Wahl im Live-Blog: Merkel zuversichtlich für Regierungsbildung bis Weihnachten

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Wahl im Live-Blog: Merkel zuversichtlich für Regierungsbildung bis Weihnachten | Kai Pfaffenbach / Reuters
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  • Bundestagswahl 2017: Die Union ist laut Hochrechnungen stärkste Kraft, aber mit deutlichen Verlusten
  • Die AfD ist drittstärkste Kraft geworden
  • Die SPD geht in die Opposition

Die Deutschen haben gewählt: Seit 18 Uhr sind die Wahllokale in der Republik geschlossen.

Das vorläufige amtliche Endergebnis der Wahl (Stand 5:35 Uhr):

Union: 33,0 Prozent
SPD: 20,5 Prozent
Linke: 9,2 Prozent
Grüne: 8,9 Prozent
FDP: 10,7 Prozent
AfD: 12,6 Prozent

Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 76,2 Prozent.

Mit 709 Abgeordneten ist der Bundestag in der neuen Legislaturperiode so groß wie nie zuvor. Die Sitzverteilung nach Angaben des Bundeswahlleiters:

Union: 246 Mandate
SPD: 153 Mandate
AfD: 94 Mandate
FDP: 80 Mandate
Linke: 69 Mandate
Grüne: 67 Mandate

Alles zur Bundestagswahl im Live-Blog:

23:05 Uhr: Merkel will AfD-Wähler zurückgewinnen - nur wie?

"Wir wollen die Wählerinnen und Wähler der AfD zurückgewinnen“, sagte CDU-Chefin Angela Merkel, als sie am frühen Sonntagabend im Konrad-Adenauer-Haus auf die Bühne trat.

Auch sie wusste da schon: Der Triumph der Rechtspopulisten bei der Bundestagswahl ist ganz unmittelbar mit dem schwachen Wahlergebnis der Union verbunden. Rund eine Million Wähler wanderten ersten Prognosen zufolge von CDU und CSU zur AfD.

Dass die Konservativen das nicht auf sich sitzen lassen können, ist klar. Doch ob Merkel es schaffen kann, ihr Versprechen zu halten, ist äußerst fraglich. Warum das so ist, könnt ihr hier lesen.

22:38 Uhr: Mögliche Sitzverteilung im Bundestag (Stand 21.45 Uhr)

22:24 Uhr: Ströbele fordert Medien dazu auf, nicht "jeden Furz" der AfD zu kommentieren

Die AfD hat etwa 13 Prozent der Stimmen bei der Bundestagswahl bekommen. Und obwohl die Rechtspopulisten damit eine deutliche Minderheit in Deutschland darstellen, sind sie in den Wahlsendungen am Sonntagabend das Hauptthema.

Sehr zum Ärger von Hans-Christian Ströbele. Der empfahl im ZDF: "Ich empfehle allen, auch Ihnen hier beim ZDF oder auch bei der ARD, nicht jeden Furz und jeden Spruch, den ein AfDler loslässt tagelang und wochenlang zu kommentieren." Die Medien hätten der AfD zu viel Raum gegeben und diese so hochgebracht.

"Ich hoffe, das ändert sich jetzt", sagte Ströbele.

22:06 Uhr: Merkel zuversichtlich für Regierungsbildung bis Weihnachten

Kanzlerin Angela Merkel hält es für möglich, dass eine neue Regierung trotz schwieriger Koalitionsverhandlungen bis Weihnachten im Amt ist.

Auf die Frage, wie zuversichtlich sie sei, den Deutschen bis Weihnachten eine stabile Regierung präsentieren zu können, sagte sie am Sonntag in der "Berliner Runde" von ARD und ZDF: "Ich bin generell immer zuversichtlich. Und außerdem: Seit vielen Jahren habe ich das Motto: in der Ruhe liegt die Kraft."

Die SPD-Spitze hat nach den schweren Verlusten bei der Bundestagswahl am Sonntag den Gang in die Opposition angekündigt. Möglich bleibt eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen, deren Bildung aber unter anderem wegen schweren Differenzen zwischen CSU und Grünen schwierig werden könnte.

21:41 Uhr: Grüne in Tübingen stärkste Kraft

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer gilt als der rechteste Grüne innerhalb seiner Partei. Gerade in der Flüchtlingsdebatte hat er immer wieder mit Hardliner-Positionen für Aufsehen gesorgt - anscheinend mit Erfolg.

Denn bei der Bundestagswahl wurden die Grünen in Tübingen stärkste Kraft, mit knapp 26 Prozent. Die AfD erhielt hingegen nur 5,2 Prozent.

20:57 Uhr: Streit um die AfD in der "Berliner Runde"

In der "Berliner Runde" der Spitzenkandidaten der Parteien war das starke Ergebnis der AfD Hauptthema - sehr zum Ärger einiger Gäste. AfD-Politiker Jörg Meuthen leugnete, seine Partei vertrete rassistische Positionen. Dann sagte er, er sehe in manchen deutschen Fußgängerzonen keine Deutschen mehr.

SPD-Mann Martin Schulz sagte derweil der AfD den Kampf an, er wolle mit der SPD eine starke und demokratische Opposition stellen.

Christian Lindner von der FDP hingegen wiederholte seine Forderung, sich nicht von der AfD provozieren zu lassen. Zu seiner Erfahrung mit der Partei in Nordrhein-Westfalen sagte er: "Die waren am Buffet, wenn es um Sachfragen ging."

Die grüne Politikerin Katrin Göring-Eckardt stimmte zu, dass man die AfD nicht auf ihre Provokationen reduzieren dürfe - ignorieren dürfe man diese aber nicht. Sie betonte, die AfD habe vielleicht 13 Prozent der Stimmen erlangt und sei somit eine Minderheit in der Republik. Man dürfe sich von ihr die politische Debatte nicht diktieren lassen.

Die Linke-Spitzenpolitikerin Katja Kipping sagte in Richtung des AfD-Vorsitzenden Meuthen: "Sie haben keinerlei Lösung für die Menschen, die Sie gewählt haben." Die einzige Antwort der AfD auf jedes soziale Problem sei, es auf die Flüchtlinge zu schieben.

CSU-Mann Joachim Hermann empörte sich: "Die Hälfte der Sendezeit beschäftigt sich wieder mit der AfD." Das sei völlig Fehl am Platz. Die öffentlich-rechtlichen Sender hätten die AfD nicht klein gemacht, sondern groß. "Die AfD ist nicht das Hauptproblem für die Zukunft der Bundesrepublik", sagte Hermann.

20:41 Uhr: Blitzanalyse zur Bundestagswahl

Deutschland hat gewählt. Und für die Volksparteien gibt es an diesem Abend nichts zu feiern. Das Bild ist trist.

Angela Merkel fährt ihr schlechtestes Ergebnis als CDU-Spitzenkandidatin ein, wahrscheinlich ist es das schlechteste Ergebnis der CDU seit 1949. Auch die SPD ist massiv abgestürzt - sie landet bei historisch schlechten 20 Prozent.

Wie konnte das passieren? Unsere Blitzanalyse zur Wahl lest ihr hier.

20:16 Uhr: Was die Wähler der AfD antreibt

Über die Ziele der AfD machen sich die Wähler in Deutschland wenig Illusionen: 86 Prozent der Wähler glauben laut Infratest, dass sich die AfD nicht genug von rechtsextremen Positionen distanziert. Sogar 55 Prozent der AfD-Wähler stört das. Und stimmten trotzdem für die Partei.

Was die AfD-Wähler umtreibt, ist eindeutig: Mehr als 90 Prozent ihrer Wähler sorgen sich um den Verlust der deutschen Kultur, hat Angst vor dem Islam und der Kriminalität.

19:54 Uhr: Große Anti-AfD-Demonstration am Alexander-Platz in Berlin

Die AfD feiert ihren Einzug in den Bundestag am Alexander-Platz in Berlin. Vor dem Gebäude hat sich eine große Masse an Demonstranten versammelt. Rufe wie "Nazis raus" und "Ganz Berlin hasst die AfD" waren zu hören.

19:48 Uhr: AfD bei ostdeutschen Männern stärkste Kraft

Die AfD hat ihre Hochburgen im Osten der Republik (siehe Eintrag um 18.50 Uhr). Besonders bei den ostdeutschen Männern schnitt sie stark ab. Laut der Forschungsgruppe Wahlen wurden die Rechtspopulisten dort zur stärksten Kraft.

19:28 Uhr: Grünen-Politiker Nouripour spricht von schlimmen Abend für Deutschland

Für die Grünen müsste es eigentlich ein erfreulicher Wahlabend sein. Hochrechnungen sehen die Partei bei 9,3 Prozent – sie schneidet damit deutlich stärker ab als in den meisten Umfragen vor der Wahl.

Der Grünen-Abgeordnete Omid Nouripour schlägt dennoch mahnende Töne an. "Es ist ein schlimmer Abend für Deutschland", sagte Nouripour der HuffPost. "Wenn nach über 70 Jahren wieder offene Rassisten in den Reichstag einziehen, ist das höchst alarmierend", erklärte er.

19:21 Uhr: Gesine Schwan: "Mit der SPD in der Opposition gibt es eine neue Alternative"

SPD-Parteimitglied Gesine Schwan unterstützt die Entscheidung ihres Parteivorstands, in die Opposition zu gehen. "Als Juniorpartner in einer großen Koalition können wir nicht gewinnen", sagte Schwan im Gespräch mit "Focus Online".

Die AfD habe sich als Alternative gegründet, weil es augenscheinlich keine andere gab. "Wenn die SPD in die Opposition geht, wird es eine andere Alternative geben", betonte Schwan. Die SPD habe nun die Chance, ihr Profil nicht nur inhaltlich, sondern auch im Verhalten zu schärfen.

19:16 Uhr: FDP-Politiker Brüderle zu einer möglichen Jamaika-Koalition

Rainer Brüderle hat sich erfreut über das Ergebnis seiner FDP gezeigt. "Ich freue mich riesig, dass die FDP das Comeback gut geschafft hat", sagte er der HuffPost. "Ein hervorragendes Ergebnis. Wir sind eine Partei der Mitte, liberal, der Bürgerrechte."

Brüderle äußerte sich auch zu einer möglichen Jamaika-Koalition mit Union und Grünen. "Das müssen die Protagonisten der Großen Koalition erklären, sie haben ja gemeint, eine gute Politik gemacht zu haben. Das haben die Wähler anders gesehen."

Es müsse geschaut werden, ob es eine für die FDP faire Ausgangslage in einem Jamaika-Bündnis geben könnte.

19:12 Uhr: NRW-Ministerpräsident Laschet: "Wahl nicht durch Flüchtlingspolitik entschieden worden"

Der CDU-Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, hat die Flüchtlingspolitik seiner Partei und der Großen Koalition verteidigt. Sie sei richtig gewesen - und habe die Wahl nicht entschieden.

19:05 Uhr: AfD wildert bei anderen Parteien und Nichtwählern

Die AfD hat den Einzug in den Bundestag geschafft. Die Rechtspopulisten werden wohl drittstärkste Kraft im Parlament werden - auch, weil sie den anderen Parteien so viele Stimmen abgenommen haben.

Laut der Forschungsgruppe Wahlen haben 35 Prozent der Wähler anderer Parteien oder Nichtwähler für die AfD gestimmt.

18:59 Uhr: Angela Merkel äußert sich zum Wahlausgang

Angela Merkel hat sich vor CDU-Anhängern im Konrad-Adenauer-Haus geäußert. "Natürlich hatten wir uns ein wenig ein besseres Ergebnis erhofft", sagte Merkel. Aber die vergangene Legislaturperiode sei auch herausfordernd gewesen.

Sie sagte unter Jubel: "Gegen uns kann keine Regierung gebildet werden." Den Einzug der AfD in den Bundestag wolle Merkel "analysieren".

18:50 Uhr: AfD-Hochburg Ostdeutschland

Nach einer Prognose für den Ausgang der Bundestagswahl in den neuen Bundesländern zeigt sich: Die AfD könnte dort die zweitstärkste Kraft werden. Sie könnte demnach 21,5 Prozent der Stimmen erhalten - die SPD hingegen nur 14,5 Prozent.

18:47 Uhr: Horst Seehofer äußert sich zum schlechten Abschneiden der CSU

CSU-Chef Horst Seehofer hat sich zum enttäuschenden Ergebnis seiner CSU geäußert. Die Partei hatte nur 38,7 Prozent der Stimmen bekommen. Seehofer sagte: "Es gibt nichts schönzureden." Das Ergebnis sei eine "herbe Enttäuschung" – das gelte für die Union als Ganzes und auch für die CSU.

Nach der Einschätzung der Partei habe sie eine "offene Flanke auf der rechten Seite" – es sind die Worte, die auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt schon gewählt hatte. Seehofer sagte: Diese Flanke wolle er mit klarer Kante und klaren politischen Positionen schließen.

18:44 Uhr: Ominöse Zahl zur AfD

Laut der infratest-Hochrechnung der ARD bekäme die AfD nach aktuellem Stand 88 Sitze im Bundestag. Ja, 88.

18:44 Uhr: Große Freude bei der FDP

Christian Lindner, FDP-Chef, kommt vor lauter Jubel im Saal kaum zum Sprechen. Die Partei hat den Wiedereinzug in den Bundestag geschafft, nachdem sie 2013 an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert war. "Wenn ihr nach jedem Satz jubelt, wird das ...", sagt Lindner. Und wird wieder unterbrochen. "Ich merke schon, es wird ein langer Abend."

In einem Land, das Schadenfreude kenne, sei es schön zu sehen, dass ein Neuanfang nach einem Scheitern möglich sei.

18:34 Uhr: Martin Schulz : "Wir haben unser Wahlziel verfehlt"

Martin Schulz hat im Willy-Brandt-Haus Stellung zum historischen Wahldesaster der SPD genommen. Er sagte: "Ich will nicht drumrumreden, wir haben unser Wahlziel verfehlt." Schulz bedankte sich bei der Unterstützung durch die sozialdemokratischen Wahlkämpfer und bei seinen Wählern.

Schulz versprach zudem, mit "aller Kraft" gegen die AfD kämpfen zu wollen.

Nach Wahlklatsche: SPD-Chef Schulz verspricht, "mit aller Kraft" gegen die AfD zu kämpfen

"Lasst mich schließen mit einer grundsätzlichen Bemerkung", sagte Schulz. "Diese Partei hat viele bittere Stunden erlebt aber die Partei hat es geschafft die Demokratie in diesem Land weiter auszubauen und zu stützen."

Die SPD-Politiker Manuela Schwesig und Thomas Oppermann hatte sich zuvor dafür stark gemacht, dass Martin Schulz weiter Parteivorsitzender der Sozialdemokraten bleiben solle. Auch Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz sprach sich für Schulz aus.

18:33 Uhr: Erste Spekulationen über die Jamaika-Koalition

Grüne und FDP sind nach der Bundestagswahl gesprächsbereit, was eine mögliche Koalition mit der Union angeht.

Einen Automatismus für ein Jamaika-Bündnis gebe es aber nicht. FDP-Vize Wolfgang Kubicki sagte am Sonntagabend in der ARD: "Man kann uns nicht in eine Koalition hineinzwingen." Dies gelte ungeachtet der Tatsache, dass die SPD eine Fortsetzung der großen Koalition ablehne.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte, seine Partei werde "sehr ernsthafte Gespräche" mit den anderen demokratischen Parteien führen. Das gute Abschneiden der AfD sei "bitter für alle Bürger".

18:28 Uhr: Das Netz reagiert auf das AfD-Ergebnis

Die AfD zieht in den Bundestag - und das wohl als deutlich drittstärkste Kraft. Die Freude bei den Rechtspopulisten ist groß, doch bei vielen Nutzern in den sozialen Medien hält sich die Begeisterung in Grenzen.

Die linke Tageszeitung "taz" brachte das Ergebnis lakonisch auf den Punkt: "Schöne Scheiße".

Die "heute show" versuchte es mit Humor:

18:23 Uhr: Linke-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht zufrieden, aber selbstkritisch

Sahra Wagenknecht, Spitzenkandidatin der Linkspartei, sagt, ihre Partei sei mit ihrem Ergebnis zufrieden. Sie sieht die Politik der Großen Koalition als Grund für das gute Abschneiden der AfD. Um dann doch nachzuschieben: Ihre Partei müsse sich aber fragen, ob sie es sich in der Flüchtlingsfrage zu leicht gemacht.

Vielleicht habe die Partei bestimmte Dinge ausgeklammert aus Sorge, Ressentiments zu bedienen – vielleicht sei das ein Fehler gewesen.

18:21 Uhr: CDU-Politiker Volker Kauder: "Wahlziele erreicht"

Die Union hat trotz schwerer Verluste bei der Bundestagswahl die Regierungsbildung für sich beansprucht. Die Union habe sich ein besseres Ergebnis gewünscht, zugleich habe man aber die Wahlziele erreicht, sagte Fraktionschef Volker Kauder (CDU) am Sonntagabend in der ARD.

CDU und CSU seien stärkste Parteien und stärkste Fraktion geworden. Zudem habe die Union erreicht, "dass wir einen Regierungsauftrag haben und gegen uns keine Regierung gebildet werden kann und Angela Merkel Kanzlerin bleibt".

Mehr zum Thema: "Ziel erreicht": So redet die Union ihr Wahlergebnis schön

18:14 Uhr: Erste Hochrechnung zum Wahlausgang

Infratest dimap präsentiert die erste Hochrechnung zum Wahlausgang. Demnach erreicht die CDU 32,7 Prozent, die SPD 20,2 Prozent und die Grünen 9,4 Prozent. Die FDP kommt auf 10,5 Prozent, die Linke auf 8,9 Prozent. Die AfD erhält laut der ersten Hochrechnung 13,4 Prozent. Die restlichten Parteien vereinen 4,9 Prozentpunkte auf sich.

18:09 Uhr: Enttäuschung im Willy-Brandt-Haus

Die SPD hat ein niederschmetterndes Wahlergebnis eingefahren - die Enttäuschung unter den Anhängern der Partei ist groß.

Eine SPD-Anhängerin im Willy-Brandt-Haus reagiert auf die erste Prognose: "Ich würde das Ergebnis nicht auf die SPD oder eine Person reduzieren. Es ist für die deutsche Demokratie an der Zeit zu fragen, wie wir weiter machen. Martin Schulz soll auf keinen Fall weg. Er ist auch eine starke Stimme für Europa."

SPD-Mitglied Torben Dwinger meint: "Wir haben es nicht geschafft, genügend Unentschlossene zu mobilisieren. Und es hat an guten Inhalten im SPD-Wahlkampf gefehlt."

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte im ZDF, das Ergebnis sei eine "bittere Wahlniederlage, nicht die erste, sondern dreimal in Folge".

Rechtsextremisten würden in ziemlich starker Formation in den Bundestag einziehen. Im Interesse der Demokratie müsse die SPD nun die Opposition anführen. Die personelle Aufstellung in der Opposition wolle man morgen diskutieren.

18:07 Uhr: Gauland zum AfD-Ergebnis: "Wir werden Merkel jagen!"

Der Spitzenkandidat der AfD, Alexander Gauland, hat vor Anhängern seiner Partei das starke Ergebnis der Rechtspopulisten gefeiert. Dabei machte er eine martialische Kampfansage an die etablierten Parteien - und besonders Kanzlerin Angela Merkel. Gauland sagte: "Wir werden sie jagen! Wir werden Merkel jagen!"

18:00 Uhr: Erste Prognose zum Wahlergebnis

Die ersten Prognosen zum Wahlergebnis sind da. Laut dem Institut infratest dimap wird die Union demnach stärkste Kraft - verliert aber deutlich an Prozentpunkten. Die SPD würde ihr schwächstes Ergebnis aller Zeiten einfahren. Die AfD käme auf 14,5 Prozent.

17:48 Uhr: ZDF-Moderatorin Hayali wird im Wahllokal angepöbelt

Für ZDF-Moderatorin Dunja Hayali hielt der Wahltag eine charmante Begegnung bereit. "Da kommt dat Frühstücksfernsehen", zitiert sie einen Wahlhelfer auf Twitter. Hayali moderiert das ZDF-"Morgenmagazin". Der anonym bleibende Helfer legte nach: "Sie sehen gar nicht so groß, so dick und so alt aus, wie inne Glotze."

Hayali nahms mit Humor. "Ich durfte trotzdem wählen", schrieb sie.

17:46 Uhr: Gegendemonstranten versammeln sich vor Ort der AfD-Wahlparty

17:37 Uhr: Die Zukunft der kriselnden SPD heißt Nico Can Bayer

Sorgenkind SPD: In den Umfragen lagen die Sozialdemokraten zuletzt nahe den 20 Prozent. Sollten die Prognosen Recht behalten, wäre es das schlechteste SPD-Ergebnis aller Zeiten. Es wird ein denkwürdiger Abend im Willy-Brandt-Haus werden - auch und besonders für Nico Can Bayer.

nico

Er ist das jüngste Mitglied der Jusos und gerade einmal 10 Jahre alt. "Als 2016 viele zur AfD gegangen sind, wollte ich mir eine linke Partei suchen." Für die SPD hat er sich entschieden, weil er findet, dass die Sozialdemokraten ihre Versprechen am besten durchsetzen.

Vor allem Martin Schulz und Andrea Nahles sind ihm sympathisch. "Weil die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen und Andrea Nahles den Mindestlohn eingeführt hat. Das finde ich gut", sagt Nico Can.

17:31 Uhr: Die AfD wird in den Bundestag einziehen - und nicht jedem gefällt das:

16:49 Uhr: Prognose, Hochrechnung, Ergebnis: Was ist der Unterschied?

Um 18 Uhr schließen die Wahllokale - und die ersten Zahlen zu den Wahlergebnissen werden die Runde machen. Dabei gibt es Unterschiede zwischen Prognosen, Hochrechnungen und natürlich dem Ergebnis:

1. Die Prognosen

Wenn die Wahllokale schließen, wird ein erster Trend mit der Prognose verbreitet. Sie basiert auf einer Umfrage, in der Wähler in repräsentativ ausgewählten Stimmbezirken kurz nach ihrem Besuch im Wahllokal ihr Kreuz ein zweites Mal machen.

2. Die Hochrechnungen

Kurz nach Schließung der Wahllokale berücksichtigen sie ausschließlich Wahlergebnisse. Die Meinungsforscher rechnen dafür erste ausgezählte Teilmengen auf die Wähler insgesamt hoch.

3. Das Ergebnis

Erst wenn der letzte Wahlbezirk ausgezählt ist, stellt der jeweils zuständige Wahlleiter am Wahlabend ein vorläufiges amtliches Ergebnis fest. Das endgültige amtliche Ergebnis kommt Tage oder Wochen später.

16:31 Uhr: Wählen soll auch Spaß machen ...

16:16 Uhr: Die einsamsten Wahlhelfer Deutschlands?

Rund 650.000 freiwillige Wahlhelfer sind heute in Deutschland im Einsatz, um den reibungslosen Ablauf der Wahl zu gewährleisten. Ein toller Dienst an der Demokratie - und manchmal ein einsamer.

Etwa im brandenburgischen Basdorf. 28 Menschen leben hier, 23 sind wahlberechtigt, 18 haben ihre Stimme bereits per Briefwahl abgegeben. Für fünf Menschen harren Basdorfs Wahlhelfer also zehn Stunden im Wahllokal aus, wie die "Märkische Allgemeine" berichtet.

16:09 Uhr: Twitter-Nutzer rufen unter dem Hashtag "gehwählen" zur Beteiligung an der Wahl auf

Auf Twitter rufen viele Nutzer schon den ganzen Tag unter dem Hashtag "#gehtwählen" dazu auf, sich an der Wahl zu beteiligen. Noch bis 18 Uhr sind die Wahllokale noch geöffnet. Also: Geht wählen, ihr Lieben!

15:54 Uhr: Merkel und Schulz haben ihre Stimmen abgegeben

Die Bundeskanzlerin hat ihre Stimme zur Bundestagswahl abgegeben - und musste dabei, wie jeder Wahlberechtigte, ihren Ausweis vorzeigen. Erst nach genauer Überprüfung bekam Angela Merkel ihren Wahlzettel. Ordnung muss eben sein.

Schon etwas früher hatte Martin Schulz seine Stimme abgegeben und dabei noch einmal zur Wahl seiner SPD aufgerufen.

15:38 Uhr: Wahlbeteiligung Stand 14 Uhr bei 41,1 Prozent - so ist die Zahl zu bewerten

Der Bundeswahlleiter hat einen Zwischenstand der Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl abgegeben. Sie lag demnach Stand 14 Uhr bei 41,1 Prozent - etwas geringer als vor vier Jahren, wo sie zum gleichen Zeitpunkt bei 41,4 Prozent lag.

Wichtig: Bei diesen Zahlen sind die per Briefwahl abgegebenen Stimmen noch nicht berücksichtigt. Etwa jeder Dritte hat für die Bundestagswahl seine Stimme per Briefwahl eingereicht - 2013 war es nur jeder Vierte. Die Wahlbeteiligung könnte insgesamt also durchaus höher ausfallen, als das 2013 der Fall war.

Mehr zum Thema: Gabriel spricht bei der Stimmabgabe eine düstere Vorahnung aus - Schulz sieht die Lage ganz anders

15:21 Uhr: Russische Bots überschwemmen Twitter mit AfD-Propaganda

Lange war die Aufregung groß: Bei der Bundestagswahl müsse Deutschland massive Cyberangriffe und eine Propaganda-Offensive aus Russland fürchten, warnten Experten.

Ganz so schlimm, wie es viele geglaubt hatten, kam es dann aber nicht – zumindest bis zum Sonntag der Wahl. Dann wurden hunderte – offenbar russische – Bots in den sozialen Medien noch einmal aktiv.

Bei Twitter teilten die vermeintlichen AfD-Unterstützer Wahlaufrufe der Rechtspopulisten und Warnungen vor einer angeblichen Wahlmanipulation.

Mehr zum Thema: Nach russischer Propaganda-Offensive: Grünen-Politiker Beck bezeichnet AfD als "Volksverräter"

15:04 Uhr: So will Erdogan die Wahl beeinflussen

Die Union Europäisch-Türkischer Demokraten, ein Lobby-Verband, der der türkischen Regierungspartei AKP nahesteht, hat Deutschtürken dazu aufgerufen, der Empfehlung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu folgen.

Erdogan hatte vor mehreren Wochen erklärt, Deutschtürken sollten weder Union, SPD noch den Grünen ihre Stimme geben. Die Parteien seien "anti-türkisch".

Fatih Zingal, Vize-Vorsitzender der Union Europäisch-Türkischer Demokraten, sagte der HuffPost zuletzt: "Wir haben eine radikale Abkehr von den etablieren Parteien erlebt."

14:45 Uhr: Auch ein Bundespräsident muss mal warten ...

14:32 Uhr: Hohe Wahlbeteiligung zeichnet sich ab

Bei der Bundestagswahl deutet sich vielerorts eine höhere Beteiligung als 2013 an. Das geht aus Mitteilungen der Landeswahlleiter zu mehreren Großstädten hervor. Der Bundeswahlleiter wollte gegen 15.30 Uhr erste bundesweite Zahlen zur Wahlbeteiligung veröffentlichen.

Hier seht ihr die genauen Zahlen für die entsprechenden Regionen.

Mehr zum Thema: Bundestagswahl im Live-Stream: Hochrechnungen online sehen - so geht's

Mit der Material der dpa

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