AfD-Politiker Poggenburg droht Petry erneut mit Partei-Ausschlussverfahren

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POGGENBURG
Andre Poggenburg | Jens Schlueter via Getty Images
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  • Die AfD zieht mit knapp 13 Prozent der Stimmen in den Bundestag ein
  • Die Partei erlebt aber gleich ihren ersten großen Krach auf der Bühne der Bundespolitik
  • Parteichefin Frauke Petry droht ein Partei-Ausschlussverfahren

Der große Wahlgewinner AfD steht unmittelbar nach dem Triumph vom Sonntag vor einer Zerreißprobe.

Der interne Streit der Rechtsaußen-Partei um eine eher bürgerliche oder national-völkische Ausrichtung eskalierte am Montag, als die Vorsitzende Frauke Petry überraschend eine Pressekonferenz mit den Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland verließ - nachdem sie angekündigt hatte, sie wolle nicht Mitglied der AfD-Bundestagsfraktion sein.

Die AfD-Spitzenkandidatin für die Wahl, Alice Weidel, und Bundesvorstandsmitglied André Poggenburg forderten Petry auf, die Partei zu verlassen. Dieser Forderung schloss sich auch Bundessprecher Jörg Meuthen an, der Petry parteischädigendes Verhalten vorwarf.

Petry kündigt Antworten an

"Wenn sie nicht freiwillig geht, ist damit zu rechnen, dass ein Partei-Ausschlussverfahren sicherlich folgen muss. Das wird sich kaum verhindern lassen", sagte Poggenburg am Dienstagmorgen im Deutschlandfunk. Frauke Petry habe in den vergangenen Tagen die Parteispitze hart attackiert und damit den Zusammenhalt der Partei gefährdet.

Schon am Montagabend wurde in der AfD die Möglichkeit eines Parteiausschlusses von Petry diskutiert.

Tatsächlich soll Petry ihrerseits schon seit Monaten eine Abspaltung von der AfD planen. Das legen Chatprotokolle nahe, über die unter anderem der NDR berichtete.

Um eine eigene Fraktion zu bilden, müsste Petry mindestens 35 Abgeordnete dazu bringen, sich ihr anzuschließen. Auf diese Frage werde es "sicherlich in den kommenden Tagen und Wochen Antwort" geben, sagte sie.

Ein weiteres Zeichen für die Zerrissenheit der rechtskonservativen Partei: Die Abspaltung von vier der 18 Mitglieder der AfD-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern am Montag wegen politischer Differenzen.

Mehr zum Thema: Nach Petry-Abgang: Mikrofon fängt ein, wie Jörg Meuthen die AfD-Politikerin aus der Partei werfen will

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(ll)

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