Historisch schlechtes Wahlergebnis: SPD will in die Opposition gehen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MARTIN SCHULZ GABRIEL
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat die Wahlniederlage seiner Partei bei der Bundestagswahl eingeräumt. | Fabrizio Bensch / Reuters
Drucken
  • Die ersten Hochrechnungen zur Bundestagswahl sind da
  • Für die SPD bedeutet die Wahl ein historischer Absturz
  • Die Sozialdemokraten wollen nun in die Opposition gehen

Die SPD-Spitze hat sich nach dem historischen Absturz bei der Bundestagswahl einmütig dafür ausgesprochen, in die Opposition zu gehen. Das erfuhr das Magazin "Focus" nach einer Telefonschalte unter Leitung des SPD-Spitzenkandidaten Martin Schulz am Sonntag.

Auch Bundestagsfraktionschef Thomas Oppermann sagte, die SPD werde in die Opposition gehen. Er kenne niemanden in der Partei, der nach dem Ergebnis die große Koalition fortsetzen wolle, sagte Oppermann.

Kritik an Koalitionsabsage von der CSU

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat die Wahlniederlage seiner Partei bei der Bundestagswahl eingeräumt. "Heute ist ein schwerer und ein bitterer Tag für die deutsche Sozialdemokratie", sagte Schulz am Sonntagabend. Die SPD habe ihr Wahlziel verfehlt.

Der bisherige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die Entscheidung der SPD kritisiert, in die Opposition zu gehen. "Ich halte die Entscheidung der SPD für verfrüht, wir haben alle eine Verantwortung für dieses Land, auch die SPD", sagte der CSU-Politiker am Sonntagabend.

Bitterer Wahlabend für die Regierungsparteien

Nach der Absage der SPD an eine neuerliche große Koalition hätte nach den aktuellen Hochrechnungen nur ein Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen eine Mehrheit im Bundestag. Die CSU steht einem solchen Bündnis äußerst skeptisch gegenüber.

Dobrindt sprach von einem bitteren Wahlabend für alle bisherigen Regierungsparteien. Für die CSU bedeute dies, dass sie ihre Themen - vor allem die Migrations- und Flüchtlingspolitik - in anstehenden Koalitionsverhandlungen noch stärker deutlich machen muss. "Wir haben verstanden, dass wir die rechte Flanke schließen müssen", sagte Dobrindt.

Mehr zur Bundestagswahl 2017:
Zwischen Protest und purer Verzweiflung: Bei diesen Wählergruppen hat die AfD besonders gut abgeschnitten
Grünen-Politiker Nouripour: "Es ist ein schlimmer Abend für Deutschland"
Alle wichtigen Ereignisse zur Wahl im Überblick in unserem Liveblog

(lk)

Korrektur anregen