein automatischer Kofferraumöffner zum Nachrüsten; Herstellungspreis rund fünf Euro, Ladenpreis 34,99. Während Thelen das bestenfalls "nett" fand, bekamen Dümmel und Wöhrl Euro-Zeichen in den Augen. Wöhrl dachte an ihre 92-jährige Mutter, die so etwas dringend brauchen könnte... Die Frage, ob 92 Jahre alte Menschen noch Auto fahren sollten, kam aber nicht aufs Tapet. Stattdessen reagierte die Investorin säuerlich, als die vier Unternehmer auf Dümmels Angebot einsteigen. "Ihr kennt meine Kanäle nicht, ihr habt euch nicht informiert", konstatierte sie leicht säuerlich.

Kein Investment, sondern bestenfalls eine "Spende"

Thelen kam auch noch zu seinem Recht und sicherte sich für 300.000 Euro 25 Prozent der Anteile am Sportler-Fertig-Food "Fit Taste". Keinen witzigen Spruch und kein Geld gab's hingegen beim vibrierenden Metronom "Soundbrenner Puls". Vielleicht ja auch, weil die Gründer die Löwen Kofler und Wöhrl als Testkarnickel an Rassel und Schellenkranz unfreiwillig ein wenig taktlos dastehen ließen. "Ist mir nicht so richtig sympathisch", meinte Kofler.

Leer ging auch das Projekt "Original unverpackt" aus. Gründerin Milena Glimbovski hat schon einen verpackungsfreien Supermarkt und wollte nun einen Versandhandel aufziehen. Das fanden die Löwen ein wenig paradox. "Du wirst die Sachen nicht unverpackt verschicken können!", wunderte sich Thelen. Er gab aber immerhin ein brotloses Kompliment: "Ich sehe da als Investment nicht das Ziel, den Plan." Spenden wolle er aber gerne. Davon freilich konnte sich die 1,50m kleine Idealistin im wahrsten Sinne des Wortes erstmal: nichts kaufen.

Milena Glimbovskis "Original unverpackt" heimste viel Sympathie ein - aber kein Geld

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