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22/09/2017 06:14 CEST | Aktualisiert 22/09/2017 06:15 CEST

"Geisteskranker Greis": Kim Jong-un beschimpft Trump - und droht mit Vergeltung

KCNA KCNA / Reuters
North Korea's leader Kim Jong Un makes a statement regarding U.S. President Donald Trump's speech at the U.N. general assembly, in this undated photo released by North Korea's Korean Central News Agency (KCNA) in Pyongyang September 22, 2017. KCNA via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THIS IMAGE. NO THIRD PARTY SALES. SOUTH KOREA OUT. TPX IMAGES OF THE DAY

  • Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat US-Präsident Donald Trump wüst beschimpft

  • Sein Außenminister drohte mit einem weiteren Test einer Wasserstoffbombe über dem Ozean

Der Krieg der Worte eskaliert weiter.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hat US-Präsident Donald Trump nach dessen Drohungen gegen Pjöngjang nun persönlich angegriffen. "Ich werde den geisteskranken, dementen US-Greis gewiss und auf jeden Fall mit Feuer bändigen", zitierte ihn am Freitag die nordkoreanische Staatsagentur KCNA.

Kim Jong-un erklärte, Trump müsse seine Drohungen gegen Pjöngjang "teuer bezahlen". "Was auch immer Trump erwartet haben könnte, werde er nun mit Folgen jenseits seiner Erwartungen konfrontiert", sagte Kim.

Trump hatte am Dienstag bei der UN-Vollversammlung in New York gedroht, Nordkorea bei einem Angriff "total zu zerstören". Das Atomprogramm des Landes stellte er als Gefahr für die ganze Welt dar.

Atomtest auf dem Ozean?

Der nordkoreanische Außenminister Ri Yong-ho drohte ungeachtet der Sanktionen laut südkoreanischer Nachrichtenagentur Yonhap am Freitag mit einem möglichen neuen Atomtest.

Bei diesem könne es die "stärkste Explosion einer Wasserstoffbombe" im Pazifischen Ozean geben, wurde Ri Yong Ho zitiert. Ri habe das in New York in Anspielung auf die Drohung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un mit "einer harten Gegenmaßnahme auf höchstem Niveau" gegen die USA gesagt.

Neue Sanktionen der EU und der USA

Die EU will die neuen Sanktionen im Oktober verabschieden. Diese Grundsatzentscheidung trafen die für Sicherheitsfragen zuständigen EU-Botschafter am Donnerstagabend, wie es aus EU-Diplomatenkreisen hieß. Dabei sollen auch Ölausfuhren in das Land künftig untersagt werden. Zudem sollen Einreiseverbote und Kontosperren für weitere nordkoreanische Personen, Organisationen und Unternehmen verhängt werden.

Derweil kündigte nach den USA auch die Europäische Union neue Sanktionen gegen Pjöngjang an. Dabei soll es um ein Verbot von Investitionen in Nordkorea gehen, das für sämtliche Wirtschaftszweige gelten soll, wie es aus EU-Diplomatenkreisen hieß.

US-Präsident Donald Trump hatte kurz zuvor neue, harte Sanktionen gegen Nordkorea verkündet. Die Strafmaßnahmen der USA zielen darauf ab, jeglichen Handel mit Nordkorea zu unterbinden. Banken weltweit können künftig keine Geschäfte mehr mit Nordkorea abwickeln, ohne dabei straffrei Geschäftsbeziehungen in oder mit den USA zu unterhalten.

"Jede Bank steht vor einer klaren Entscheidung", sagte Trump in New York. "Geschäfte mit den USA oder Geschäfte mit Nordkorea."

"Eine ernsthafte Bedrohung des Weltfriedens"

Der UN-Sicherheitsrat hatte bereits im August und September zusätzliche Strafmaßnahmen gegen Nordkorea beschlossen. Grund sind die anhaltenden Atom- und Raketentests des kommunistischen Lands, die gegen internationales Recht verstoßen.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel bezeichnete Nordkoreas Atomprogramm in seiner UN-Rede am Donnerstag als "eine ernsthafte Bedrohung für den Weltfrieden". Die Lösung dieser internationalen Krise sei so wichtig, weil Nordkorea sonst Nachahmer finden werde.

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