POLITIK
27/09/2017 08:05 CEST | Aktualisiert 27/09/2017 08:37 CEST

Erster CSU-Bundestagsabgeordneter fordert Seehofer zum Rücktritt auf

CHRISTOF STACHE via Getty Images
Horst Seehofer: Chef auf Abruf?

  • In der CSU rumort es nach den heftigen Verlusten bei der Wahl

  • Die Zahl derer, die den Rücktritt von CSU-Chef Seehofer fordern, wächst

Nach den schweren Verlusten der CSU bei der Bundestagswahl hat sich der CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Hoffmann für einen Rücktritt von Parteichef Horst Seehofer ausgesprochen.

"Er hat große Verdienste um die CSU, unsere Glaubwürdigkeitskrise hat allerdings auch gerade mit ihm zu tun", sagte Hoffmann dem "Main-Echo".

Auch der CSU-Ortsverein Gemünden-Langenprozelten (Kreis Main-Spessart) will einen Wechsel an der Parteispitze. "Wir brauchen einen neuen, glaubwürdigen Vorsitzenden", sagte der Vorsitzende Thomas Schmitt der Zeitung.

"Für einen personellen Neuanfang!"

"Seehofer sagt viele richtige Dinge, lässt aber keine Taten folgen." Schmitt könnte sich Spitzenkandidat Joachim Herrmann als Nachfolger Seehofers vorstellen.

Zuvor hatte schon der Chef des CSU-Kreisverbands Nürnberg West, Jochen Kohler, Seehofers Rücktritt gefordert. Auf seiner Facebook-Seite schrieb Kohler: "Auch wenn Herr Seehofer selber gesagt hat, dass er 'keine Sekunde' an einen Rücktritt denke, wir tun dies! Für einen personellen Neuanfang!"

Ähnlich äußerte sich der mittelfränkische CSU-Ortsverband Großhabersdorf. "Horst Seehofer hat als Parteivorsitzender das historisch katastrophale Abschneiden der CSU bei der Bundestagswahl persönlich zu verantworten", erklärten die Ortsvorstände am Montag.

Die CSU war bei der Wahl am Sonntag in Bayern auf 38,8 Prozent gestürzt - ein Minus von mehr als zehn Prozentpunkten im Vergleich zur Bundestagswahl 2013.

Ex-CSU-Chef: Seehofer sollte mit Parteibasis sprechen

Ex-CSU-Chef Erwin Huber forderte im ZDF-Morgenmagazin eine offene Debatte in der CSU über personelle Konsequenzen. Es dürfe keine Rede- und Denkverbote geben, betonte Huber.

Seehofer hatte zuvor seine parteiinternen Gegner aufgefordert, Debatten um seine Person nicht vor dem Parteitag im November zu führen.

Huber hingegen empfahl Seehofer, eine Dialogreihe in allen CSU-Bezirksverbänden zu machen: "Man sollte die Parteibasis zu Wort kommen lassen. (...) Ich empfehle uns mehr Nachdenklichkeit, auch mehr Demut."

Im Wahlkampf habe es der Partei an Glaubwürdigkeit gefehlt. "Wir müssen versuchen, eine Spaltung und Polarisierung innerhalb der CSU zu vermeiden", sagte Huber.

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(ll)

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