"Dann wird es Nordkorea nicht länger geben": Trump provoziert mit neuem Tweet

Veröffentlicht: Aktualisiert:
TRUMP
"Dann wird es Nordkorea nicht länger geben": Trump provoziert mit neuem Tweet | GETTY
Drucken
  • US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea in einem Tweet erneut gedroht
  • Er reagierte damit auf die UN-Rede des nordkoreanischen Außenministers

Mit jedem Wort, hat man das Gefühl, eskaliert dieser Konflikt mehr. Am Samstagabend hat US-Präsident Donald Trump mit einem Tweet in der Nordkorea-Krise nachgelegt.

Er reagierte damit auf die Rede des nordkoreanischen Außenministers Ri Yong-ho bei der UN-Generaldebatte. Ri hatte gedroht: "Trumps Beleidigungen machen es unausweichlich, dass unsere Raketen das Festland der USA heimsuchen."

Wenige Stunden später folgten die nächsten Beleidigungen Trumps:

"Habe gerade Nordkoreas Außenminister bei der UN reden gehört. Falls das die Gedanken des kleinen Raketen-Mannes wiedergibt, wird es sie nicht länger geben."

Der Raketenmann

Bereits in einem Tweet und bei seiner martialischen Rede vor der UN hatte Trump den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un den "Raketenmann" genannt. Nun verschärfte er die abfällige Rede - und bezeichnete Kim als "kleinen Raketenmann".

Seit Tagen tobt ein Krieg der Worte zwischen den USA und Nordkorea. Kim hatte den US-Präsidenten in einer Mitteilung am Freitag als "verwirrten, senilen Greis" beschimpft.

Aber die USA reagieren nicht mit Worten auf die Drohgebärden des kommunistischen Regimes.

Die USA ließen am Samstag mehrere B-1B-Bomber die Küste Nordkoreas entlang fliegen. Es sei das erste Mal in diesem Jahrhundert, dass amerikanische Kampfflugzeuge oder Bomber so weit nördlich der entmilitarisierten Zone vor der nordkoreanischen Küste geflogen seien, teilte das Pentagon mit.

Sorgen in den USA

Der neuerliche Trump-Tweet löste Beunruhigung aus. "Die Generäle Kelly, Mattis und McMaster sowie die Regierungen Südkoreas und Japans haben ein angespanntes Wochenende", twitterte der Chefredakteur des US-Magazins "The Atlantic", Jeffrey Goldberg.

"Das ist die leichtsinnigste Rhetorik einer Person mit Atomwaffen seit Erfindung dieser Waffen", schrieb US-Professor Asad Abukhalil.

US-Journalist Yashar Ali bemerkte ein beunruhigendes Detail an Trumps Tweet: Außenminister Ri hatte Stunden vor Absetzen der Kurznachricht gesprochen. Warum hatte Trump "gerade" erst davon erfahren?

Berater sollen Trump vor seiner UN-Rede davor gewarnt haben, Machthaber Kim nicht persönlich zu attackieren, das könnte die Situation weiter eskalieren lassen. Darüber berichtete die US-Tageszeitung "Los Angeles Times".

Trump hat sich offensichtlich nicht daran gehalten - sondern dreht weiter an der Eskalationsspirale.

Die Hintergründe zur Nordkorea-Krise:

Die Welt hält Kim Jong-un für einen irren Diktator - ein Nordkorea-Experte erklärt, warum das ein schwerer Fehler ist
Die machtlose Supermacht: China hat kaum noch Einfluss auf die Entwicklungen in Nordkorea
Was passiert, wenn Kim Atomraketen schickt? Die 6 wichtigsten Fragen und Antworten
Tödliches Netzwerk: Nordkorea ist keineswegs der isolierte Staat, für den ihn viele halten
Die USA und Nordkorea drohen sich mit Krieg - doch in Südkorea bleiben die Menschen gelassen
Putin stärkt dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un den Rücken - dahinter steckt Kalkül

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(ujo)

Korrektur anregen