Bei diesen Wählergruppen hat die AfD besonders gut abgeschnitten

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AFD
Wer hat die AfD gewählt - und warum? | Wolfgang Rattay / Reuters
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  • Die AfD ist die Partei der frustrierten Männer
  • Das zeigen Umfragen nach der Wahl
  • Allerdings hat auch eine Gruppe AfD gewählt, von der es wohl kaum jemand erwartet hatte

Die AfD hat nach den ersten Hochrechnungen mehr als 13 Prozent der Stimmen bekommen.

Meinungsforscher haben nachgefragt, wer die Rechtspopulisten gewählt hat. Vereinfacht kann man sagen: Es sind die Frustrierten des Landes ...

... die Männer aus dem Osten

Insgesamt haben laut der Forschungsgruppe Wahlen 16 Prozent aller Männer in Deutschland die AfD gewählt und 9 Prozent der Frauen. Ähnliche Ergebnisse liefert das Institut Infratest Dimap.

Besonders gepunktet hat die AfD im Osten. Dort stimmten laut Infratest 26 Prozent der Männer für die Rechtspopulisten.

... nicht die Senioren

Anhänger findet die Partei in allen Altersgruppen, am stärksten ist sie unter den Deutschen mittleren Alters, also zwischen 35 und 44 Jahren.

Auffallend: Unter den Senioren schnitt die Partei am schlechtesten ab. Eine mögliche Erklärung: Die Menschen über 70 dürften noch eine ebenso lebendige wie schreckliche Erinnerung daran haben, was Nationalisten anrichten können.

... die weniger Gebildeten

Den größten Erfolg hat die AfD unter den geringer Gebildeten: So stimmten laut Forschungsgruppe Wahlen 14 und 17 Prozent der Menschen mit Hauptschulabschluss oder mittlerer Reife für die AfD, aber auch 11 Prozent der Wähler mit Abitur und 7 Prozent der Uni-Absolventen.

... ein erschreckend hoher Teil der Beamten

Mehr als jeder fünfte Arbeitslose stimmte laut Infratest für die AfD, ebenso mehr als jeder fünfte Arbeiter. Erschreckend: Nach den Ergebnissen beider Umfragesinstitute stimmte auch jeder zehnte Beamte für die Rechtspopulisten.

... die Nichtwähler und Ex-Unions-Fans

Die Forscher haben auch gefragt, für wen die heutigen AfD-Wähler vor vier Jahren gestimmt haben. Da zeigt sich: Die Menschen kommen von allen Parteien, sogar vom anderen Ende des politischen Spektrums, vor allem aber sind es Konservative und Nichtwähler.

So hat laut Forschungsgruppe Wahlen mehr als jeder fünfte AfD-Wähler früher Union gewählt, jeder zehnte kommt von der SPD, 6 Prozent setzten ihr Kreuz einst bei der Linkspartei. Vor allem aber ist es der AfD gelungen, Nichtwähler zu mobilisieren: 35 Prozent ihrer Wähler hatte früher entweder eine kleinere Partei gewählt oder war gar nicht abstimmen gegangen.

Welch unglaublicher Frust eine große Menge der Wähler umtreibt, zeigen folgende Zahlen:

Insgesamt haben 30 Prozent der Wähler ihre Entscheidung aus Protest getroffen: Sie entschieden sich für eine Partei, weil sie von den anderen enttäuscht sind. Unter den AfD-Wählern setzten sogar 60 Prozent ihr Kreuz bei der AfD aus Frust über die anderen Parteien.

... die, die keine Alternative sehen

85 Prozent der AfD-Wähler halten laut Infratest die AfD sogar für die einzige Partei, mit der sie ihren Protest ausdrücken können.

Was die Wähler antreibt

Über die Ziele der AfD machen sich die Wähler in Deutschland wenig Illusionen: 86 Prozent der Wähler glauben laut Infratest, dass sich die AfD nicht genug von rechtsextremen Positionen distanziert. Sogar 55 Prozent der AfD-Wähler stört das. Und stimmten trotzdem für die Partei.

Was die AfD-Wähler umtreibt, ist eindeutig: Mehr als 90 Prozent ihrer Wähler sorgen sich um den Verlust der deutschen Kultur, hat Angst vor dem Islam und der Kriminalität.

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