"Schlag ins Gesicht": AfD wird in Sachsen stärkste Partei

Veröffentlicht: Aktualisiert:
AFD
Alexander Gauland, top candidate of the anti-immigration party Alternative fuer Deutschland (AfD) reacts as he awaits first exit polls in the German general election (Bundestagswahl) in Berlin, Germany, September 24, 2017. REUTERS/Wolfgang Rattay | Wolfgang Rattay / Reuters
Drucken
  • Die AfD ist in Sachsen stärkste Partei nach Zweitstimmen
  • Im gesamten Osten ist die AfD bei männlichen Wählern die stärkste Partei
  • Die Rechten werden auch mehrere Direktmandate gewinnen

Knapp 13 Prozent der Stimmen hat die rechtspopulistische Partei AfD bei der Bundestagswahl erreicht.

Damit wird die Partei die drittstärkste Fraktion im deutschen Reichstag bilden. Besonders im Osten Deutschlands konnte die in Teilen rechtsextreme AfD starke Wahlergebnisse erzielen.

In Ostdeutschland ist die AfD zweitstärkste Kraft geworden - bei den ostdeutschen Männern schnitt die Partei sogar am besten ab.

Unter ostdeutschen Männern ist die AfD stärkste Kraft

Mehr zum Thema: Die AfD ist unter ostdeutschen Männern die stärkste Partei - wie konnte das passieren?

Laut Infratest dimap machten insgesamt 26 Prozent der ostdeutschen Männer ihr Kreuzchen bei der AfD, bei den Frauen waren es 17 Prozent. Zum Vergleich: Im Westen votierten 13 Prozent der Männer und acht Prozent der Frauen für die AfD.

Insgesamt erreichte die AfD in Ostdeutschland 21,5 Prozent der Stimmen, wie der MDR nach Infratest dimap berichtet. Wahlsieger ist auch im Osten die Union mit 26,5 Prozent, die Linke bekommt demnach 16,5 Prozent und die SPD 14,5 Prozent der Stimmen. Die FDP erreicht acht Prozent, die Grünen sechs Prozent.

So stark ist die AfD im Sachsen

In Sachsen ist die AfD nach Zweitstimmen laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis mit 27 Prozent Stimmenanteil sogar die stärkste Partei. Die CDU landete knapp dahinter bei 26,9 Prozent.

In einigen Kreisen liegt die Partei nach Zweitstimmen bei rund 40 Prozent.

Die AfD holte in Sachsen auch drei Direktmandate.

"Schlag ins Gesicht der CDU"

Im Wahlkreis Görlitz ging das Direktmandat an den AfD-Politiker Tino Chrupalla. Ein Direktmandat sicherte sich auch Frauke Petry. Das dritte Direktticket in den Bundestag für die AfD ging an den Kandidaten Karsten Hilse im Wahlkreis Bautzen I.

Für die CDU in Sachsen sei das Ergebnis ein "Schlag ins Gesicht", sagte der Dresdner Politologe Hans Vorländer. Es werde deutlich, "dass sich die Menschen nicht mehr mit der CDU identifizieren, zumindest nicht mehr wie früher".

Seit Jahrzehnten verliere die Partei. "Die CDU erstarrt ja eigentlich schon seit langer Zeit und weiß nicht, wohin sie sich bewegen soll", sagte der Professor der TU Dresden.

Petry sieht im Wahlerfolg der AfD den Ansporn, in den kommenden vier Jahren den "Regierungswechsel für 2021" vorzubereiten. Im Bundestag werde die AfD die Ideen zur Sprache bringen, "die wir außerparlamentarisch auch schon präsentiert haben (...). Aber sie müssen mehrheitsfähig werden in Deutschland."

Angesichts der AfD-Wahlerfolge hatten sich am Sonntagabend mehrere hundert Menschen in Leipzig zu einer spontanen Demonstration gegen Rechts versammelt.

Mit Material der dpa.

Mehr zum Thema:
Zwischen Protest und purer Verzweiflung: Bei diesen Wählergruppen hat die AfD besonders gut abgeschnitten
Sie sind wieder da: Die Rechtspopulisten der AfD triumphieren bei der Bundestagswahl
Alle wichtigen Ereignisse zur Wahl im Überblick in unserem Liveblog

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg


(ll)

Korrektur anregen