Nach Referendum droht Erdogan Kurden im Nordirak: "Wir können eines Nachts ganz plötzlich kommen"

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  • Die Menschen in Iraks Kurden-Gebieten feiern auf der Straße
  • In einem Referendum haben sie über eine Unabhängigkeit vom Rest des Landes abgestimmt und sind voller Hoffnung
  • Anderswo ist man besorgt - das Ergebnis könnte zu Spannungen in der Region führen
  • Die wichtigsten Infos des Textes seht ihr zusammengefasst auch im Video oben

Mit der Unabhängigkeit würde sich für die Kurden ein jahrzehntealter Traum erfüllen, der von Generation zu Generation weiterlebt.

Kurden-Präsident Massud Barsani sagte am Sonntag an seinem Amtssitz: "Wir haben lange genug unter der Zentralregierung in Bagdad gelitten, jetzt haben wir das Recht auf Unabhängigkeit."

Barsani erinnerte dabei an die Verbrechen an den Kurden unter Ex-Diktator Saddam Hussein.

Doch Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi will das Ergebnis des Referendums nicht anerkennen. Sogar Kriegsrhetorik ist aus der irakischen Hauptstadt zu hören. Damit wächst auch die Sorge vor einem neuen militärischen Konflikt in einem Land.

Widerstand aus der Türkei

Besonders scharfer Widerstand kommt zudem aus der Türkei, obwohl die Türkei neben politischen auch enge wirtschaftliche Beziehungen zur Kurdenregion im Nordirak hält.

Einen eigenen Kurdenstaat lehnt Ankara jedoch ab, weil er Unabhängigkeitsbestrebungen der kurdischen Minderheit in der Türkei befeuern würde. Außerdem bemüht sich die Türkei schon seit Längerem, Versuche der Kurden in Nordsyrien zu unterlaufen, dort in den Wirren des Bürgerkrieges mehr Autonomie zu bekommen.

Im August marschierte das türkische Militär deswegen im Nachbarland ein. Nach diesem Vorbild droht Erdogan nun auch mit einer Intervention im Nordirak. "Wir können eines Nachts ganz plötzlich kommen“, sagte er. Türkische und irakische Truppen begannen zur Machtdemonstration ein gemeinsames Militärmanöver.

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(jg)Widerstand aus der Türkei

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