POLITIK
24/09/2017 19:18 CEST | Aktualisiert 24/09/2017 21:13 CEST

Grünen-Politiker Nouripour: "Es ist ein schlimmer Abend für Deutschland"

Florian Gaertner via Getty Images
Grünen-Politiker Nouripour: "Es ist ein schlimmer Abend für Deutschland"

  • Grünen-Politiker Nouripour spricht am Wahltag von einem "schlimmen Abend für Deutschland"

  • Mit der AfD würden "Rassisten in den Reichstag einziehen"

Für die Grünen müsste es eigentlich ein erfreulicher Wahlabend sein. Hochrechnungen sehen die Partei bei 9,3 Prozent – sie schneidet damit deutlich stärker ab als in den meisten Umfragen vor der Wahl.

Der Grünen-Abgeordnete Omid Nouripour schlägt dennoch mahnende Töne an. "Es ist ein schlimmer Abend für Deutschland", sagte Nouripour der HuffPost. "Wenn nach über 70 Jahren wieder offene Rassisten in den Reichstag einziehen, ist das höchst alarmierend", sagte Nouripour.

Der Außenpolitiker betonte, es sei nun besonders die Aufgabe der Grünen, die "AfD zu demaskieren und die Wähler wieder zurückzugewinnen". Die Grünen hätten das Ziel, drittstärkste Fraktion im Parlament zu werden, nicht erreicht.

Die drittmeisten Stimmen bekam die rechtspopulistische AfD, die bei rund 13 Prozent steht.

"Aber wir haben gezeigt, dass man Umfragen umdrehen kann", sagte Nouripour. "Unsere Spitzenkandidaten haben Übermenschliches geleistet."

Grüne bald auf der Regierungsbank?

Die Grünen wollen nach ihrem Wahlerfolg selbstbewusst in mögliche Gespräche über ein Jamaika-Bündnis mit Union und FDP gehen. "Wir werden kein einfacher Partner sein", sagte Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt am Sonntag in Berlin auf der Wahlparty der Grünen.

Mit Blick auf mögliche Verhandlungen über ein Regierungsbündnis fügte sie hinzu: "Es werden schwierige Gespräche."

Die Grünen würden mit allen Parteien sprechen außer mit der AfD. "Aber wir reden nicht über alles." Göring-Eckardt mahnte die eigenen Reihen, weiter zusammenzuhalten, um zusammen Verantwortung zu übernehmen.

Spitzenkandidat Cem Özdemir betonte: "Wir wollen dieses Land verändern.» Zentraler Punkt sei ein umfassender Klimaschutz. Es gebe mit den Grünen auch keine Politik, die sich gegen die Europäische Union richte. Mit Blick auf das Abschneiden der AfD sagte Özdemir, alle Parteien seien in der Pflicht, um die Spaltung in Deutschland zu überwinden.

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(lk)