"H*rensohn": US-Präsident Trump beschimpft bei einer Rede schwarze Football-Spieler

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DONALD TRUMP
US-Präsident Donald Trump hat am Freitagabend einmal mehr eine wüste Rede gehalten | Aaron Bernstein / Reuters
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  • US-Präsident Donald Trump hat bei einer Rede Football-Spieler attackiert, die sich vor einem Spiel nicht für die Nationalhymne erhoben hatten
  • Trump forderte, die NFL-Clubbesitzer sollten diese Spieler feuern
  • Mehrfach hatten Football-Spieler in der Vergangenheit während der Nationalhymne ein politisches Zeichen gegen Rassismus setzen wollen

US-Präsident Donald Trump hat am Freitagabend einmal mehr eine wüste Rede gehalten. In Alabama attackierte Trump Spieler der amerikanischen Football-Liga, die während der Nationalhymne vor einem Spiel protestiert hatten.

Eigentlich wollte Trump mit seinem Auftritt den republikanischen Senator Luther Strange bei dessen Wahlkampf unterstützen. Aber der US-Präsident schweifte während der Rede ab - und kam so auf den Fall des Football-Spielers Colin Kaepernick zu sprechen.

Vergangenes Jahr hatte Kaepernick für eine Kontroverse gesorgt. Der Quarterback war damals bei den San Francisco 49ers unter Vertrag. Vor einem NFL-Spiel erhob er sich nicht für die Nationalhymne - sondern blieb sitzen.

"Das ist eine totale Respektlosigkeit"

Fans buhten ihn dafür aus. Kaepernick sagte hinterher, mit diesem stillen Protest wolle er an die Ungerechtigkeit erinnern, die viele Minderheiten in den USA immer noch erleben würden.

Derzeit ist Kaepernick ohne Vertrag - womöglich wegen dieser politischen Aktion. Einige Spieler folgten allerdings seinem Beispiel. Sie erhoben sich ebenfalls nicht für die Nationalhymne, sondern knieten sich hin.

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Kaepernick (Mitte) sowie zwei Mitspieler vor einem Spiel im Oktober 2016. Quelle: Reuters.

Gegen diese Spieler wetterte Trump bei seiner Rede in Alabama. "Das ist eine totale Respektlosigkeit vor unserem Erbe", rief der Präsident in die Menge. "Das ist eine totale Respektlosigkeit gegenüber allem, wofür wir stehen."

Trump sagte weiter, jeder Zuschauer eines NFL-Spiels solle das Station verlassen, sollte einer der Spieler sich der Nationalhymne verweigern. Er fügte hinzu: Spieler sollten für diese Aktionen gefeuert werden.

"Würdet ihr es nicht lieben", rief Trump seinen Zuschauern zu, "wenn einer dieser NFL-Clubbesitzer zu einem Spieler sagt, der unsere Flagge nicht respektiert: 'Holt diesen Hurensohn vom Feld, er ist gefeuert?"

Die Mehrheit der Spieler, die vor einer NFL-Begegnung auf diese Weise Stellung bezogen haben, waren Afroamerikaner.

Trump glaubt, Kaepernick finde wegen seiner Tweets keinen Job

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump gegen Kaepernick schimpft. Mehrfach äußerte er sich in Tweets über den Spieler - und behauptete, er selbst sei der Grund dafür, dass Kaepernick keinen Vertrag mehr angeboten bekomme.

Dennoch scheint Kaepernick andere Sportstars inspiriert zu haben. Anfang des Jahres weigerten sich Spieler des Football-Teams New England Patriots, das Weiße Haus zu besuchen. Sonst ein traditioneller Termin für ein Team, dass den Superbowl gewonnen hat.

Einige der Spieler sagten, Trump habe während des Wahlkampfes rassistische Parolen bedient. Aus diesem Grund fühlten sie sich im Weißen Haus nun nicht willkommen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei der US-Ausgabe der HuffPost und wurde von Leonhard Landes übersetzt und gekürzt.

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(ujo)

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