Mit 16 starken Bildern verarbeitet eine Künstlerin ihren Aufenthalt in der Psychiatrie

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LAURA HOSPES
"Zu Beginn meiner fotografischen Reise, schämte ich mich fast für die Aufnahmen.“ Foto: Laura Hospes | Laura Hospes
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Dieser Artikel erschien ursprünglich bei Refinery29.

"Meiner Meinung nach geht es in den sozialen Medien überwiegend darum, das eigene Leben so großartig und glücklich wie möglich darzustellen", schreibt Laura Hospes in ihrer Email an uns. "Wie man sich wirklich fühlt, all die Dinge, die hinter der Kamera passieren, bleiben oft im Verborgenen."

Die niederländische Fotografin weicht deshalb in ihrer Arbeit ganz bewusst davon ab und hat kein Interesse daran, den Betrachter*innen das zu zeigen, was sie gewohnt sind zu sehen.

Ganz im Gegenteil: In ihrer Fotoserie "UCP-UMCG“ erzählt die Künstlerin ihre ganz persönliche Geschichte und nimmt uns mit auf eine intime Reise in schwarz und weiß.

Das Projekt hat einen erschütternden Hintergrund

Namensgebend für ihr Projekt war für die Niederländerin die Klinik, in der sie nach einem Suizidversuch für einige Zeit stationär untergebracht war. Hospes dokumentiert auf ihren Fotografien ihre eigene Transformation während der fortschreitenden Behandlung ihrer Depressionen, Ess- und Angststörungen.

Schonungslos lässt sie uns durch die Momentaufnahmen an den verschiedenen Phasen ihres Heilungsprozesses teilhaben und erzählt ganz offen von den eigenen Unsicherheiten und Rückschlägen.

Bereits am ersten Tag ihres Aufenthaltes in der Klinik begann Hospes mit dem Fotografieren. Während sie diese ersten Bilder noch auf ihrem iPhone fotografierte, entstanden die späteren Aufnahmen dann mit einer richtigen Kamera.

Die Kamera war der einzige Gegenstand in ihrem Zimmer

Nachdem sie im ersten Monat noch ihre eigenen Sachen bei sich haben durfte, wurde ihr nach einem weiteren Suizidversuch nur noch ein privater Gegenstand in ihrem Zimmer erlaubt. Hierbei wechselte sie dann meist zwischen Handy und professioneller Kamera hin und her.

Während der Anpassungsphase an die Regeln der Einrichtung entwickelten sich die Fotografien für Laura Hospes zu einem äußerst wichtigen Teil ihres alltäglichen Lebens in der Klinik: "In den richtig schlimmen Phasen ging es einfach darum, sich weniger alleine zu fühlen, eine Aufgabe zu haben.“

Mehr zum Thema: In 17 ehrlichen Bilder zeigt eine Künstlerin, wie sie mit ihren Depressionen umgeht

Beim Betrachten der Bilder fällt sofort der intime Umgang mit der Kamera auf, so dass es nicht schwer fällt zu verstehen, was die Fotografin damit meint. Im Dialog mit der Kamera hilft sie sich selbst über das Gefühl der Einsamkeit hinweg.

Wenn Ihr euch selbst betroffen fühlt, kontaktiert bitte die Telefonseelsorge. Unter den kostenlosen Hotlines 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhaltet ihr Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen finden konnten.

Hier könnt ihr die Bilder von Laura Hospes sehen:

(Warnung: Eines der Bilder zeigt Folgen von selbstverletzendem Verhalten!)

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"Zum ersten Mal wurde ich 2011 mit meinen Problemen konfrontiert. Zu dieser Zeit entwickelte ich eine Essstörung und konnte mich nicht mehr davor verstecken. Ich begann eine Therapie.“

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"Drei Jahre später hatte ich die Essstörungen unter Kontrolle. Ich zog in eine andere Stadt und begann mein Fotografiestudium. Ich hatte ein komplett neues Leben begonnen.“

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"Nach ein paar Monaten bemerkte ich jedoch, wie es mir langsam wieder schlechter ging. Meine Essstörung hatte wieder die Oberhand gewonnen und kontrollierte meinen Tagesablauf komplett. Ich bekam Depressionen und begab mich erneut in Therapie, allerdings nur für ein paar Sitzungen. Danach hatte ich mit starken Stimmungsschwankungen zu kämpfen.“

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"Dieses Jahr wurde für mich zur absoluten emotionalen Achterbahnfahrt, welche schließlich, nach einem Suizidversuch, in der Klinik endete. Hier begann ich mein Fotoprojekt.“

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"Bereits seit meinem 16. Lebensjahr nehme ich regelmäßig Selbstportraits von mir auf. Die Anfänge blieben allerdings sehr äußerlich und oberflächlich – man könnte sie eher als etwas hochwertigere Selfies bezeichnen.“

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"Zu Beginn meiner fotografischen Reise, schämte ich mich fast für die Aufnahmen.“

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"Es fühlte sich einfach seltsam und ungewohnt an.“

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"Aber nachdem ich ein wenig mehr Routine bekam und mich immer mehr daran gewöhnte, entdeckte ich, wie mir die Fotos dabei halfen, meine Geschichte zu erzählen.“

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"Heute kann ich mich deshalb ohne Selbstzensur ausdrücken.“

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"Allerdings muss ich beim Aufnehmen der Bilder immer alleine sein.“

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"Nach wie vor fällt es mir schwer, meine Gefühle gegenüber anderen Menschen in Worte zu fassen.“

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"Das Aufnehmen dieser Fotos ist so eine intime Angelegenheit. Wenn mir jemand dabei zusehen würde, hätte ich das Gefühl, man könnte mir direkt in die Seele blicken.“

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"Meine Kamera ist immer geduldig mit mir, bei ihr kann ich meinen Gefühlen freien Lauf lassen."

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"Meine Kamera hört mir immer zu.“

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"Jedes Mal, wenn ich eines der Fotos von meiner Kamera auf meinen Laptop lade, habe ich das Gefühl, dass ein weiterer kleiner Teil in mir heilt.“

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"Das Pflegepersonal in der Klinik war sehr gerührt, als es die vielen Bilder zum ersten Mal sah, die ich hinter meiner – sehr oft verschlossenen – Tür aufgenommen hatte."

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"Sie freuen sich sehr für mich und hoffen, dass es eine Fortsetzung der Reihe gibt - dann allerdings mit Fotos meines glücklichen und zufriedenen Lebens.“

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"Wenn ich durch meine Fotos nur eine einzige Person dazu inspirieren kann, ebenso wie ich, die eigenen Gefühle mit der Außenwelt zu teilen, würde mich das sehr glücklich machen.“

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(lk)

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