Petry verzichtet auf Sitz in AfD-Fraktion und verlässt Pressekonferenz vorzeitig

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  • Auf der ersten Pressekonferenz nach der Bundestagswahl sorgt AfD-Chefin Frauke Petry für einen Eklat
  • Nach einem kurzen Statement verlässt sie den Raum - und kündigte einen Verzicht auf einen Sitz in der AfD-Fraktion
  • Die Szene seht ihr oben im Video

Es ist ein denkbar chaotischer Start der AfD in den Bundestag.

In ihrer ersten Pressekonferenz nach der Bundestagswahl sorgte ausgerechnet Partei-Chefin Frauke Petry für einen Eklat.

Sie wolle der Fraktion ihrer Partei im Deutschen Bundestag nicht angehören, sagte sie am Montagmorgen in einem kurzen Statement. "Ich möchte aktiv Realpolitik machen."

Daraufhin verließ sie den Saal, was auch ihren Co-Sprecher Jörg Meuthen überraschte. "Das war so nicht abgesprochen", sagte er und entschuldigte sich für das Verhalten Petrys. Der Vorgang zeige, dass die AfD auch "ein gäriger Haufen" sei.

Petry verlässt die Bundespressekonferenz, ohne eine einzige Frage zu beantworten

Zuvor hatte Meuthen Petry heftig attackiert. Dass sie sich in öffentlichen Äußerungen wiederholt von den beiden Spitzenkandidaten distanziert habe, sei "wenig hilfreich" gewesen und "nicht hinnehmbar", sagte er.

Während des Wahlkampfs sei sie leider häufig "aus der Teamarbeit ausgeschert. Das hätten wir uns auch anders gewünscht." Petry sei im Wahlkampf kaum präsent gewesen, auch in Telefonkonferenzen habe sie oft gefehlt.

Auf die Frage, ob Meuthen die Kritik Petrys, es gebe inhaltliche Differenzen, teile, sagte er:

"Die inhaltlichen Differenzen sind konstruiert. Wir haben viele Positionen, in denen wir realpolitisch arbeiten - und Punkte, bei denen wir ein anderes Staatsverständnis haben. Etwa bei Thema direkte Demokratie und Volksentscheid".

Petry erklärte auf Facebook ihren Abgang in einem ausführlichen Statement. Dort schrieb sie:

"Da ich diesen Exodus an politischem Know-How und Personal aus meiner Position heraus nicht mehr aufhalten kann, habe ich mich nach langem Ringen entschlossen, der neu zu bildenden AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag NICHT anzugehören. Stattdessen werde ich als Einzelabgeordnete einer vernünftigen konservativen Politik Gesicht und Stimme verleihen."

2017-09-07-1504786616-8796518-CopyofHuffPost4.pngInside AfD - Die Community für Kritiker der Rechtspopulisten

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