POLITIK
25/09/2017 20:58 CEST

Nach Petry-Abgang: Mikrofon fängt ein, wie Jörg Meuthen die AfD-Politikerin aus der Partei werfen will

Fabrizio Bensch / Reuters
Jörg Meuthen: "Wir sagen jetzt aber nicht 'wie bei den kleinen Negerlein' sonst sind wir wieder Rassisten"

  • Frauke Petry hat auf der ersten Bundespressekonferenz der AfD nach der Wahl ihre Partei bloßgestellt

  • Die Politikerin kündigte an, nicht Teil der AfD-Fraktion im Bundestag werden zu wollen

  • Ein Mikro fing daraufhin ein, wie sich Parteisprecher Jörg Meuthen über Petry erboste

Frauke Petry steht auf und geht. Sie will nicht Mitglied der AfD-Fraktion sein, sondern sich alleine in den Bundestag setzen. AfD-Politikerin ja, Parteisoldatin nein.

Zurück bleiben auf dem Podium im Haus der Bundespressekonferenz die AfD-Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland - sowie Bundessprecher Jörg Meuthen. Petrys Abgang sei so nicht geplant gewesen, sagte er gut hörbar.

Die nächsten Sätze Meuthens waren nicht für die anwesenden Reporter bestimmt - und wurden doch zufällig von einem Mikrofon eingefangen, wie der Sender n-tv berichtet.

Meuthen: "Das ist parteischädigendes Verhalten"

"Jetzt nehmen wir erstmal zur Kenntnis, was sie gesagt hat", sagte Meuthen demnach zum Spitzenkandidaten Alexander Gauland. Und fügt hinzu: "Das ist parteischädigendes Verhalten."

Alexander Gauland entgegnet laut n-tv: "Das ist unstrittig." Meuthen wiederum antwortet: "Das ist Thema für ein PAV." Ein PAV -

das bedeutet ein Parteiausschlussverfahren. Meuthen will Frauke Petry also aus der AfD schmeißen.

Angesprochen auf ein mögliches Ausschlussverfahren Petrys sagte Alexander Gauland am Montagabend in der ARD: "Das ist eine schwierige Sache." Gauland betonte jedoch, dass Petry selbst von der Bundespressekonferenz gerügt wurde - "das war parteischädigend."

Offiziell legt Meuthen Petry nur den Rücktritt nahe

Bisher wurde Petry offiziell nur der Austritt aus der Partei nahegelegt - von Weidel, Gauland und auch Meuthen.

Der forderte am Montagnachmittag Petry auf, aus der AfD auszutreten. "Ich würde Frau Petry empfehlen - nach dem, was sie heute getan hat - die Konsequenz zu ziehen und die Partei zu verlassen und ihr Parteiamt niederzulegen", sagte Meuthen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Und machte klar: Mit diesem Schritt könne sie "ein mögliches Parteiausschlussverfahren verkürzen, wie es manche in der Partei nun fordern". Manche - das schließt wohl auch Meuthen selbst mit ein.

Mehr zum Thema: Spaltet sich jetzt die AfD? Polit-Experte Patzelt erklärt, was hinter dem Petry-Eklat steckt

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