Erststimme und Zweitstimme in der Bundestagswahl - das sind die Unterschiede

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BUNDESTAG
Wofür Erst- und Zweitstimme steht | Hannibal Hanschke / Reuters
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  • Jeder deutsche Wahlberechtigte hat zwei Stimmen bei der Bundestagswahl
  • Mit der einen wählt ihr einen Direktkandidaten, mit der anderen die Landesliste einer der Partei

Deutschland hat am Sonntag seinen neuen Bundestag gewählt. Jeder Wahlberechtigte kann bei einer Bundestagwahl zwei Kreuze setzen - das eine steht für die Erststimme, das andere für die Zweitstimme.

Hintergrund dieser zwei Stimmen: Die Wählerinnen und Wähler entscheiden, welcher Direktkandidat für den Wahlkreis in den Bundestag einzieht - und wie sich die Macht der Parteien im Plenum verteilt.

Aber wie funktioniert das genau? Es ist Zeit, sich die wichtigen Mechanismen der Bundestagswahl vor dem 24. September ins Gedächtnis zu rufen.

Die Erststimme für den Direktkandidaten des Wahlkreises

Die Erststimme gehört dem Direktkandidaten eures Wahlkreises.

Jede zur Wahl zugelassene Partei darf hierfür einen Kandidaten aufstellen, unabhängige Kandidaten benötigen 200 Unterschriften, damit sie antreten können.

Wahlberechtigte haben zwar die Wahl. Aber nur der Politiker, der die meisten Stimmen im Kreis auf sich vereinen konnte, geht nach dem 24. September als Direktkandidat nach Berlin.

Auf diesem Weg ziehen insgesamt 299 Abgeordnete in den Bundestag ein - so ist sichergestellt, dass jede Region von einem Direktkandidaten vertreten wird.

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Die Zweitstimme bestimmt das Mächteverhältnis der Parteien

Die wichtigere Stimme ist die Zweitstimme. Mit dieser wählt ihr eine Bundesland-Liste von Kandidaten einer Partei - und ihr entscheidet mit, wie viele Sitze einer Partei zustehen. Daher wird am Wahlsonntag auch auf die Hochrechnung der Zweitstimmen geschaut.

Hat eine Partei also 30 Prozent der Zweitstimmen erhalten, stehen ihr 30 Prozent der Plätze im Bundestag zu.

Eine Chance haben allerdings nur diejenigen Parteien, die mehr als fünf Prozent der Stimmen erhalten: Erst wenn Parteien über diese Hürde springen, (oder die Direktkandidaten drei Wahlkreise gewonnen haben), zählen die Zweitstimmen.

Wie werden die Plätze im Bundestag verteilt?

Bei der Vergabe der erhaltenen Plätze gilt dann: Erst bekommen die Gewinner der Erststimme ihren Platz, dann die Listenkandidaten die übrigen - und zwar nach der Reihenfolge, in der sie in der Liste angegeben wurden.

So senden die gewählten Parteien für das jeweilige Bundesland Vertreter in den Bundestag - manche aufgrund aller Erststimmen im Wahlkreis mit Direktmandat, die Listenkandidaten verhältnismäßig zu den gewonnenen Zweitstimmen.

Im Video seht ihr eine Zusammenfassung:

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