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25/09/2017 08:22 CEST | Aktualisiert 25/09/2017 08:31 CEST

Knatsch in der AfD nur wenige Stunden nach der Wahl - Petry kritisiert Gauland im ZDF

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Knatsch in der AfD nur wenige Stunden nach der Wahl - Petry kritisiert Gauland im ZDF

  • AfD-Chefin Frauke Petry hat die "Wir werden sie jagen"-Aussage von Parteikollege Alexander Gauland kritisiert

  • Diese Art der Rhetorik komme bei den bürgerlichen Wählern nicht gut an, sagte Petry

Die AfD hat allen Grund zum Jubeln, die Partei erreichte bei der Bundestagswahl rund 13 Prozent und wird drittstärkste Kraft im Bundestag.

Doch können sich die Rechtspopulisten in der Fraktion zusammenraufen? Bereits vor der Wahl gab es Streit bei der AfD, welche Richtung die Partei einschlagen wolle. Der Erfolg bei der Wahl scheint dem harten Rechtskurs der Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland zu bestätigen.

Die Vertreterin des gemäßigteren Flügels, Frauke Petry, kritisierte dennoch nur wenige Stunden nach der Bundestagswahl eine Äußerung Gaulands - und zeigte damit, dass der Richtungsstreit in der AfD noch lange nicht entschieden ist.

"Wird nicht als konstruktiv wahrgenommen"

"Das ist die Rhetorik, glaube ich, von der ich gesprochen habe, dass gerade der bürgerliche Wähler sie nicht als konstruktiv empfindet", sagte Petry im ZDF-"Morgenmagazin".

Gauland hatte kurz nach Verkündung der ersten Prognose gesagt: Die Bundesregierung könne sich warm anziehen. "Wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen und wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen."

Die AfD sei im Wahlkampf laut zu hören gewesen, sagte Petry weiter im ZDF. Sie wolle, dass nun Themen und Inhalte dominieren - "und nicht die abseitigen Äußerungen".

Mehr zum Thema: Das meinte Gauland, als er sagte, er wolle die Kanzlerin "jagen"

Petry geht auf Distanz zu Gauland

Auch Petry sieht sich in ihrer Haltung bestätigt: In Sachsen, wo die Partei stärkste Kraft geworden war und Petry eines von drei Direktmandaten der Partei geholt hat, fahre die AfD seit Jahren diesen Kurs.

Die AfD-Chefin hatte sich auch schon von Gauland distanziert, als dieser forderte, die SPD-Integrationsbeauftrage Aydan Özoguz solle in Anatolien "entsorgt" werden.

Petry hatte erklärt, in einer Demokratie müssten auch seltsame Meinung ertragen, "aber deren Träger keinesfalls 'entsorgt' werden".

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(mf)

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