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26/09/2017 12:27 CEST | Aktualisiert 26/09/2017 12:45 CEST

Viele kennen ihn nicht - das ist der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz

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Es gibt einen Unterschied zwischen Demenz und Alzheimer - doch viele Menschen kennen ihn nicht.

  • Demenz und Alzheimer sind nicht Dasselbe

  • Das ist vielen Menschen aber nicht bewusst

  • Hier erfahrt ihr, was der Unterschied ist und was die Symptome sind

Viele Menschen denken, Demenz und Alzheimer seien lediglich zwei unterschiedliche Begriffe für ein uns dieselbe Sache - aber das sind sie nicht.

Was sagen denn Experten dazu? "Zusammenfassend ist Demenz ein Überbegriff für Symptome, die die kognitiven Fähigkeiten betreffen, wie zum Beispiel Erinnerung und Kommunikation", erklärt Graham Stokes, Demenz-Spezialist.

"Alzheimer dagegen ist eine der Krankheiten, die Demenz auslösen können."

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Alzheimer sei die am weitesten verbreitete Ursache und verantwortlich für etwa zwei Drittel aller Demenzfälle. "Deshalb werden die beiden Krankheiten oft vertauscht.“

Demenz beschreibt eine Gruppe von Symptomen

Demenz ist also keine Krankheit. Der Begriff wird stattdessen dazu benutzt, eine Gruppe von Symptomen zu beschreiben, die auftreten, wenn Gehirnzellen nicht mehr richtig funktionieren.

Alzheimer ist die am weitesten verbreitete Form von Demenz. Es gibt jedoch noch andere Formen. Dazu zählen unter anderem: Lewy-Körperchen-Demenz, vaskuläre Demenz, Parkinson und Frontotemperaldemenz.

Zu den häufigsten Symptomen von Demenz gehören:

Gedächtnisverlust

Schwierigkeiten, tägliche Aufgaben auszuüben

Schwierigkeiten mit der Sprache

Desorientierung in Zeit und Raum

Vermindertes Urteilsvermögen

Schwierigkeiten, den Überblick zu behalten

Dinge verlegen

Stimmungsschwankungen

Probleme mit bildlicher und räumlicher Vorstellungskraft

Sozialer Rückzug

Alzheimer ist eine physische Erkrankung des Gehirns

Alzheimer ist eine physische Krankheit des Gehirns. In Deutschland leiden schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen daran. Sie ist außerdem verantwortlich für circa 60 Prozent aller Demenzfälle - weshalb beide Begriffe auch so häufig verwechselt werden.

Normalerweise sind Menschen über 65 Jahren von der Krankheit betroffen. Das heißt jedoch nicht, dass jüngere Menschen nicht auch an Alzheimer leiden können.

Die Krankheit tritt auf, wenn sich Protein im Gehirn anhäuft. Diese Proteinstrukturen werden auch Plaques genannt. Plaques sind der Auslöser für den Verlust der Verbindung zwischen den einzelnen Nervenzellen. Das führt dazu, dass die Nervenzellen absterben und Hirngewebe verloren geht.

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Menschen, die an dieser Krankheit leiden, haben außerdem nicht genügend Botenstoffe im Gehirn. Das führt dazu, dass Signale schlechter übermittelt werden können.

Das Gehirn bildet sich aufgrund dieser Tatsachen langsam zurück- was eine Verschlimmerung der Symptome und einen Verlust der Selbstständigkeit zufolge hat.

Alzheimerinfo.de gibt als Hauptsymptome für Alzheimer folgende an:

Regelmäßiges Vergessen von jüngsten Ereignissen, Namen, oder Gesichtern

Sich immer wieder wiederholen- zum Beispiel ein und dieselbe Frage immer wieder stellen

Regelmäßig Sachen zu verlegen oder sie an ungewöhnliche Plätze zu legen

Unsicherheit bezüglich des Datums oder der Zeit

Desorientierung oder häufiges Verlaufen

Niedergeschlagene Stimmung, Ängstlichkeit oder Unsicherheit, mangelndes Selbstvertrauen oder zunehmende Gleichgültigkeit

Speziell während des Welt-Alzheimer-Monats September versuchen gemeinnützige Organisationen, die Öffentlichkeit über Zeichen und Symptome der Krankheit aufzuklären.

Paola Barbarino, Geschäftsführerin von Alzheimer’s Disease International (ADI), sagte der HuffPost: "Der Welt-Alzheimer-Monat bietet die Chance, mehr über Demenz zu erfahren und das Risiko selbst an der Krankheit zu erkranken, zu vermindern."

Es sei entscheidend, dass die Menschen lernen, welche Symptome Demenz mit sich bringt und dass sie die Warnzeichen ernst nehmen müssen, sagte sie.

Oft werden Anzeichen zu spät erkannt

"Außerdem ist es wichtig, die Menschen über Demenz zu informieren, um Falschinformation zu vermeiden." Dies sei deswegen so relevant, da falsche Informationen "dazu führen können, dass die Anzeichen zu spät, oder überhaupt nicht erkannt werden".

Dieser Text erschien ursprünglich in der HuffPostUK und wurde von Rebecca Nothvogel aus dem Englischen übersetzt.

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(lk)