Chatprotokolle sollen belegen: Frauke Petry plante Abspaltung von der AfD seit Monaten

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Frauke Petry hat bekannt gegeben, dass sie nicht für die AfD-Fraktion zur Verfügung stehen wird | dpa
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  • Frauke Petry hat bekannt gegeben, dass sie nicht für die AfD-Fraktion zur Verfügung stehen wird
  • Chat-Protokolle sollen belegen, dass sie diesen Schritt schon länger geplant habe

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry will kein Mitglied der AfD-Bundestagsfraktion sein - sondern sich als Führungsfigur für einen "konservativen Neuanfang" positionieren. Das machte Petry am Montag bei einer Pressekonferenz der AfD bekannt.

Nach Recherchen von WDR, NDR und "Süddeutsche Zeitung" soll Petry bereits länger eine Abspaltung von der AfD geplant haben. Darauf sollen interne Chatnachrichten zwischen Petry und ihrem Umfeld hindeuten.

Unklar sei selbst Vertrauten nach dem Wahlabend gewesen, ob Petry ihre Pläne angesichts des hohen Wahlergebnisses durchziehen würde.

Sie tat es offensichtlich. Es ist nicht das erste Mal für die AfD. Bereits 2015 gab es einen Bruch mit Parteigründer Bernd Lucke, nun könnte eine zweite Spaltung anstehen.

Ein Vertrauter von Petry habe den Plan der AfD-Chefin in einer Nachricht daher auch "Lucke 2.0" genannt. Aus einem der Chats gehe außerdem hervor, dass es in Sachsen bei einzelnen Veranstaltungen sogar Probeabstimmungen gegeben haben soll.

Was Petry braucht

Um eine eigene Bundestagsfraktion zu bilden, müsste Petry aber mindestens 34 Abgeordnete dazu bringen, sich ihr anzuschließen. Auf diese Frage werde es "sicherlich in den kommenden Tagen und Wochen Antwort" geben, sagte sie in einem Interview der ARD. Sie hoffe, "dass beim Wähler ankommt, dass ich für einen konservativen Neuanfang stehe".

Auf die Frage, wie dieser "Neuanfang" aussehen könnte, verwies sie auf die Arbeit der bisher von ihr geleiteten AfD-Landtagsfraktion in Sachsen. Dort habe sie gezeigt, "wie vernünftige Opposition aussieht", sagte Petry.

Mehr zum Thema: "Die Gegenrevolution hat begonnen": Wie der Einzug der AfD in den Bundestag Deutschland verändern wird

Mit dpa-Material.

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(ll)

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