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22/09/2017 10:33 CEST | Aktualisiert 22/09/2017 11:03 CEST

Dieses Foto stammt aus dem Jahr 1967 - jetzt enthüllt der US-Soldat, was er in jenem Moment dachte

  • Der US-Soldat Dewey Wayne Waddell wurde im Vietnamkrieg gefangen genommen

  • Zu seinem Glück wurde er dazu gezwungen, bei einer Filmproduktion mitzuwirken

  • Aufgrund der Aufnahmen, die ihr oben im Video sehen könnt, konnte der Soldat befreit werden

Ein Soldat steht mitten auf einem abgelegenen Reisfeld. Hinter ihm eine Frau, die ihn mit einer Waffe bedroht. Hinter diesem Bild, das im Juli 1967 während des Vietnamkriegs aufgenommen wurde, steckt eine einmalige Geschichte.

Der US-Soldat auf dem Bild ist der mittlerweile 82-jährige Amerikaner Dewey Wayne Waddell. Mit der amerikanischen Zeitung “Time” sprach jetzt er zum ersten Mal darüber, was er in dem Moment dachte, in dem das Foto entstand.

Waddell spricht zum ersten Mal über die Bilder

Wie die Zeitung berichtet, dachte Dewey Wayne Waddell er müsse sterben. Das Flugzeug des amerikanischen Soldaten wurde im Norden Vietnams abgeschossen, doch Waddell überlebte.

Sein Fallschirm hatte sich nicht geöffnet und so wusste niemand, dass Waddell noch am Leben war.

Wie der ehemalige US-Soldat in dem Interview erzählt, dauerte es nicht lange, bis Waddells Überleben auffiel und er in Vietnam gefangen genommen wurde. Zu Waddells Überraschung wurde er allerdings nicht getötet, sondern nur verhaftet. Man wollte ihn in einem Kriegsverfahren als Zeugen heranziehen.

Waddell wusste nicht, wohin sie ihn brachten

Am nächsten Tag wurde ihm, unter dem Vorwand er solle “getestet werden”, seine eigene Fliegeruniform wieder angezogen und die Augen verbunden.

Gerade als er glaubte am Gericht angekommen zu sein, wurde ihm die Augenbinde abgenommen. Waddell erzählt, dass er sich mitten auf einem Reisfeld befand, hinter ihm eine bewaffnete Frau.

Es waren noch zwei Männer anwesend, die eine Kamera dabei hatten. Hier entstanden die bewegenden Bilder, die ihr oben im Video sehen könnt.

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© Thomas Billhardt / Courtesy of CAMERA WORK

Die Filmproduktion war Waddells Rettung

Waddell sollte Teil einer Dokumentation werden, realisiert von zwei ostdeutschen Filmemachern. Die Doku “Piloten im Pyjama” war Waddells Rettung. Er glaubte fest daran, dass man ihn nach Ausstrahlung des Films identifizieren und finden würde.

“Sie ließen mich das Reisfeld hoch und runter laufen. Dabei sagten sie, ich solle auf den Boden schauen und nichts sagen. Aber ich schaute immer wieder in die Kamera, in der Hoffnung, dass jemand die Bilder sieht und mich darauf erkennt”, sagt Waddell der Zeitung.

Und tatsächlich: Die Army sendete Ausschnitte des Films an seine Familie, die seine Identität bestätigte und die Suche nach ihm sofort wieder aufnahm.

Nach Jahren konnte Waddell wieder nach Hause zurückkehren

Am 4. März 1973 wurde Waddell befreit. Jahre später stieß ein Freund von Waddell zufällig auf eine Ausstellung des Sohnes des Fotografen. Und plötzlich sah er es: Das Foto Waddells, auf dem er auf dem Reisfeld hin und her geht, hing an einer der Ausstellungswände.

Die beiden arrangierten sofort ein Treffen zwischen dem Gefangenen und dem Fotografen. Das Bild ist nun im Besitz der Frau von Waddells, die es sich nach dem Gespräch nicht nehmen lassen wollte, das Bild zu kaufen.

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(chr)