Masdar City – eine Ökostadt der Superlative

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Masdar City
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Bereits heute tüfteln Designer an Hightechkonzepten für die Städte der Zukunft. Solch eine smarte Stadt ist Masdar City – eine Planstadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Was man dort vorfindet: viel Grün, weitgehende Energieautonomie, Elektromobilität und Schatten spendende Architektur.

Rund sechs Kilometer südwestlich des Abu Dhabi International Airport entsteht seit 2008 eine Green City der Moderne, eine Ökostadt der Superlative: Masdar City. Die intelligente Metropole soll auf einer Fläche von sechs Quadratkilometern viel Platz zum Leben, Forschen und Arbeiten bieten. Das Ziel des gigantischen Projekts, das von Designern und Architekten geplant wurde: eine Stadt, die auf erneuerbare Energien setzt und dabei so wenig Müll, Qualm und CO2 wie möglich produziert. An Nachhaltigkeit kaum zu übertreffen also.

Strom bezieht die Smart City aus erneuerbaren Energien: aus Wind- und Solarkraft. Ein gigantischer Solarpark versorgt die Stadt dabei mit Strom. Zusätzliche Energie kommt von Windkraftanlagen. 15.000 Tonnen CO2 können allein mithilfe dieser technologischen Lösung eingespart werden, sagt der „City Director“ der Stadt, Anthony Mallows. „Um die Erderwärmung in den Griff zu bekommen, müssen wir lernen, CO2-freie Städte zu entwickeln.“

Masdar City – ein nachhaltiger Gegenentwurf zu den spektakulären Luxusbauten der Emirate

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Um den Energiebedarf in Masdar City gering – und damit nachhaltig – zu halten, orientieren sich die Planungsteams rund um den britischen Architekten Norman Foster am Vorbild traditioneller arabischer Siedlungen. Ganz nebenbei liefern sie damit einen architektonisch spannenden Gegenentwurf zu den gigantischen Luxustürmen, die das Stadtbild arabischer Citys ansonsten prägen.

„Die Wände der Häuser in Masdar sind nach oben hin schräg gebaut, damit sie mehr Schatten spenden“, sagt Susanne Bürger. Die Chefmathematikerin eines großen deutschen Versicherungskonzerns ist regelmäßig in den Arabischen Emiraten und hat die grüne Planstadt mehrfach besucht. Der Sommer in den Emiraten ist bekanntlich glühend heiß. Über 50 Grad zeigt das Thermometer an einem Junitag. „Aus einem Gebäude zu gehen, fühlt sich an, als ob dir jemand mit dem heißen Föhn ins Gesicht bläst“, sagt Susanne Bürger. „Das Bemerkenswerte ist: In Masdar City ist es deutlich kühler und angenehmer als in Abu Dhabi.“

Das stimmt – tatsächlich liegt die Temperatur in Masdar etwa zehn Grad unter der in Abu Dhabi. Dazu tragen auch Balkone ihren Teil bei, die um 45 Grad versetzt sind und den Gebäuden den Anschein gigantischer Tannenzapfen verleihen. Sie sorgen damit für zusätzlichen Schatten. Klimaanlagen werden damit zwar nicht überflüssig, ihr Einsatz kann aber deutlich reduziert werden.

Von traditionellem arabischen Wissen lernen

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Was zur arabischen Baukunst seit Jahrhunderten gehört: Windtürme. Diese fangen die Luftzirkulation in der Höhe ein und lenken sie, leicht gekühlt, nach unten in die engen Gassen. Dieses Vorbild beeinflusste ebenfalls die Stadtplanung des Projekts Masdar City: Der Windturm der smarten Stadt ist 45 Meter hoch und zentral gelegen. Für ein angenehmes Klima wird die Luft aus der Höhe zusätzlich mit Wassernebeln gekühlt.

Das ist aber noch nicht alles: Mit solarbetriebenen Entsalzungsanlagen wird Meerwasser aufbereitet und in die zahlreichen städtischen Springbrunnen gepumpt. Tiefe Brunnen, die sich ebenfalls schon in alten arabischen Siedlungen bewährt haben, bringen zudem Kühle aus dem Inneren der Erde nach Masdar City. Sonnensegel und moderne Dämmstoffe schirmen ebenfalls die Hitze ab.

Mobilität ohne Autos – eines der Ziele von Masdar City

Masdar City möchte Autos – so weit wie möglich – aus der Stadt verbannen. Das Thema Mobilität wird aber dennoch nicht vernachlässigt: Mit einem intelligenten öffentlichen Verkehrssystem will die Stadt für Bewohner, Arbeitgeber und Touristen eine attraktive, smarte Alternative anbieten: Wer die City von außerhalb besucht, stellt das Auto an einem der öffentlichen Parkhäuser am Stadtrand ab und fährt mit dem sogenannten Personal Rapid Transit (PRT) in die Innenstadt. Dabei handelt es sich um führerlose, spurgeführte Kabinen mit Elektromotor, die im Untergrund der Stadt fahren. Damit werden neben Menschen im Übrigen auch Waren und Konsumgüter befördert.

Die Gondeln lassen sich auf bis zu 1.500 Ziele innerhalb der Stadt programmieren und folgen keinem Fahrplan, sondern den Wünschen der Passagiere. Die Kabinen werden an Haltestellen beladen oder bestiegen. In Fahrt bewegen sie sich mit bis zu 40 km/h über im Boden eingelassene magnetische Leitschwellen.

Was die Infrastruktur von Masdar City außerdem ausmacht: Ebenerdig bewegen sich in erster Linie Fußgänger und Fahrräder. Der Ausbau des Verkehrssystems geht weiter – künftig soll eine Hochbahn folgen.

Noch lange nicht fertig: die Zukunft von Masdar City

So grün und smart Masdar bereits ist, noch ist die Stadt eine große Baustelle inmitten der Wüste. 176.000 Quadratmeter Fläche sind gegenwärtig bebaut. Weitere 740.000 Quadratmeter sollen in den kommenden fünf Jahren fertiggestellt werden, so die Stadtverwaltung. Das Ziel bis 2030: Heimat für 50.000 Menschen und 40.000 Arbeiter zu sein.

Schon heute haben sich zahlreiche Unternehmen angesiedelt, auch große europäische Konzerne haben in der Planstadt ihre Niederlassungen. Rund 2.500 Menschen arbeiten derzeit in der Smart City. Grund hierfür ist wohl auch die gute Anbindung an den Flughafen – und die angenehme, lebenswerte Atmosphäre der Stadt.

Ein Mix aus arabischer Kultur und moderner Architektur macht Masdar City schon heute zu einem einzigartigen und faszinierenden Projekt. Bisher scheint das Konzept aufzugehen – und wird mit Sicherheit weltweit eine ganze Menge Nachahmer finden.

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