Sie hat ihr Baby verloren - mit diesen Fotos macht eine junge Frau anderen Betroffenen Mut

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  • Oft finden Frauen nicht den Mut, darüber zu sprechen, dass sie ein Kind verloren haben
  • Eine junge Amerikanerin hat deswegen ein Fotoprojekt ins Leben gerufen
  • Es soll Betroffenen eine Stimme geben

Kaum etwas ist so schrecklich für eine Frau, wie wenn sie ihr Kind verliert. Viele Betroffene tragen ihre Qualen still mit sich herum und können sich nicht überwinden, über den Verlust zu sprechen.

Die Amerikanerin Susana Butterworth will das ändern und hat deshalb ein Fotoprojekt gestartet. Die 23-Jährige hat im März dieses Jahres selbst ihren Sohn verloren - er kam tot zur Welt.

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Susanna Butterworth mit ihrem Ehemann Dallin und ihrem Sohn Walter, der im März 2017 tot zur Welt kam; Bild: Susanna Butterworth

Um ihren eigenen Schmerz zu lindern und ihrem Baby auf bedeutsame Weise zu gedenken, will sie nun anderen Frauen Mut machen, ebenfalls über ihre schmerzvolle Erfahrung zu sprechen.

Der Spiegel symbolisiert die Leere, die der Verlust des Kindes hinterlassen hat

Ihre Fotoreihe "Empty Photo Project" zeigt verschiedenen Frauen mit einem runden Spiegel vor sich. Er symbolisiert die Leere, die der Verlust des Kindes in ihnen hinterlassen hat.

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Katrina; Bild: Empty Photo Project

"Ich habe das Projekt gestartet, nachdem mein erster Sohn, Walter, gestorben war", sagte Butterworth der HuffPost UK. "Als Fotografin wollte ich dieses niederschmetternde Erlebnis in etwas Sinngebendes verwandeln."

Frauen sollen über den Verlust sprechen dürfen

Sie wolle erreichen, dass der Betrachter auf den Bildern erkenne, wie sehr der Verlust eines Babys die Mutter schmerze, es aber in Ordnung sei, darüber zu sprechen.

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Emily; Bild: Empty Photo Project

Butterworth selbst fand während ihrer Schwangerschaft heraus, dass ihr Sohn unter Trisomie18 litt. Das ist eine seltene, aber sehr schwerwiegende genetische Veränderung, die zu massiven gesundheitlichen Problemen führt.

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Als sie in der 35. Woche schwanger war, spürte sie, dass das Baby sich in ihrem Bauch nicht mehr bewegte.

Die Ärzte konnten ihr Baby nicht retten

Ihre Hebamme beschloss, innerhalb weniger Tage die Geburt einzuleiten, damit die 23-Jährige und ihr Partner ihren Sohn noch lebend im Arm würden halten können. Doch am nächsten Tag sagten die Ärzte Butterworth, dass ihr Baby keinen Herzschlag mehr hatte. Ihr Sohn kam am 8. März 2017 tot zur Welt.

Während Walters Beerdigung habe sie gemerkt, dass die Menschen um sie herum auf einmal ganz anders mit ihr sprachen, sagte Butterworth.

"Es schien mir so, als würden alle mich mit Samthandschuhen anfassen wollen. Die meisten vermieden es völlig, über Kinder, Familie oder meinen Verlust zu sprechen."

Weil sie findet, dass das nicht der richtige Umgang mit dem Thema ist, will sie mit dem "Empty Photo Project" eine Diskussion anregen.

"Das ist ein Teil des Lebens, über den wir sprechen müssen"

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Mollie; Bild: Empty Photo Project

"Das ist ein Teil des Lebens, über den wir sprechen müssen", sagte sie. "Menschen, die ein Kind verloren haben, können nicht darüber hinwegkommen, wenn sie sich alleine fühlen und niemanden haben, mit dem sie darüber reden können."

Butterworth hat für ihr Projekt bereits eine ganze Reihe von Frauen fotografiert und ermutigt alle, die Ähnliches erlebt haben, ihre Geschichten auf ihrer Foto-Website zu teilen.

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Anonym; Bild: Empty Photo Project

Die Frau, die an der Backsteinmauer lehnt, hatte im November 2016 eine Fehlgeburt.

"Ich schuf erst neues Leben, nur um es einige Tage später wieder betrauern zu müssen”, schreibt sie zu dem Foto. “Ich konnte nicht begreifen, was geschehen war. Warum passierte mir das, meiner Familie? Was hatte ich falsch gemacht?"

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Sie habe immer noch die Hoffnung, dass sie und ihr Mann eines Tages ein Baby bekommen werden. "Dann können wir unserem toten Sohn ein kleines Geschwisterchen in der echten Welt schenken. Er wäre so ein toller großer Bruder gewesen."

Ihre ganze Geschichte und die der anderen Frauen könnt ihr auf der Homepage des "Empty Photo Project" oder auf dem Instagram-Account des Projekts nachlesen.

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der HuffPost UK und wurde von Lea Kosch aus dem Englischen übersetzt.

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(ks)

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