POLITIK
24/09/2017 21:26 CEST

In der "Berliner Runde" geht es fast nur um die AfD - bis gleich mehreren Politikern der Kragen platzt

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Es ging los mit AfD-Politiker Jörg Meuthen, der leugnete, seine Partei vertrete rassistische Positionen. Dann sagte er, er sehe in manchen deutschen Fußgängerzonen keine Deutschen mehr.

  • Die AfD zieht mit etwa 13 Prozent der Stimmen in den Bundestag ein

  • Ein politischer Schock für die Republik und ein Hauptthema der "Berliner Runde" in den Öffentlich-Rechtlichen

  • Dort wurde ausgiebig über die AfD diskutiert - bis es gleich mehreren Politikern zu bunt wurde

In der "Berliner Runde" der Spitzenkandidaten war das starke Ergebnis der AfD bei der Bundestagswahl das Hauptthema - sehr zum Ärger einiger Gäste.

Es ging los mit AfD-Politiker Jörg Meuthen, der leugnete, seine Partei vertrete rassistische Positionen. Dann sagte er, er sehe in manchen deutschen Fußgängerzonen keine Deutschen mehr.

Fast im Gegenzug sagte SPD-Mann Martin Schulz AfD den Kampf an. Er wolle mit der SPD eine starke und demokratische Opposition stellen. Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte sich nicht wirklich auf eine Diskussion über die AfD einlassen - sie verteidigte jedoch ihre Flüchtlingspolitik.

Dann waren die Vertreter der Oppositionsparteien der vergangenen Legislatur an der Reihe - und die hatten so gar keine Lust, der AfD nach dem Mund zu reden.

"Die waren am Buffet, wenn es um Sachfragen ging"

Christian Lindner von der FDP wiederholte seine Forderung, sich nicht von der AfD provozieren zu lassen. Zu seiner Erfahrung mit der Partei in Nordrhein-Westfalen sagte er: "Die waren am Buffet, wenn es um Sachfragen ging."

Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt stimmte zu, dass man die AfD nicht auf ihre Provokationen reduzieren dürfe - ignorieren dürfe man diese aber nicht. Sie betonte, die AfD habe vielleicht 13 Prozent der Stimmen erlangt und sei somit eine Minderheit in der Republik. Man dürfe sich von ihr die politische Debatte nicht diktieren lassen.

CSU-Politiker Herrmann wird richtig wütend

Die Linke-Politikerin Katja Kipping sagte in Richtung des AfD-Vorsitzenden Meuthen: "Sie haben keinerlei Lösung für die Menschen, die Sie gewählt haben." Die einzige Antwort der AfD auf jedes soziale Problem sei, es auf die Flüchtlinge zu schieben, kanzelte sie Meuthen ab.

Bereits mehrere Minuten lang wurde zu diesem Zeitpunkt in der sogenannten Elefantenrunde über die AfD diskutiert - und CSU-Mann Herrmann wurde deshalb richtig wütend. "Die Hälfte der Sendezeit beschäftigt sich wieder mit der AfD", empörte er sich. Das sei völlig fehl am Platz.

Er gab daran auch den Medien die Schuld. Die öffentlich-rechtlichen Sender hätten die AfD nicht klein gemacht, sondern groß, ereiferte sich Herrmann. "Die AfD ist nicht das Hauptproblem für die Zukunft der Bundesrepublik", sagte er.

Lieber wolle er sich darum kümmern, die Zukunft der Bundesrepublik zu gestalten - so wie die andern Politiker am Tisch auch, fügte Herrmann hinzu. Und da war damit war das Thema AfD dann auch tatsächlich beendet.

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(cho)