Das meinte Gauland, als er sagte, er wolle die Kanzlerin "jagen"

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GAULAND BEI WILL
Das meinte Gauland, als er sagte, er wolle die Kanzlerin "jagen" | Screenshot ARD
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  • AfD-Spitzenmann Gauland hat nach der Verkündung der erste Prognosen der künftigen Regierung gedroht
  • In der Talkshow "Anne Will" erklärte Gauland nun, was dahintersteckte

In der ARD-Talkshow "Anne Will" hat AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland noch einmal skizziert, was die AfD seiner Ansicht nach leisten soll: dagegen sein.

Gauland hatte kurz nach Bekanntgabe der ersten Prognose am Sonntagabend angekündigt, die AfD werde jede künftige Regierung "jagen". Er verteidigte diese fragwürdige Wortwahl. Derartige Begrifflichkeiten seien "im politischen Leben" erlaubt.

Moderatorin Will wollte wissen, was das heißen solle. Gauland sagte, die AfD wolle den Rechtsbruch beenden, den die Koalition begangen habe, sie wolle keine Masseninvasion, keinen Superstaat Europa.

Er sagte auf die Frage der Moderatorin, was seine Partei konstruktiv beitragen wolle: Konstruktiv zu sein, sei nicht die Aufgabe der AfD. Ungläubiges Gelächter und Protest aus dem Publikum bügelte er mit dem Satz ab: "Das Gelächter könnt ihr lassen."

AfD dominiert fast alle Debatten

Er bezeichnete es als "Unverschämtheit", dass Will ihn fragte, wie er als Mann von 76 Jahren mit 30 Jahren Parteierfahrung in der CDU Welpenschutz für sich beanspruchen könne.


"Lustig" dagegen fand Gauland, dass die ganze Zeit über die AfD geredet werde, statt mit der AfD zu reden. "Die Behandlung, die Sie uns angedeihen lassen, treiben unsere Zahlen nach oben." Dass sehr viele AfD-Wähler die Partei nicht aus Überzeugung, sondern aus Enttäuschung über die anderen Parteien gewählt hatten, stört Gauland offenbar nicht.

Gauland berührte damit einen wunden Punkt: Schon in der Elefantenrunde hatten sich diverse Politiker aufgeregt, dass die AfD mit ihren etwas mehr als 12 Prozent der Stimmen nahezu alle Debatten dominiere.

Es ist ein Problem, dem sich Deutschland nun noch viel öfter wird stellen müssen.

FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki dagegen will die Aufregung um die AfD nicht teilen. "Wir sind doch stark genug, damit fertig zu werden", sagt er.

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(cho)

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