POLITIK
26/09/2017 12:28 CEST | Aktualisiert 26/09/2017 17:00 CEST

Parteichefin Frauke Petry und Ehemann Marcus Pretzell kündigen Austritt aus der AfD an

Sean Gallup via Getty Images
Frauke Petry kündigt Austritt aus der AfD an

  • Frauke Petry will aus der AfD austreten - Angaben zum Zeitpunkt machte die Parteichefin nicht

  • Auch Ehemann und NRW-Landeschef Marcus Pretzell hat seinen Parteiaustritt angekündigt

  • Zwei Tage nach dem Wahlerfolg geht der Konflikt bei den Rechtspopulisten weiter

AfD-Chefin Frauke Petry will aus der Partei austreten. "Klar ist, dass dieser Schritt erfolgen wird", sagte Petry am Dienstag in Dresden. Angaben zum Zeitpunkt machte sie nicht.

Ihr Ehemann Marcus Pretzell zog nach. Der Landes- und Fraktionschef der AfD in Nordrhein-Westfalen habe seinen Austritt für die nächste Fraktionssitzung angekündigt, sagte AfD-Fraktionssprecher Michael Schwarzer am Dienstag in Düsseldorf.

Zwei Tage nach dem Wahlerfolg der Rechtspopulisten ist der interne Richtungsstreit in der AfD offen zutage getreten.

Andere Mitglieder wollen Petry folgen

Petry teilte außerdem mit: Auch der Parlamentarische Geschäftsführer Uwe Wurlitzer und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Kirsten Muster würden ihre Ämter in der Fraktion "mit Ablauf des heutigen Tages" aufgeben.

Als Grund wurden grundsätzliche Meinungsunterschiede mit Teilen der Partei genannt, die ihnen eine Fortführung der Arbeit in der Fraktion unmöglich machten.

In der Fraktionssitzung habe es kurzen Applaus gegeben, als Petry Ihre Rücktritt bekannt gab. "Überrascht hat es niemanden hier“, hieß es aus Teilnehmerkreisen gegenüber der HuffPost.

"Der Parteiaustritt ist nur konsequent und damit hat der Sturm im Wasserglas nun endlich ein Ende", sagte AfD-Politiker Albrecht Glaser am Rande der Bundesfraktionssitzung in Berlin gegenüber Journalisten.

AfD-Politiker forderten Petrys Austritt

Die AfD-Politikerin hatte bereits am Montag bei der ersten Pressekonferenz der AfD nach der Bundestagswahl bekanntgegeben, der Bundestagsfraktion der AfD nicht angehören zu wollen.

Die 42-Jährige hatte bei der Bundestagswahl am Sonntag ein Direktmandat gewonnen. Am Montag erklärte sie, dass sie der neuen AfD-Bundestagsfraktion nicht angehören wolle.

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen und die Spitzenkandidatin Alice Weidel legten ihr daraufhin den Austritt aus der Partei nahe. Bundesvorstandsmitglied André Poggenburg drohte Petry ein Partei-Ausschlussverfahren an.

Wie geht es mit der Politikerin weiter?

Zunächst will Petry "als fraktionslose Abgeordnete im Bundestag" arbeiten. Nun wird darüber spekuliert, ob Petry womöglich eine eigene Gruppe mit abtrünnigen AfD-Bundestagsabgeordneten aufbauen will.

Laut einem Bericht von WDR, NDR und "Süddeutsche Zeitung" plane Petry seit längerem die Abspaltung von der AfD. Das würden Chatprotokolle belegen.

"Ein Problem könnte der Austritt erst dann werden, wenn es zu Neuwahlen kommt", heißt es aus der AfD-Spitze.

Nun gibt es Spekulationen darüber, ob Petry und Pretzell eine eigene Partei gründen wollen. "Die Vermutung ist nahe, dass es eine neue Parteigründung geben wird. Das ist natürlich schade" mit Blick auf weitere Austritte, sagte Armin-Paul Hampel in Berlin gegenüber Journalisten.

Unklar ist, wer Petry folgen würde. Seit Monaten tobte innerhalb der AfD ein Richtungsstreit zwischen einem gemäßigten um Petry und national-völkischen Flügel um den Thüringer Landeschef Björn Höcke.

Am Montag hatte bereits der künftige AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Renner vermutet, Petry und Pretzell hätten "nicht mehr als zehn Prozent der Funktionsträger und Parteimitglieder hinter sich", berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Renner wird dem Rechtsaußen-Flügel der AfD zugerechnet.

Mit Material der dpa.

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